Weltweit steigende Nachfrage
Friedrich erwartet höhere Lebensmittelpreise

Wie teuer Lebensmittel sind, hängt auch von den globalen Märkten ab. Billiger dürfte es kaum werden, sagt Landwirtschaftsminister Friedrich zum Start der Grünen Woche. Verbraucher könnten aber durchaus etwas bewegen.
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BerlinDie Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung von Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich darauf einstellen, dass Nahrungsmittel tendenziell teurer werden. „Es ist zu erwarten, dass die weltweit steigende Nachfrage, insbesondere aus den aufstrebenden Regionen Asiens, sich auf die Lebensmittelpreise auswirkt“, sagte der CSU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa vor dem Start der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Zuletzt waren die Preise für Lebensmittel in Deutschland stärker gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise.

„Nahrungsmittel wirkten lange Zeit als Inflationsbremse – die Zeiten sind erst einmal vorbei“, sagte auch der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michael Lohse. „Weltweit zieht die Konjunktur an, und in Ländern wie Russland und China wächst die Mittelschicht, die sich an westlichen Ernährungsgewohnheiten orientiert. Dadurch steigt zum Beispiel die Nachfrage nach Milch, Käse und Fleisch.“ Die Nahrungsmittel dürften hierzulande deshalb künftig mindestens so stark steigen wie die Inflation.

Bereits im vergangenen Jahr haben sich Lebensmittel in Deutschland so stark verteuert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Preise zogen um 4,4 Prozent an, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Nahrungsmittel verteuerten sich damit fast dreimal so stark wie die Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate fiel mit 1,5 Prozent so niedrig aus wie seit 2010 nicht mehr, weil Tanken und Heizen deutlich günstiger wurden.

„Preiserhöhungen gab es 2013 in allen Nahrungsmittelbereichen“, erklärte das Statistikamt. Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag bei Kartoffeln (+28,7 Prozent), Äpfeln (+14,9) und Butter (+16,1) aus. Grund dafür waren neben der weltweit gestiegenen Nachfrage auch witterungsbedingte Ernteausfälle durch den langen Winter, den feuchten Frühling und den heißen Sommer, erklärte der Bauernverband.

Ungeachtet der hohen Lebensmittelpreise wurde die Inflation 2013 in Schach gehalten – und zwar durch sinkende Preise für Benzin und Heizöl. Mit 1,5 Prozent lag die Teuerungsrate nahe der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Entlastet wurden die Verbraucher durch günstigeres Öl, das wegen der schwachen Weltkonjunktur deutlich weniger kostete. Kraftstoffe verbilligten sich dadurch um 3,4 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 6,0 Prozent. Dagegen verteuerte sich Strom wegen der höheren Ökostrom-Umlage um 11,9 Prozent.

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„Am Ende bestimmt der Verbraucher, was er isst“

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  • Deutschlands Baurn produzieren ja mittlerweile fürs Ausland.
    Da werden eben die Eier nach Polen geleifrt, obwohl die auch Landwirtschaft haben.
    Wir bekommen Hühner aus Brasilien usw. usw.
    Er diesen Unsinn begonnen hat, gehört in den Knast.
    Kommen mal wiedr schlechte Zeiten und die werden kommen, wären unsere Landwirt nicht in dr Lage uns zu versorgen

  • Zitat: „Es ist zu erwarten, dass die weltweit steigende Nachfrage, insbesondere aus den aufstrebenden Regionen Asiens, sich auf die Lebensmittelpreise auswirkt“

    Ist das so?
    Gibt es in Asien etwa eine steigende Nachfrage nach unseren Eiern? Unseren Kartoffeln? Unserem Weizen oder unserem Schweinefleisch? Das kann ich mir kaum vorstellen.
    Der Hund wird wohl an ganz anderer Stelle begraben liegen.
    Zerstörung von immer mehr landwirt. nutzbarem Boden durch Chemiekalien. Mißbrauch der Anbuflächen für Hirngespinste s. o.
    Und natürlich die Spekulanten. Solange es Leute gibt, welche die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln nur als Geschäft sehen, ist eine ständige Verteuerung Usus. Zumal ein korrupter, chronisch bankrotter Staat ebenfalls reges Interesse an immer höherern Preisen hat, und daher diesen Leute auch noch zuarbeitet!

    Ganz nebenbei muß ich mich dann auch noch fragen, wieso ein Mehrverkauf von Gütern automatisch höhere Preise beinhalten muß?
    Man hat doch schon Mehreinnahmen durch den Mehrverkauf.
    Aber wahrscheinlich ist es mit der Gier wie mit der Dummheit. Sie ist grenzenlos!

  • Wenn man den Flächenverbrauch für die Belieferung von Biogasanlagen sieht, muss sich keiner wundern, dass die Lebensmittelpreise in unserem Land weiter massiv steigen werden und dass der Monokultur mit allen negativen Konsequenzen Tor und Tür geöffnet sind! Friedrich hätte viel zu tun, aber nach der Beendigung der NSA-Affäre traue ich ihm nichts zu. Leider.

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