Wenig Verbesserung
Bildungsbericht: Deutschland fällt zurück

Deutschland fällt im internationalen Vergleich der Bildungssysteme weiter zurück. Dies ist das Ergebnis des OECD-Bildungsberichts 2006. Der neue Bericht bescheinigt Deutschland zwar einige Verbesserungen bei der Bildung, dennoch lässt das Reformtempo noch immer zu wünschen übrig.

BERLIN. Deutschland fällt im internationalen Vergleich der Bildungssysteme weiter zurück. Dies ist das Ergebnis des OECD-Bildungsberichts 2006, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Der Bericht hat die Entwicklung der Bildungssysteme der 30 größten Industrienationen analysiert. Er wird heute in mehreren Hauptstädten veröffentlicht.

Der neue Bericht bescheinigt Deutschland zwar wie auch im Vorjahr einige Verbesserungen bei der Bildung. Dies gelte vor allem für die Einführung der neuen gestuften Studienabschlüsse Bachelor und Master, mit denen schneller als bisher ein berufsqualifizierender Abschluss an den Hochschulen erworben werden kann. Da aber andere Industrienationen ein deutlich höheres Reformtempo bei der Bildung an den Tag legten, falle Deutschland im internationalem Vergleich in vielen Feldern weiter zurück.

So büße Deutschland bei den jüngeren Menschen zwischen 25 und 35 Jahren seinen bisherigen Spitzenplatz bei den Sekundar-II-Abschlüssen ein. Zwar hätten in dieser Altersgruppe immerhin 85 Prozent entweder das Abitur erworben oder eine Lehre abgeschlossen (OECD-Schnitt 77 Prozent). Doch könnten in dieser einstigen Bildungsdomäne der Deutschen inzwischen zwölf andere OECD-Staaten noch deutlich bessere Werte aufweisen, darunter auch die Nachbarländer Österreich, Schweiz und Dänemark, aber auch Korea, Japan, Tschechien und die Slowakei.

Die Vize-Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marianne Demmer, sagte der „Tageszeitung“, die Zeiten, in den Deutschland mit seiner Berufsbildung für die Industriegesellschaft die Nase vorn hatte, seien vorbei. Für die Wissensgesellschaft würden heute andere Qualifikationen verlangt. „Deutschland stagniert seit Jahren während andere Länder an uns vorbeiziehen - indem sie mehr Menschen zum Hochschulabschluss bringen.“

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