Weniger ankommende Flüchtlinge
Berg der unerledigten Asylanträge wächst weiter

Die Zahl der ausstehenden Asylanträge steigt weiter, rund 460.000 sind immer noch unerledigt. Dagegen hat sich die Zahl der neuankommenden Flüchtlinge in Deutschland auf einem niedrigen Niveau eingependelt.

BerlinDie Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge hat sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau eingependelt: Im Mai wurden ähnlich wie im Vormonat rund 16.000 Neuzugänge im Easy-System registriert, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Im Mai waren es 16.281, etwas mehr als im April (15.491). Im Easy-System werden die Flüchtlinge zur Verteilung auf die Bundesländer erstmals registriert.

Die meisten Flüchtlinge kamen aus Syrien, ihre Zahl betrug 2685. Es folgten Afghanistan mit 2289, Irak mit 1355, Russland mit 1260 und Iran mit 642 Flüchtlingen. Die nordafrikanischen Staaten und die Westbalkan-Länder waren nicht unter den ersten Plätzen.

Rückläufig war im Mai die Zahl der Asylanträge, die beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gestellt wurden: Sie sank gegenüber April um 9,3 Prozent auf 55.259. Dennoch: Der Berg unerledigter Asylanträge wächst weiter. Denn gegenüber dem Vorjahresmonat stellt dies einen drastischen Anstieg dar – und zwar um fast 113 Prozent.

Entschieden worden sei über die Anträge von knapp 36.500 Personen. Auch dies ist mehr als doppelt soviel (117 Prozent) wie noch vor einem Jahr. Doch bei der Behörde stapeln sich fast 460.000 Anträge. Dies sind noch einmal 27.600 mehr als im April.

Von Januar bis Mai stellten knapp 310.000 Personen in Deutschland einen Asylantrag. Obwohl nach der Schließung der Balkanroute weniger Menschen ins Land kommen, ist dies ein Anstieg um 118 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die hohe Zahl erklärt sich zum großen Teil dadurch, dass viele Migranten schon seit Monaten im Land sind und erst jetzt einen Antrag stellen können. Das BAMF hat dazu erheblich mehr Personal erhalten.

Auch bei den Registrierungen in den Erstaufnahmezentren der Länder hat es einen Rückstau gegeben. Daher liegen diese sogenannten Easy-Zahlen, wonach im Mai 16.281 Flüchtlinge registriert wurden, weiterhin deutlich über den durch die Bundespolizei festgestellten Einreisen. Nach deren Angaben kamen im Mai 4470 Migranten bundesweit über die Grenze – im Schnitt 144 am Tag.

Die mit deutlichem Abstand meisten Asylantragsteller kamen in den ersten fünf Monaten aus Syrien (26.250), gefolgt von Irakern (6960) und Afghanen (5890). Stark abgenommen haben die Anträge von Menschen aus den sechs Westbalkanstaaten, von denen im Mai nur noch Albanien unter den zehn Top-Herkunftsländern war. Von Menschen aus den sechs Ländern, die Deutschland als sicher eingestuft hat, stammten im Mai 5,3 Prozent (2900) aller Asylanträge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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