Weniger Arbeitslose, mehr Jobs
Starker Job-Bericht erwartet

Der Frühjahrsaufschwung hat sein Pulver in diesem Jahr schon früh verschossen. Dennoch geht die Arbeitslosigkeit im Juni weiter zurück. Arbeitsmarktexperten konstatieren aber nur „eine durchschnittliche Entwicklung“.
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Nürnberg Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung von Experten im Juni weiter verbessert - allerdings war die Entwicklung nicht besonders dynamisch. Volkswirte, die die Nachrichtenagentur dpa befragt hat, rechneten mit einem Rückgang um knapp 70.000 Jobsucher - damit wären aktuell etwa 2,8 Millionen Menschen bundesweit ohne Stelle.

Zugleich suchen die Unternehmen weiterhin viele Mitarbeiter: Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg im Juni um 3 auf 153 Punkte. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten gibt die BA heute bekannt.

„Durchschnittliche Entwicklung“

„Im Juni hatten wir eine durchschnittliche Entwicklung“, erläuterte Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut. Der Frühjahrsaufschwung habe sich nicht mehr spürbar bemerkbar gemacht, da er in diesem Jahr wegen des milden Winters bereits in den Vormonaten zum Tragen gekommen sei. Zugleich seien die Auswirkungen der Konjunktur auf den Arbeitsmarkt derzeit nicht besonders kräftig. Hinzu kommt: „Wir sind auf einem so hohen Niveau, dass wir stark fallende Arbeitslosenzahlen wohl nicht mehr zu erwarten haben“, wie Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank ergänzte.

„Insgesamt haben wir nach wie vor einen sehr robusten Arbeitsmarkt“, betonte Rolf Schneider von der Allianz. Der nachlassende Schwung der Konjunktur dürfte sich jedoch in den kommenden Monaten auf die Schaffung neuer Stellen auswirken. „Der sehr kräftige Beschäftigungsanstieg wird sich wahrscheinlich abschwächen, weil die Konjunktur im zweiten und dritten Quartal nicht mehr ganz so kräftig ist wie zu Jahresanfang.“

BA erwartet hohen Kräftebedarf

Die BA betonte am Montag dennoch: „Die anhaltende positive wirtschaftliche Grundstimmung und die an sich optimistischen Einschätzungen der Unternehmen lassen auch für die kommenden Monate einen hohen Kräftebedarf erwarten.“ Auch die ausgesprochen hohe Beschäftigung sorge dafür, dass die Unternehmen viele Mitarbeiter suchten, weil durch Arbeitsplatzwechsel immer wieder Stellen nachbesetzt werden müssen.

Gegenüber dem Vorjahresmonat lag der BA-X, der auf den aktuellen bei der BA gemeldeten Stellengesuchen beruht, im Juni um 6 Punkte im Plus. Knapp drei Viertel aller Branchen benötigten mehr Mitarbeiter als vor einem Jahr. Auch in der Zeitarbeit ist die Nachfrage seither gestiegen - derzeit kommen 29 Prozent der gemeldeten offenen Stellen aus diesem Bereich. Im Handel, auf dem Bau, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Hotellerie und Gastronomie, Öffentlichem Dienst und Unternehmensverwaltungen werden ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter gesucht.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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