Weniger Einnahmen
Rote Ampel für die Maut

An sich will Rot-Grün die Lastwagen-Maut auch auf normale Autos ausdehnen. Aber Verkehrsminister Ramsauer hat schon alle Mühe, die jetzige Maut überhaupt aufrechtzuerhalten. Gutachter stellen fest: Sie ist viel zu hoch.
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DüsseldorfVerkehrsminister Peter Ramsauer steckt mit seinem wichtigsten Einnahme-Projekt in einer Sackgasse: der LKW-Maut. Nach Informationen von Handelsblatt Online aus Kreisen der Beteiligten ergeben erste Berechnungen von Gutachtern, dass die Maut für Lastwagen vom nächsten Jahr an deutlich gesenkt werden müsste. Grund sind die niedrigeren Zinsen, die zu niedrigeren Baukosten führen. Ramsauer hatte allerdings auf den umgekehrten Effekt gehofft: Er will die Maut anheben, um das marode Straßennetz in Deutschland sanieren zu können. Das Verkehrsministerium wartet deswegen jetzt eine neue Berechnung der Gutachter ab und hofft darauf, dass klare Vorgaben auch zum gewünschten Ergebnis führen.

Die Maut für Lastwagen wird alle vier Jahre auf Grundlage eines sogenannten Wegekostengutachtens berechnet. Das Gutachten wird derzeit von einem Team um Hans-Wilhelm Alfen erstellt, Professor für Betriebswirtschaftslehre im Bauwesen an der Universität Weimar und geschäftsführender Gesellschaft eines Beratungsunternehmens, das für das Verkehrsministerium arbeitet.

Die Wissenschaftler sollen Instandhaltungs- und Investitionskosten für Deutschlands Autobahnen berechnen und dazu „externe Effekte“ berücksichtigen wie beispielsweise die Umweltbelastung durch den Lastwagenverkehr. Die Ausgaben hierfür zusammengezählt ergeben die Wegekosten, aus denen dann die Maut abgeleitet wird.

Der Bund erhebt seit 2005 die Lkw-Maut auf Autobahnen. Seither hat er damit rund 30 Milliarden Euro eingenommen. Das Geld fließt in den Bundeshaushalt und dann zum größten Teil weiter in den Verkehrsetat. Bundesverkehrsminister Ramsauer braucht das Geld, um die Straßen in Schuss zu halten. Durchschnittlich 16,4 Cent zahlt ein Lastwagenfahrer derzeit pro Kilometer. Der Betrag sinkt seit einigen Jahren, weil die Höhe der Maut an den Schadstoffausstoß gekoppelt ist und die Lastwagen immer weniger Abgase produzieren.

Ramsauers Probleme werden dadurch nicht kleiner, denn das Straßennetz ist schon jetzt marode. „Das deutsche Straßennetz wird von Jahr zu Jahr älter und älter“, kritisiert beispielsweise Stefan Kooths, Wissenschaftler vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel, in einer aktuellen Studie aus diesem Monat. Seit zehn Jahre reichten die staatlichen Investitionen nicht einmal mehr aus, um den jährlichen Verschleiß zu beheben. Waren die Straßenbeläge in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre im Schnitt 20 Jahre alt, so sind es heute bereits 26 Jahre. Entsprechend hoch ist der Investitionsbedarf und entsprechend hoch sollen die Mauteinahmen und damit die ihnen zugrundeliegende Wegekostenpauschale ausfallen.

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Ramsauer droht dreifaches Übel

Kommentare zu "Rote Ampel für die Maut"

Alle Kommentare
  • Hallo @Fredi,

    fast alle Bürger u. ich würden es begrüßen, wenn mehr Güter und Personenverkehr über die Bahn laufen würden (ausgenommen die Anwohner im Rheintal bzw. direkt an den Bahnlinien).

    Ein ungelöstes Problem:
    Die Bahn ist leider viel zu teuer und bedauerlicherweise so langsam wie ein ehem. Staatsunternehmen in der DDR.

    Da die Bahnpreise trotz teilweiser Subvention noch immer zu hoch sind, fahren nun zum fast halben Preis Überlandbusse durch Deutschland. Dies zeigt eindeutig, dass mit der Bahn etwas nicht stimmt, was viele Bürger, Sie und ich bedauern.

    Wäre die Bahn konkurrenzlos günstig und stets praktikabel, wären in der neuen Welt (USA etc.) riesige Bahnstrecken vorhanden.

  • nastrowje
    Sie bringen es endlich auf den Punkt.
    Es geht den Grünen, die das wollen, nicht nur um Geld, sondern, genau wie Sie sagen, um die totale Überwachung

  • mondahu+
    die Frage ist dumm.
    Man findet den Job nicht immer vor der Haustür.
    Ich bin jahrelang jeden Morgen und Abend 80 km gefahren
    Das heißt schlicht und ergeifend eben früh raus

  • Fredi
    das hben die Grünen in ihren Anfängen gefordert.
    Abr die einst grüne Bewegung gibt es nicht mehr
    Die heutigen Grünen sind die neuen Faschisten. Den Bürgern gängeln wo es geht, das ist ihr Programm und sonst nichts

  • Ausgerechnet RAMSAUER spricht von MAUT, obwohl er vor einiger Zeit sich über "denglish" negativ ausgelassen hat.
    Scheint, dass er selber nur über begrenzte Deutschkenntnisse verfügt.

  • im Juni will die EU eine gesetzliche grundlage bekannt geben für die PKW Maut. Ich denke, man wird es über die EUDSSR den Staaten aufdrücken umzusetzen. Diese werden die natürlich auch tun, ist ne abgekarterte Sache: Die EU hat es ja dann zur Pflicht gemacht. Es soll die elektronische überall werden (Lobbyismus) mit Totalüberwachung einheitlich. Da ich nicht bereit bin 80% meines Einkommens nur noch an die EUDSSR und BRDDR abzudrücken, muss ich das land und die Zone dann verlassen. Ist mir finanziell einfach dann zuviel geworden mit der Abzocke.

    geplant sind ca. 17 Cent pro km zum Einstieg, Stufenweise soll das zu Hauptverkehrszeiten auf bis zu 40 Cent steigen. Das wird ne Direktive der EU, im Juni 2013 soll der Erlass kommen.

    ich denke, es geht nur um Abzocke, man muss ja die Bankenrettungen und alles bezahlen. In Spanien gehen die privaten Autobahnen schon Pleite: spanier haben kein Geld mehr zum Autofahren. Kommt hier auch noch.

    Der Irrtum besteht darin das man denkt, Konsumenten und Arbeitnehmer könnten Dukaten scheißen und das alles immer bezahlen. Diese haben aber auch kein Geld mehr.

    Nebenbei macht man die Zone damit endgültig zum Kartoffelacker. Was morgenthau nichtb gelungen ist, wird dann zur Agenda: alles hängt an Mobilität. Wenn man die stark verteuert, dann geht das zu Lasten auf andere Wirtschaftssektoren, weil dann weniger konsumiert wird, geht ja an den Staat. Auch PKW werden weniger abgesetzt werden. Ein Teil der Bevölkerung wird von Mobilität abgekoppelt.

    glaubt einer, es wird dann mehr im ÖPNV investiert? Ich nicht. Es gibt in vielen Gegenden einen Mangel an Busfahrern, die Investitionen sind ebenfalls hoch und Kommunen haben kein Geld mehr.

    die KFZSteuer würd wohl auch nicht ganz wegfallen. Der Konsument kann sein Geld nur einmal ausgeben: er wird schon angehalten fürs Alter zu sparen, etc.

    mal gucken, wo die Leute sparen werden.

  • "Es wäre so einfach. Im Gegenzug Absenkung der KFZ Steuer und schon hätten wir Zusatzeinnahmen und gerechtere Verteilung der Kosten der die die Straßen nutzen."
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    Absenkung der KFZ-Steuer im Gegenzug? Glauben Sie allen Ernstes daran? Das endet damit, daß wir die KFZ-Steuer UND die Maut haben. Vergessen Sie nicht: Der Staat ist ein gieriger Moloch, der NIEMALS genug hat! Und schauen Sie sich mal meine Rechnung weiter oben an: Die Belastung der Straßen durch PKWs ist de facto gleich Null!

  • DE will aber elektronische Maut, nicht Pickerl.

    die Denken, dass die Deutschen mit ihren stagnierenden Löhnen noch Geld übrig haben. Ich seh das eher als Strafsteuer auf Arbeit an. Ein Hartzer hat keine Fahrkosten. Nicht jeder hat Zeit, 4 Std. Bahn zu fahren und ÖPNV.

    machen wir uns doch nichts vor: wenn noch ne Maut kommt, dann gibt man in DE bis zu 80% seines Einkommens an den Staat ab. Dann kann man sich nchts mehr leisten, wird alles absorbiert für Lebenshaltungskosten, Mobilität, Fahrwege.

    ich hab dann nichts mehr übrig für: Familiengründung, Altersrücklage bilden, Hauskauf. Dann kann ich auch endgültig auswandern, mir wird es hier zu teuer.

  • "Ein PKW belastet die Straßen, so hab' ich's jedenfalls mal gelesen, zu einem 120-stel eines 40 Tonners."
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    Die Milchmädchenrechnung sieht noch viel schlimmer aus, denn der Faktor 120 stimmt nicht.
    Die Belastung der Straße läuft nach der 4. Potenz der Achslast.
    Eine typische PKW-Achslast liegt bei vielleicht 700 kg, die eines wirtschaftlich fahrenden, also voll ausgelasteten 40-Tonners bei 8000 kg. 8000/700=11,4, das ganze hoch 4 ergibt ~17000. Ein Sattelzug hat gewöhnlich 5 Achsen, der PKW 2, macht noch mal einen Faktor 2.5, ergibt einen Gesamtfaktor von ~43000. Das bedeutet, daß ein vollgeladener LKW die Straßen rund 43000-mal so stark belastet wie ein PKW und da sind die gröberen Ablaufeigenschaften von LKW-Reifen noch nicht mal mit drin.
    Man könnte es auch anders ausdrücken:
    Der PKW-Verkehr ist für die Belastung der Straßen und Autobahnen vollkommen irrelevant und eine darauf basierende Argumentation pro PKW-Maut eine simple, dreiste Abzockerforderung, wie sie sich unsere lieben Politker alle Nase lang leisten!
    Eine gerechte PKW-Maut b3trüge also 16 Cent/43000 oder 0.000372 ct/km. Bei Ihren 20000 km BAB pro Jahr wären das dann 7.44 ct in einem Jahr. Da die Sozen ja Großzügigkeit gegenüber dem Staat fordern, würde ich vorschlagen, 8 ct. in 1ct-Stücken beim Finanzamt abzugeben, gegen Quittung selbstverständlich! :-)

    Will sagen, immer wenn man glaubt, die Politiker könnten nicht noch dümmer, kommt's noch dümmer resp. dummdreister!

  • Herzlichen Glückwunsch: Die PKW Maut soll nachher nämlich zwischen 15 und 40 Cent pro km betragen. 170 km pro Tag x 5 Tage und das rechnen sie sich jetzt mal hoch auf ihre Jahresfahrleistung. Sie werden der große Gewinner der PKW Maut sein. Vielleicht sollten sie sich schon mal arbeitslos melden und ins Hartz IV Nest setzen.

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