Weniger Polizei bei Fußballspielen
Jäger nicht allein auf weiter Flur

Grätsche gegen NRW-Innenminister Ralf Jäger: Fast alle Länderkollegen lehnen seinen Vorstoß ab, weniger Polizei bei absehbar friedlichen Bundesligaspielen einzusetzen. Doch es kommen erste Unterstützer aus der Deckung.
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DüsseldorfDie Fußball-Bundesliga ist in der Sommerpause – und dennoch im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Den Landesregierungen sind die Polizeieinsätze rund um die Spiele der deutschen Profi-Klubs zu teuer. Doch wie lassen sich die Kosten senken? Bremen war als Erstes vorgeprescht: Der klamme Stadtstaat will seinen Bundesligisten für Polizeieinsätze zur Kasse bitten. Der Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen, Heimat zahlreicher Profi-Klubs: Weniger Polizei bei absehbar friedlichen Bundesligaspielen.

Und der Vorstoß von NRW-Innenminister Ralf Jäger findet Unterstützer. „Ich begrüße die Initiative aus Nordrhein-Westfalen ausdrücklich. Wir sind doch aufgerufen, die Steuermittel möglichst effizient einzusetzen. Dazu gehört sehr sorgfältig zu schauen, wie groß das Konfliktpotenzial ist und die Einsatzstärke der Polizei anzupassen“, sagte der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) gegenüber dem Handelsblatt. Außerdem sei in den Gesprächen der Länder mit der Deutschen Fußballliga (DFL) beschlossen worden, mehr Geld für Präventionsprojekte zur Verfügung zu stellen.

„Wir begrüßen dieses Projekt“, sagte Michael Gabriel, Leiter der Koordinierungsstelle der Fanprojekte in Deutschland (KOS) am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben immer gefordert, dass mehr Verantwortung auf die Fanszene übergeht.“ Er ist sich sicher, dass die Fans dieser Verantwortung gerecht würden. „Wir wissen aus Erfahrung: Eine zurückhaltende, auf Kommunikation ausgerichtete Polizeistrategie ist genau der richtige Weg.“

Das sei wissenschaftlich gestützt. „Eine solche flexiblere Strategie wird der Dynamik rund um einen Spieltag gerecht. Denn umgekehrt kann eine große Polizeipräsenz manchmal Entwicklungen auslösen, die eben nicht der Sicherheit dienen.“ Diese veränderte polizeiliche Einsatzstrategie in NRW gehe auch auf die vielen Gespräche zurück, die es im Netzwerk unter anderem mit Fanprojekten und -Organisationen gegeben habe.

Begrüßt wird das NRW-Projekt auch von Gunter A. Pilz. „Ich glaube, dass das genau der richtige Weg ist – vorausgesetzt, er wird begleitet von einer intensiven Bemühung um Dialog und Gespräche mit den Fans“, sagte der bekannte Fanforscher dem Onlinedienst „web.de“. „Also die Gleichung „Mehr Polizei ist gleich mehr Sicherheit“, die geht nicht auf. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das sogar ins Gegenteil schlagen kann. Mehr Polizei heißt auch mehr Probleme.“

Jäger will die neue Strategie zunächst an vier Spieltagen testen. Das Pilotprojekt sieht vor, dass bei Partien der ersten Ligen, in denen in der Vergangenheit alles friedlich geblieben ist, die Polizeikräfte minimiert und die Polizeibegleitung von Fan-Bussen auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion eingestellt wird.

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„Der Weg zum Stadion ist das Gefährliche“

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  • Zielführend ist allein das Modell Bremen. Wer konfliktträchtige kommerzielle Veranstaltungen geschäftsmässig organisiert soll auch für die Sicherheit sorgen und bezahlen. Das man für den Fussball-Zirkus schon per GEZ-Zwangsgebühr zahlen muss ist schlimm genug. Und ja, die Fussballveranstalter können es sich leisten, da muss man nicht auch noch anteilig bei der Putzfrau und dem Lagerarbeiter abkassieren.

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