Weniger Zuwanderer
Deutlich mehr Sterbefälle als Geburten

Erstmals seit fünf Jahren ist die Bevölkerungszahl in Deutschland wieder geschrumpft. Gemessen an der Gesamteinwohnerzahl von 82,532 Millionen fällt der Rückgang um rund 5 000 Menschen für das Jahr 2003 jedoch noch gering aus.

ap WIESBADEN. Gründe für die Abnahme sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, dass deutlich weniger Menschen geboren wurden als starben und dass dieses Defizit nicht wie in den Vorjahren durch Zuwanderer ausgeglichen wurde.

2003 starben rund 147 000 Menschen mehr als geboren wurden. Es gibt zwar schon seit 1991 in Deutschland pro Jahr mehr Sterbefälle als Geburten. Doch noch nie seit der Wiedervereinigung sei die Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten so groß gewesen wie im Vorjahr, so die Statistiker. 2002 habe das Defizit noch 122 000 betragen. Den geringsten Sterbefallüberschuss gab es 1997 mit 48 000. Auch in Zukunft wird die Zahl ansteigen: Für 2013 sehen die Statistiker das Geburtendefizit bei über 230 000. Zwar bleibt die Geburtenrate konstant. Jedoch sinkt die Zahl potenzieller Eltern, weil in Deutschland seit 1972 mehr Menschen sterben als geboren werden.

Das Defizit zwischen Geburten und Sterbefällen wurde 2003 auch nicht mehr durch den Zuwanderungsüberschuss von rund 143 000 Menschen ausgeglichen. Im vergangenen Jahr zogen 602 000 Ausländer nach Deutschland, rund neun Prozent oder 57 000 weniger als ein Jahr davor. Gleichzeitig kehrten 499 000 Ausländer Deutschland den Rücken. Der Zuwanderungsüberschuss bei den Ausländern war damit rund ein Drittel geringer als 2002. Auch der Zuwanderungsüberschuss von Deutschen sank – um 40 Prozent auf 40 000 Personen.

Während die Bevölkerungszahl in allen ostdeutschen Ländern und im Schnitt um 0,7 Prozent zurückging, stieg sie im Westen ohne Berlin im Schnitt um 0,1 Prozent. In Berlin selbst nahm die Einwohnerzahl um 0,1 Prozent ab. Im Westen verzeichnete das Saarland als einziges Bundesland einen Rückgang (minus 0,3 Prozent). Die stärkste Abnahme im Osten gab es in Sachsen- Anhalt (minus ein Prozent).

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