Deutschland

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Wer auf die Liste kommt: Von Spezialisten, Hinterbänklern und Ministrablen

Landesparteitage in der ganzen Republik feilen derzeit an den Listen für die Bundestagswahl 2013. Ein guter Platz entscheidet über Wohl und Wehe des Kandidaten. Bei den kleinen Parteien geht es jetzt schon um alles.

Auf das Votum der Delegierten kommt es bei den Landesparteitagen an. Quelle: dpa
Auf das Votum der Delegierten kommt es bei den Landesparteitagen an. Quelle: dpa

DüsseldorfMichael Kosz nennt drei Typen Politiker, die auf keiner Landesliste fehlen: den Spezialisten, den Hinterbänkler und den Ministrablen. „Der erste ist Experte auf einem ganz bestimmten Gebiet und macht sich durch diese Sachkenntnis unentbehrlich – selbst wenn er sich nur selten im Wahlkreis blicken lässt“, sagt Michael Kosz, Politikwissenschaftler an der Universität Potsdam. „Der zweite Typ ist vor Ort präsent und bekannt, er ist am Bratwurststand zu finden und im Schützenzelt – für diese Wahlkreisarbeit wird er mit einem Listenplatz belohnt.“ Der Ministrable wiederum habe sich als Bundespolitiker einen Namen und somit unverzichtbar gemacht.

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Diese drei Landeslistentypen werden bei der Nominierung der Kandidaten nun noch nach Proporz platziert: Zu allererst nach Regionen. Westfalen und Rheinländer, Badener und Württemberger. Weitere Quoten können Geschlecht, Alter, Religion sein.

FDP-Fraktion Die Angst ist gelb

Bei den Landesparteitagen kämpfen die FDP-Größen derzeit um die besten Listenplätze

„Wie ausgeprägt der Proporzgedanke ist, hängt stark vom jeweiligen Selbstverständnis der Partei an“, sagt Kosz. Die Grünen haben ihren Mann-Frau-Wechsel festgeschrieben, während beispielsweise die CSU ein größeres Augenmerk auf die gleichmäßige Verteilung von Franken und Bayern, sprich Protestanten und Katholiken legt.

Ein guter Listenplatz entscheidet bei den kleinen Parteien über das politische Wohl und Wehe der jeweiligen Kandidaten. Ihre Chance über die Erststimme einen Wahlkreis zu gewinnen und als Direktkandidat ins Parlament einzuziehen liegen nämlich bei nahezu Null. Daher brauchen die Bewerber von FDP, Grünen, Linken und Piraten einen guten Listenplatz, der es ihnen ermöglicht über die Zweitstimmen ein Mandat zu ergattern.

Letzte Wochen Diese Politiker treten nicht wieder an

Franz Müntefering (72), ein Genosse wie aus dem Bilderbuch, hat lange genug dem Parlament angehört um sagen zu können: Jetzt reicht es. Seine wichtigsten Posten: Vizekanzler, Arbeitsminister, Verkehrsminister, Fraktionsvorsitzender. Ganz wird der Kontakt aber nicht abreißen: Aller Voraussicht nach wird nämlich seine Frau Michelle in den Bundestag einziehen. Als SPD-Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Bochum/Herne II hat sie beste Chancen.

Bild: Reuters

Dieses Verhältniswahlrecht mit einer Personalisierung durch die Direktwahl gibt es in Deutschland seit Bestehen der Bundesrepublik. Listen wurden hierzulande jedoch schon während der Weimarer Republik aufgestellt. „Damals gab es noch ein reines Listensystem“, sagt Kosz. Das sei zwar sehr gerecht, aber auch problematisch gewesen, da das Parlament sehr heterogen besetzt wurde. In Großbritannien dagegen gibt es nur die Direktwahl. In jedem Wahlkreis gewinnt der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. „Dieses First-past-the-post-System ermöglicht klare Mehrheitsverhältnisse“, sagt Kosz. „Für diesen politischen Vorteil nehmen die Engländer in Kauf, dass ihr Wahlsystem ungerechter ist als die Proporzwahl.“

Die junge Bundesrepublik wiederum hat einen Mittelweg gewählt und Elemente aus dem englischen und dem Weimarer Modell vereint.

 

  • 30.11.2012, 18:27 UhrSayTheTruth

    Herr Gröhe ist einfach emotionslos und Merkels "Vollstrecker". Das ist so simple wie peinlich.

    Das "Umkrempeln" Europas solle ja durch wegmobben der Männer erleichtert werden. Das ist so offensichtlich wie klar !
    Alles was nicht männlich, nicht deutsch und nicht hetero ist wird gefördert. Also Migranten Frauen Schwule sind ständig bei den "programmierten" Jounalist(Innen) auf der Tagesordnung. Männer werden weggeredet.

    Die neue "Merkel-Welt" in Europa ist schwul, weiblich und konsequent ausländisch. Das genau ist das Motto der Grünen von der "durchgerührten Welt".

    Die CDU hat nicht die Kraft und nicht den Willen sich dagegen aufzulehnen.

    Die Männer werden immer unterschwellig als gewalttätig und Nazi-lastig stigmatisiert, nicht umsonst köchelt das V-Leute-NSU-Theater seit Monaten in den Medien und auch die Motorrad-Clubs werden angeprangert. Das wird immer weiter getrieben von den Journalist(Innen), die im Auftrage der Chefredakteure die Gehirne der Deutschen verdrehen. Es geht nur gegen die westlichen Männer.

    Mann sein ist schon unterschwellig peinlich, wenn man nicht schwul ist -- oder wo wollt ihr uns hinhaben ??

    Jetzt wird nochmals gefilter, ob ab 2013 wirklich "widerstandslose" Abgeordnete zur Wahl stehen, die verlässlich Hand hochheben - wenn Fraktion mit der Peitsche knallt.

    Die Direkt-Kandidaten sind ja in der Unterzahl im Parlament in Berlin. Viel schlimmer ist die vom Volk nicht beeinflussbare Anzahl Abgeordnete aus den "Partei-Listen". Dort treiben sich 20 bis 30 Jahre lang die gleichen Leute rum (Posten-Geschacher) wer noch FETTE Pension verdient hat und "willenlos" die Hand hebt. Mit Demokratie nichts zu tun - nein - das genau zerstört sie !!

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