
DüsseldorfMichael Kosz nennt drei Typen Politiker, die auf keiner Landesliste fehlen: den Spezialisten, den Hinterbänkler und den Ministrablen. „Der erste ist Experte auf einem ganz bestimmten Gebiet und macht sich durch diese Sachkenntnis unentbehrlich – selbst wenn er sich nur selten im Wahlkreis blicken lässt“, sagt Michael Kosz, Politikwissenschaftler an der Universität Potsdam. „Der zweite Typ ist vor Ort präsent und bekannt, er ist am Bratwurststand zu finden und im Schützenzelt – für diese Wahlkreisarbeit wird er mit einem Listenplatz belohnt.“ Der Ministrable wiederum habe sich als Bundespolitiker einen Namen und somit unverzichtbar gemacht.
Diese drei Landeslistentypen werden bei der Nominierung der Kandidaten nun noch nach Proporz platziert: Zu allererst nach Regionen. Westfalen und Rheinländer, Badener und Württemberger. Weitere Quoten können Geschlecht, Alter, Religion sein.
„Wie ausgeprägt der Proporzgedanke ist, hängt stark vom jeweiligen Selbstverständnis der Partei an“, sagt Kosz. Die Grünen haben ihren Mann-Frau-Wechsel festgeschrieben, während beispielsweise die CSU ein größeres Augenmerk auf die gleichmäßige Verteilung von Franken und Bayern, sprich Protestanten und Katholiken legt.
Ein guter Listenplatz entscheidet bei den kleinen Parteien über das politische Wohl und Wehe der jeweiligen Kandidaten. Ihre Chance über die Erststimme einen Wahlkreis zu gewinnen und als Direktkandidat ins Parlament einzuziehen liegen nämlich bei nahezu Null. Daher brauchen die Bewerber von FDP, Grünen, Linken und Piraten einen guten Listenplatz, der es ihnen ermöglicht über die Zweitstimmen ein Mandat zu ergattern.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (47) zieht es zurück in die Heimat. Die CSU-Politikerin wechselt im kommenden Herbst in die bayrische Landespolitik. Kühestreicheln wie hier auf einer Alm bei Kreuth am Tegernsee gehören dann zur Imagepflege. Schließlich heißt es, Aigner würde gerne in den Fußstapfen von Ministerpräsident Horst Seehofer treten.

Franz Müntefering (72), ein Genosse wie aus dem Bilderbuch, hat lange genug dem Parlament angehört um sagen zu können: Jetzt reicht es. Seine wichtigsten Posten: Vizekanzler, Arbeitsminister, Verkehrsminister, Fraktionsvorsitzender. Ganz wird der Kontakt aber nicht abreißen: Aller Voraussicht nach wird nämlich seine Frau Michelle in den Bundestag einziehen. Als SPD-Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Bochum/Herne II hat sie beste Chancen.

Die Grünen-Politikerin Kerstin Müller (49) ist seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestags. Bei der nächsten Wahl tritt sie nicht noch einmal an. Ihre Begründung: Ich möchte Platz für Jüngeren machen. Was gelingen wird: Aus Müllers Heimat Köln wird Katharina Dröge nachrücken, die von ihrem Landesverband einen sicheren Listenplatz bekommen hat. Dröge ist 28 Jahre alt.

Der Finanzexperte der FDP hätte gerne weitergemacht, doch die Basis verweigerte Hermann Otto Solms einen Spitzenplatz auf der Landesliste. In Hessen unterliegt der 72-Jährige, der seit 1998 Bundestagsvizepräsident ist, bei der Kampfkandidatur dem sozialpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb. Anschließend erklärte Solms seinen Rückzug.

Mit Wolfgang Thierse (69) verlässt ein alter Bekannter das Parlament. Von 1998 bis 2005 war der SPD-Politiker mit dem markanten Bartwuchs Präsident des Deutschen Bundestags, seit 2005 ist er Vizepräsident. Stark ist sein Engagement gegen Rechtsextremismus.

Nach 19 Jahren als Bundestagsabgeordneter hat auch Ruprecht Polenz (66) genügend Sitzungen und Abstimmungen hinter sich gebracht. Er ist seit 2005 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Kurios war jedoch sein Kurzauftritt als CDU-Generalsekretär – den Job hatte er nämlich nur von April bis November 2000 inne.

Hier führt der Parteichef das Wort: Von 1995 bis 2001 war Wolfgang Gerhardt (68) der Bundesvorsitzende der FDP. Seit 1994 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags, jetzt reicht es auch dem Liberalen aus Ulrichstein-Helpershain.

Als Michael Glos (67) 2005 zum Bundeswirtschaftsminister berufen wurde fühlte er sich überrumpelt wie der CSU-Politiker später bekannte. Im Februar 2009 bat Glos Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell um seine Entlassung, sein Nachfolger wurde ein gewisser Karl-Theodor zu Guttenberg. Im kommenden Herbst verlässt Glos auch den Bundestag, dem er sei 1976 angehört.

Heidemarie Wieczorek-Zeul (70) war von 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Seit 1987 gehört die Genossin mit Spitznamen „Rote Heidi" dem Parlament an. Mit dem CSU-Kollegen Glos verbinden sie...

...einige gemeinsame Auftritte wie hier bei einer Pressekonferenz in Berlin. Gemeinsam ließen sie sich im Dezember 2005 zu den Ergebnissen der 6. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong ausfragen.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (47) zieht es zurück in die Heimat. Die CSU-Politikerin wechselt im kommenden Herbst in die bayrische Landespolitik. Kühestreicheln wie hier auf einer Alm bei Kreuth am Tegernsee gehören dann zur Imagepflege. Schließlich heißt es, Aigner würde gerne in den Fußstapfen von Ministerpräsident Horst Seehofer treten.
Dieses Verhältniswahlrecht mit einer Personalisierung durch die Direktwahl gibt es in Deutschland seit Bestehen der Bundesrepublik. Listen wurden hierzulande jedoch schon während der Weimarer Republik aufgestellt. „Damals gab es noch ein reines Listensystem“, sagt Kosz. Das sei zwar sehr gerecht, aber auch problematisch gewesen, da das Parlament sehr heterogen besetzt wurde. In Großbritannien dagegen gibt es nur die Direktwahl. In jedem Wahlkreis gewinnt der Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinen kann. „Dieses First-past-the-post-System ermöglicht klare Mehrheitsverhältnisse“, sagt Kosz. „Für diesen politischen Vorteil nehmen die Engländer in Kauf, dass ihr Wahlsystem ungerechter ist als die Proporzwahl.“
Die junge Bundesrepublik wiederum hat einen Mittelweg gewählt und Elemente aus dem englischen und dem Weimarer Modell vereint.

Herr Gröhe ist einfach emotionslos und Merkels "Vollstrecker". Das ist so simple wie peinlich.
Das "Umkrempeln" Europas solle ja durch wegmobben der Männer erleichtert werden. Das ist so offensichtlich wie klar !
Alles was nicht männlich, nicht deutsch und nicht hetero ist wird gefördert. Also Migranten Frauen Schwule sind ständig bei den "programmierten" Jounalist(Innen) auf der Tagesordnung. Männer werden weggeredet.
Die neue "Merkel-Welt" in Europa ist schwul, weiblich und konsequent ausländisch. Das genau ist das Motto der Grünen von der "durchgerührten Welt".
Die CDU hat nicht die Kraft und nicht den Willen sich dagegen aufzulehnen.
Die Männer werden immer unterschwellig als gewalttätig und Nazi-lastig stigmatisiert, nicht umsonst köchelt das V-Leute-NSU-Theater seit Monaten in den Medien und auch die Motorrad-Clubs werden angeprangert. Das wird immer weiter getrieben von den Journalist(Innen), die im Auftrage der Chefredakteure die Gehirne der Deutschen verdrehen. Es geht nur gegen die westlichen Männer.
Mann sein ist schon unterschwellig peinlich, wenn man nicht schwul ist -- oder wo wollt ihr uns hinhaben ??
Jetzt wird nochmals gefilter, ob ab 2013 wirklich "widerstandslose" Abgeordnete zur Wahl stehen, die verlässlich Hand hochheben - wenn Fraktion mit der Peitsche knallt.
Die Direkt-Kandidaten sind ja in der Unterzahl im Parlament in Berlin. Viel schlimmer ist die vom Volk nicht beeinflussbare Anzahl Abgeordnete aus den "Partei-Listen". Dort treiben sich 20 bis 30 Jahre lang die gleichen Leute rum (Posten-Geschacher) wer noch FETTE Pension verdient hat und "willenlos" die Hand hebt. Mit Demokratie nichts zu tun - nein - das genau zerstört sie !!
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