Wer wird was in der neuen Koalition?
In der Regierung fehlt noch der Vizekanzler

Die SPD soll für die Zustimmung zu Angela Merkel als Kanzlerin im Gegenzug acht Ministerien erhalten. Bislang stehen angeblich vier neuen Männern drei Frauen gegenüber, die ihr Ministerium behalten. Auch die CDU hat offenbar bereits die meisten Ämter schon vergeben.

HB BERLIN. Die SPD soll für die Zustimmung zu Angela Merkel als Kanzlerin im Gegenzug acht Ministerien erhalten. Es handelt sich hierbei um die Ressorts Außen, Finanzen, Justiz, Arbeit, Umwelt, Gesundheit, Verkehr und Entwicklungshilfe. Als neuer Finanzminister wurde der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück gehandelt, als Arbeitsminister der Vorsitzende der Chemie-Gewerkschaft, Hubertus Schmoldt, als Umweltminister der stellvertretende SPD-Fraktionschef Michael Müller und als Verkehrsminister der bisherige Kanzleramtschef Frank Walter Steinmeier. Den Spekulationen zufolge sollen Ulla Schmidt (Gesundheit), Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklung) und Brigitte Zypries (Justiz) im Kabinett bleiben.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, wird aber nicht das Amt des Arbeitsministers in einer großen Koalition in Berlin übernehmen. Schmoldt werde wie angekündigt am Dienstag auf dem Gewerkschaftstag in Hannover erneut für den Vorsitz der IG BCE kandidieren, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Montag. "Er steht infolge dessen als Arbeitsminister nicht zur Verfügung."

Bildergalerie: Merkels mögliches Kabinett

Beim konservativen Flügel der SPD herrscht nach eigenen Angaben "blankes Entsetzen" über die Vereinbarungen mit der Union. Das Ganze sei "der geplante und vororganisierte Stillstand", sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs. Die SPD werde in einer großen Koalition alle Problemressorts übernehmen wie Finanzen, während die Union sich die Zukunftsressorts gesichert habe wie Innovation, Technologie und Familie. Die Seeheimer wollten am Dienstagvormittag auf einer Sondersitzung ihr weiteres Vorgehen absprechen.

Als "leicht gedrückt bis nachdenklich", beschrieben die meisten SPD-Präsidiumsmitglieder ihre Sitzung im Willy-Brandt-Haus. Noch-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement machte dem Unmut vieler Luft und kritisierte heftig die Ressortverteilung in der großen Koalition. Mit den Ministerien Finanzen und Arbeit sei man weiterhin für die schlechten Nachrichten zuständig, wird Clement zitiert. Die SPD gehe bei den Zukunftsthemen Innovation und Forschung leer aus, wetterte Clement gegen den Einigungsvorschlag des vierstündigen Machtpokers in der Nacht zuvor. Mehrere Redner plädierten nochmals für eine "israelische Lösung" bei der Kanzlerfrage. Schröder solle doch erst nach zwei Jahren von der ungeliebten CDU-Chefin abgelöst werden. Bundeskanzlerin Merkel - eine für viele Sozialdemokraten schwer zu akzeptierenden Vorstellung. Da habe man nicht nur an den Inhalten des Ergebnispapiers zu knapsen, hieß es unisono. Trotzdem stimmte eine große Mehrheit dem Einigungsvorschlag zu.

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