Werber entwerfen alternative Wahlplakate
Völker, hört (und seht) die Signale!

Im Auftrag des Handelsblatts erdachten die Werbeagenturen FCB, Grey, JWT und Young & Rubicam Wahlplakate für SPD und CDU. Eine Galerie der Provokationen.

DÜSSELDORF. Der kurze Bundestagswahlkampf 2005 geht in seine heiße Phase. Nur noch zweieinhalb Wochen bleiben bis zum Gang an die Urnen. Bisher war die Wahlkampfwerbung vor allem der großen Parteien ziemlich zahm und austauschbar, finden Kommunikationsexperten. "Die Gesten der Politiker sind die gleichen, die Slogan der Parteien sind ähnlich, und wenn man das Logo zuhält, weiß man nicht, von welcher Partei die Werbung ist", bringt Mathias Jahn, Kreativchef der Agentur Foote, Cone & Belding (FCB) aus Hamburg die Kritik auf den Punkt. Das Handelsblatt hat deshalb vier renommierte Agenturen, die nicht in den aktuellen Wahlkampf involviert sind, gebeten, eigene Werbemotive zu entwickeln. Und das für die Kandidaten der beiden großen Parteien CDU und SPD, die die Richtung der künftigen Regierung vorgeben und den nächsten Kanzler stellen werden: Angela Merkel oder Gerhard Schröder.

Gestaltet werden sollten Plakatmotive, weil das Plakat traditionell das wichtigste Werbemedium im Wahlkampf ist. Herausgekommen sind Werbebotschaften, die bei reduzierter Bildsprache dem Betrachter Raum für Assoziationen lassen.

Auf die üblichen Politikerköpfe haben die Agenturen dabei weitgehend verzichtet. "Das Konterfei des Politikers zu zeigen ist eben der Klassiker. Die Herausforderung ist doch, einen anderen Weg einzuschlagen", sagt Jan Köhler, Texter bei Agentur J. Walter Thompson (JWT) in Frankfurt.

Hier geht es zur Bildergalerie mit den Plakaten. weiter ...

Insbesondere Gerhard Schröder zeigt nach Meinung von Christian Daul, Kreativchef der Frankfurter Agentur Young & Rubicam (Y&R), als Plakatgesicht in seinem dritten Wahlkampf "gewisse Verbrauchserscheinungen". Bei Wahlkampfveranstaltungen und Fernsehauftritten dagegen komme er als geborener Wahlkämpfer deutlich besser zur Geltung, findet Daul.

Angela Merkel wiederum hat es nach Ansicht von Frank Dopheide, Kreativchef und Chairman der Düsseldorfer Werbeagentur Grey, als Porträt neben Schröders Politikerkopf schwer. "Schröder ist der Medienkanzler. Er hat eine starke mediale Präsenz und strahlt eine solche Souveränität aus, dass es schwierig ist, dagegen einen Punkt zu machen", meint Dopheide.

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