Werbung für den Ausschluss-Antrag
Hohmann bittet um Verzeihung

Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann, der unter Antisemitismus-Verdacht steht, hat sich mit dem angedrohten Parteiaussschluss noch nicht abgefunden. Er bat nach Medienberichten seine Fraktionskollegen um Verzeihung und darum, den Antrag auf Fraktionsausschluss wegen seiner heftig kritisierten Rede zum 3. Oktober zurückzunehmen.

HB BONN. Die Union rechnet nach der Einleitung des Ausschlussverfahrens selbst nicht mehr mit einem freiwilligen Mandatsverzicht des Politikers.

Sollte sich Hohmann bis Freitag nicht zu diesem Schritt entschließen, wird über seinen Fraktionsausschluss abgestimmt. Für den Ausschluss müssen zwei Drittel der 248 CDU/CSU-Parlamentarier votieren. Die Unionsführung ist ungeachtet kritischer Stimmen an dem Vorgehen von einer breiten Mehrheit für den Antrag überzeugt. Laut „Focus Online“ - Internetangebot des Münchner Magazins - wandte sich Hohmann per E-Mail an die Fraktionskollegen. „Ich möchte alles tun, damit die von mir hervorgerufenen Verletzungen geheilt werden, und bitte nochmals um Verzeihung“, schrieb er demnach. Dass er nach seiner Rede als Antisemit dastehe, treffe ihn, aber auch seine Familie tief.

Die „Fuldaer Zeitung“ (Donnerstag) berief sich auf die ihr schriftlich vorliegende Erklärung Hohmanns vor der CDU/CSU-Fraktion vom Dienstag. Er sei „davon ausgegangen, dass mit der seit dem 1. November strikt eingehaltenen Schweigeauflage und den jeweils gesteigerten Distanzierungen und Entschuldigungen ein gangbarer Weg gefunden war“, zitiert das Blatt den Politiker. Zum „Tätervolk“- Zusammenhang in seinem Redetext erklärte er: „Der Kernsatz der Rede lautet: „Weder die Deutschen noch die Juden sind ein Tätervolk.“

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel warb in einem Brief an die Parteibasis um Verständnis für den Ausschluss-Antrag gegen Hohmann. In dem von der „Bild“-Zeitung (Donnerstag) veröffentlichten Schreiben heißt es unter anderem, die Union dürfe nicht zulassen, „dass durch gedankliche Konstruktionen, wie denen von Herrn Hohmann, die Grenze unserer Ziele und Grundsätze überschritten wird“. Diese Grenze sei erreicht, „wenn man sich zu Deutschland nur durch Negativvergleiche mit anderen Menschen, Gruppen und Religionen bekennen kann“.

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