Westerwelle-Krise
FDP hat 80 Prozent ihrer Wähler verloren

Guido Westerwelle macht Urlaub in Ägypten. Entspannen kann er sicherlich nicht, denn der Streit innerhalb der FDP um seine Rolle als Vorsitzender geht unvermindert weiter. Aktuellen Umfragewerten zufolge taumeln die Liberalen mit nur noch 3 Prozent Zustimmung der völligen Bedeutungslosigkeit entgegen.
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HB BERLIN. Mitten in ihrer schweren Führungsdebatte kommt es für die FDP auch bei den Umfragen knüppeldick: Nach den anhaltenden innerparteilichen Personalquerelen stürzte die Partei in der Wählersympathie auf ein Rekordtief von 3 Prozent ab. Im wöchentlichen Forsa-Wahltrend von RTL und "Stern" ist dies der schlechteste FDP-Wert seit März 1996. Laut Forsa haben die Liberalen - bei der Bundestagswahl hatten sie noch 14,6 Prozent erreicht - binnen eines Jahres rund 80 Prozent ihrer Wähler verloren.

Die Rückzugsforderungen an Parteichef Guido Westerwelle gehen derweil weiter. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) plädierte in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" dafür, dass sich Westerwelle auf das Amt des Außenministers konzentrieren solle. Der FDP-Chef habe Fehler gemacht und müsse einsehen, dass die Ämtertrennung der richtige Weg sei. "Es ist ja immerhin auch eine Leistung, innerhalb nur eines Jahres von ganz hohen Umfragewerten so tief in den Keller zu fallen."

Dagegen zeigte sich Sachsens FDP-Landesvorsitzender Holger Zastrow "zutiefst beunruhigt" über die Debatte. Er wünsche sich, dass der Außenminister und Vizekanzler auf dem Parteitag im Mai wieder als Bundesvorsitzender kandidiere. "Er ist jemand, der in der Vergangenheit die richtigen Rezepte hatte. Ich traue ihm auch zu, dass er auch jetzt die richtigen Rezepte entwickeln kann."

Ein Rücktritt Westerwelles vom Parteivorsitz würde nach Auffassung des Forsa-Chefs Manfred Güllner aber wenig ändern. Güllner sagte: "Das negative Urteil der Menschen beruht ja auf seiner Amtsführung als Außenminister. Wenn er seiner Partei helfen wollte, müsste er dieses Amt aufgeben. Er könnte als Partei- oder Fraktionschef im Hintergrund Regie führen. In beiden Positionen war er zuvor ja akzeptiert."

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  • Es ist schon komisch, dass die, die FDP gewählt haben, die gleichen sind die FDP an die Wand knallen. Alle die FDP gewählt haben, haben den gleichen geistigen Level, wie die FDP heute. Mir ist das zu primitive, eine Partei an die Macht zu holen, dann zu spotten!

  • Eine Partei, die ihr Wahlversprechen so bricht wie die FDP, darf nicht nur miserable Umfragewerte erhalten, sondern muss auch vom Wähler bestraft werden.
    Wenn Herr Westerwelle hauptsächlich dafür verantwortlich ist, dass die bürger nicht entlastet werden, dass das Entwicklungshilfeministerium von Herrn Niebel aufgebläht wurde (obwohl er es in der Opposition abschaffen wollte), Herr Rösler die gesetzlich Krankenversicherten immer stärker belastet, Herr brüderle gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ist, Frau Leutheuser-Schnarrenberger nicht so arbeiten kann wie man es sich von ihr erwarten konnte (bürgerrechte, Vorratsdatenspeicherung, SWiFT etc.), unverschämte Lobbygruppen begünstigt, wenn er für dieses Alles hauptverantwortlich ist, dann sollte er abgelöst werden.
    ich gehe jedoch davon aus, dass es nicht an einer Person liegt, sondern es sich, w. o. aufgezählt, um die Gesamt FDP handelt. Da kann die FDP, bei ihrem Dreikönigstreffen, die gesamte Loge mit Heiligen Drei Königen voll setzen, am negativen Ergebnis wird das nichts ändern.

  • um deinen Abgang zu beschleunigen! Es war nett?

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