Westerwelle weist Kritik zurück
Liberales Gezanke vor Dreikönigstreffen

Vor dem Dreikönigstreffen der FDP rumort es kräftig in der Partei: Partei-Chef Guido Westerwelle muss sich Kritik an seiner "One-Man-Show" gefallen lassen, Generalsekretär Dirk Niebel sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Beide bemühen sich nun, die Wogen zu glätten und Imageschaden von der Partei abzuwenden.

HB STUTTGART. FDP-Chef Guido Westerwelle hat Kritik an seinem Führungsstil zurückgewiesen. Rückendeckung erhielt er vor dem traditionellen Dreikönigstreffen am Sonntag in Stuttgart von seiner Stellvertreterin Cornelia Pieper und dem Berliner Liberalen-Chef Markus Löning. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel lehnte unterdessen einen Rücktritt wegen seines umstrittenen Vergleichs der Großen Koalition mit der Nationalen Front in der DDR ab.

„Wir halten Kurs, auch ich persönlich“, sagte Westerwelle in der „Schwäbischen Zeitung“. Die FDP sei dritte politische Kraft und liege inzwischen bei zehn Prozent. „Wir sind in zwölf und nicht mehr vier Landtagen vertreten, wir sind wieder im Europaparlament, einiges müssen wir wohl richtig machen“, erklärte er. Damit reagierte Westerwelle auf Vorwürfe seines Vorgängers Wolfgang Gerhardt, der in einem Grundsatzpapier das politische Erscheinungsbild der FDP kritisiert und einen Mangel an politischer Führung sowie Nachhaltigkeit beklagt hatte.

Unterstützung erhielt der Parteichef von führenden FDP-Politikern. Cornelia Pieper sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“, Westerwelle bleibe „das beste Pferd im Stall“. Und Löning erklärte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge, nicht allein Westerwelle könne dafür verantwortlich gemacht werden, dass oftmals nur seine Stimme in der die Öffentlichkeit zu hören sei.

Der stellvertretende Parteivorsitzende Rainer Brüderle verlangte mehr Disziplin: „Programmarbeit ist gut, Streit wäre schlecht“, sagte er im „Focus“. Laut „Hamburger Abendblatt“ erklärte Brüderle: „Niemand kann bezweifeln, dass Guido Westerwelle wie Wolfgang Gerhardt den Erfolg der FDP wollen. Es ist jetzt wichtig, als Team gemeinsam an einem Strang in die richtige Richtung zu ziehen.“ Oberstes Ziel müsse es sein, in Hessen und Niedersachsen handlungsfähige Reformmehrheiten zu erreichen.

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