Wettbewerb um Versicherte wird schärfer
Krankenkassen zahlen künftig Boni und Prämien

Die Zeit der Einheitsversicherung bei den gesetzlichen Krankenkassen geht zu Ende: Viele Kassen bieten ab Januar Bonusmodelle, individuelle private Zusatztarife, Beitragsrückzahlungen oder Hausarztmodelle an. Sie nutzen damit die Möglichkeiten für mehr Wettbewerb, die die Gesundheitsreform zum 1. Januar 2004 bietet.

sm BERLIN. Die Barmer Ersatzkasse, mit fast acht Millionen Versicherten größte deutsche Krankenkasse, legte gestern ein Paket von Zusatzangeboten für ihre Versicherten vor. So belohnt die Kasse ab Januar gesundheitsbewusstes Verhalten mit Fitnessgeräten oder Sportreisen. Patienten, die sich für bestimmte Behandlungsprogramme entscheiden, erstattet die Kasse einen Teil der Zuzahlungen. Für das Bonus-Paket hat die Barmer nach Angaben von Vorstandschef Eckart Fiedler jährlich zwei Euro pro Versichertem einkalkuliert.

In Kooperation mit der HUK-Coburg bietet die Barmer ihren Versicherten private Zusatztarife für Chefarztbehandlung im Krankenhaus, Behandlung durch Heilpraktiker oder im Ausland, höhere Zuschüsse zu Brillen und Zahnersatz oder ein höheres Krankentagegeld an. Das komplette Zusatzpaket kostet nach Angaben der BEK je nach Geschlecht und Alter bis zu 200 Euro im Monat. Ein 35-Jähriger Mann muss für Chefarztbehandlung und Einzelzimmer im Krankenhaus eine Prämie von 27,63 Euro monatlich bezahlen, eine gleichaltrige Frau 29,35 Euro.

Gut verdienenden freiwillig Versicherten bietet die BEK einen Selbstbehalttarif. Sie erhalten einen Beitragsrabatt von 250 Euro im Jahr, wenn sie Behandlungskosten bis zu 320 Euro aus eigener Tasche bezahlen. Damit will die BEK einen Anreiz schaffen, dass junge, gesunde und gut verdienende Arbeitnehmer nicht weiter in Scharen die gesetzlichen Kassen in Richtung private Krankenversicherung verlassen, sagte Fiedler. Allein im vergangenen Jahr haben die gesetzlichen Kassen nach seinen Angaben 363 000 Beitragszahler unter Einnahmeverlusten von 1,8 Mrd. Euro an die Privaten verloren.

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