Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen gefährdet
Emissionshandel: BDI fürchtet milliardenschwere Zusatzkosten

Eine Vollversteigerung der Emissionszertifikate für die Energieindustrie wäre aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ein "katastrophaler Fehler" mit unabsehbaren Konsequenzen. "Die milliardenschweren Zusatzkosten würden zu höheren Strompreisen führen, mit erheblichen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf dem Handelsblatt.

BERLIN. Die Bundesregierung müsse ihre Position in dieser Frage dringend überdenken. Sie dürfe die deutschen Unternehmen "nicht sehenden Auges ins Abseits laufen lassen", sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer.

Der zu Jahresbeginn von der EU-Kommission vorgelegte Richtlinienentwurf für den Emissionshandel sieht vor, dass die Energieversorger ab 2013 alle Emissionsberechtigungen ersteigern müssen. Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium hatten sich kürzlich darauf verständigt, der EU-Kommission in diesem Punkt zu folgen.

Bislang bekommen die Energieunternehmen den größten Teil der Zertifikate kostenlos zugeteilt. Jedes Zertifikat berechtigt zur Emission einer Tonne Kohlendioxid. Wer mehr Zertifikate benötigt als er zugeteilt bekommt, muss Emissisonsberechtigungen erwerben. Wer Zertifikate übrig behält, etwa weil er die Effizienz seiner Anlage steigert, kann diese verkaufen. So entsteht der Anreiz, die Kohlenstoffintensität von Produktionsprozessen zu verringern.

Nach Branchenschätzungen würde die Vollversteigerung der Zertifikate für die Energieunternehmen zusätzliche Kosten in Höhe von jährlich zwölf Mrd. Euro bedeuten. Die Unternehmen würden versuchen, diese Kosten möglichst komplett an ihre Kunden weiter zu reichen. Besonders stromintensive Branchen würden dies deutlich zu spüren bekommen.

"Wir sperren uns nicht grundsätzlich gegen die Auktionierung der Zertifikate für die Energiebranche. Der Einstieg in die Versteigerung muss aber schrittweise erfolgen", sagte Schnappauf. Andernfalls werde es zu Verwerfungen kommen, die dem Industriestandort Deutschland ernsthaft schadeten.

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