Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland erntet weltweit Anerkennung

Wettbewerbsfähigkeit
Deutschland erntet weltweit Anerkennung

Deutschland ist nicht nur kurzfristig, sondern auch längerfristig ein Gewinner der Finanzkrise. Die Wettbewerbsfähigkeit steigt, wie der aktuelle Index des Weltwirtschaftsforums zeigt. Auch die Regierung bekommt Lob – für ihre Politik in der Krise.
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DÜSSELDORF/PARIS. Das Ansehen des Landes bei den globalen Wirtschaftsführern ist so gut wie lange nicht mehr. Das zeigt der am Donnerstag vom Weltwirtschaftsforum (WEF) veröffentlichte Vergleich der Wettbewerbsfähigkeit in 139 Industrie- und Schwellenländern. Deutschland belegt darin Rang fünf – und verbesserte sich damit um zwei Plätze. Den guten Ruf bei Investoren wird das Land auch brauchen, denn aktuellen Prognosen zufolge kühlt sich der Aufschwung weltweit bereits ab.

Im ersten WEF-Report 2002 lagen die Deutschen noch auf Platz 17. Seither haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierzulande jedoch immer stärker verbessert. „Deutschland ist in vielen Feldern Vorbild für andere Länder“, sagte Jennifer Blanke, die verantwortliche Ökonomin für das Ranking, dem Handelsblatt.

Sie lobt vor allem das politische Management in der Finanzkrise. „Das Vertrauen in die deutschen politischen Institutionen ist auf internationaler Ebene nach wie vor sehr hoch, während sich die Werte für andere Länder deutlich verschlechtert haben“, sagt Blanke. Nach der allgemeinen Wahrnehmung sei das Krisenmanagement in Deutschland besonders gut gewesen.

Auch bei der Beurteilung des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes stehe das Land mit Platz 22 gegenüber den anderen Industrieländern sehr gut da. Außerdem seien die Produkte der deutschen Unternehmen besonders innovativ und qualitativ hochwertig. Nicht nur die Politik, auch die Unternehmen erhalten also gute Noten: Beim Entwicklungsstand der Unternehmen liegt Deutschland auf Platz drei.

Schon traditionell schlecht schneidet es bei dem Kriterium „Flexibilität des Arbeitsmarktes“ ab: Rang 126. Ein belastender Faktor ist hier der starke Kündigungsschutz. Eher im Mittelfeld liegt Deutschland außerdem bei den Einschreibungen an den Universitäten (Rang 52).

Erfolge auch in anderen Ranglisten

Das insgesamt gute Ergebnis fügt sich ein in eine Reihe aktueller Rankings. So gehörte Deutschland zu den wenigen Ländern, die im Krisenjahr 2009 mehr ausländische Direktinvestitionen anzogen als im Vorjahr. Nach Berechnungen der Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) stiegen die ausländischen Direktinvestitionen hierzulande von 24 Mrd. Dollar 2008 auf 36 Mrd. Dollar 2009. Während die Direktinvestitionen in den Industrieländern im Schnitt um 44 Prozent gegenüber 2008 einbrachen, legten sie in Deutschland um 50 Prozent zu.

Auch die Statistiken der Plant-Location-Sparte des IBM-Konzerns, die Unternehmen bei der internationalen Standortsuche berät, deuten auf eine wachsende Beliebtheit des Standorts D. Im aktuellsten Ranking für 2008 verbesserte sich Deutschland um neun Plätze auf den neunten Rang.

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