What's right?
10.000 am Tag sind einfach zu viele

Hunderttausende Migranten überrennen Europa. Die Politik hat die Kontrolle über Grenzen, Verfahren und die Sicherheit verloren. Bevor alles aus den Fugen gerät, braucht Deutschland ein Winter-Moratorium.
  • 158

Alle Prognosen sind Makulatur. Die Zahl der nach Deutschland strömenden Migranten steigt in dramatischer Weise immer weiter an. Jetzt sind es bereits 10.000 Menschen pro Tag. Mit dieser Zahl bestätigt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) jetzt die Alarmrufe der CSU, die seit Wochen vor „unabsehbaren Dimensionen“ und einem „Kollaps der Situation“ warnt. Als der bayerische Ministerpräsident vor vier Wochen die Grenzkontrollen durchsetzte und warnte, es sei durch die Berliner Offen-Tor-Politik ein unkontrollierter Massenansturm ausgelöst worden, da wurde er noch als Scharfmacher und Rechtspopulist kritisiert. Mittlerweile ist Seehofers Warnung schiere Wirklichkeit geworden. 

Alleine in den vergangenen drei Wochen sind mehr als 200.000 Migranten gekommen – das übertrifft die Zahl des Gesamtjahres 2014. „Es ist eine historische Explosion“, heißt es aus den zuständigen Bundesbehörden. Und es gibt keine Anzeichen, dass der Zustrom nachlassen könnte. Im Gegenteil.

Hunderttausende von Flüchtlingen werden dieses Jahr in Deutschland Asyl beantragen. Was denken sie? Was wollen sie? Weil die Neuankömmlinge noch immer vielsprachig sprachlos sind, will das Handelsblatt ihnen eine Stimme geben: Auf 50 Seiten sprechen und schreiben Künstler und Unternehmer, Schriftsteller, Ärzte und Ingenieure, Männer und Frauen aus Afghanistan, Iran und und Irak, Syrien, Eritrea aber auch dem Kosovo über Merkel und Europa, Heidenau und das Schleppergeschäft – aber auch die Sorgen der Deutschen, mit denen sie nun konfrontiert werden. Das komplette Dossier als PDF zum Download.

Berichte aus der Türkei signalisieren ein nochmaliges Ansteigen der Migrationszahlen aus Syrien, Irak und Libanon und aus den Flüchtlingslagern der Türkei. Neu ist, dass sich nun auch gewaltige Massen aus Afghanistan, Bangladesch und Pakistan auf den Weg machen. Deutsche Behörden sagen 100.000 Deutschlandfahrer pro Monat alleine aus Afghanistan voraus.

„Die Entwicklung hat in Berlin alle total überrascht, einige sogar entsetzt“, heißt es aus dem Innenministerium. Die jüngsten Beschlüsse und Gesetzesänderungen zur Bewältigung der Migrationskrise reichen nicht einmal ansatzweise aus, um die akuten Probleme zu lösen, die jetzt mit jedem Tag größer werden. „10.000 Flüchtlinge am Tag kann auch Deutschland nicht verkraften“, heißt es inzwischen auch aus der SPD-Führung. Vor allem rechnet man in Berlin mittlerweile hoch, dass mit jedem bereits angekommenen Migranten mindestens drei weitere Familienangehörige nachgeholt werden. Damit beliefe sich der Zuwanderungsstoß statt gut einer Million bereits auf drei bis vier Millionen in extrem kurzer Zeit.

Verschlimmernd kommt hinzu, dass neben der schieren Zahl auch die Zusammensetzung der Migrations-Gruppen Anlass zur Sorge gibt. Es kommen vornehmlich junge, schlecht gebildete, muslimische Männer aus Kriegsgebieten. „Wir wissen nicht, ob neben den Bürgerkriegsflüchtlingen nicht auch viele Bürgerkrieger kommen“, warnt Bayerns Finanzminister Söder. Die Sicherheitsdienste schlagen Alarm, dass IS-Schläfer, IS-Sympathisanten und andere Islamisten in immer größerer Zahl kämen, man aber keinerlei Überwachungsmöglichkeiten mehr habe. Die neuen Grenzkontrollen seien eher symbolischer Natur.

Kommentare zu " What's right?: 10.000 am Tag sind einfach zu viele"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Dann redet diese Merkel da in de USA bei der UN wichtig, wichtig, man würde Entwicklungshilfe erhöhen, als sei es damit getan.
    Am gleichen Abend kann man denn einen Bericht im TV seheen, wie in Bangladesh die Leute ausgebeutt wrden, die unsere Klamoten nähen, damit sich die Besitzerunserer Modehersteller noch ein bißchen mehr in die Taschen schieben können.
    Das weiß die Politik doch alles. Aber ändert sie was? NEIN
    Die Gier hat seit ca. 20 Jahren Vorrang und wir beiten diese Länder aus.
    Aber davon mal abgesehen, ist diese Mirantenflucht derzeit wie gesteuert. Wer stekct also wirklich dahinter?
    Wer will Europa vernichten?
    Denn dass Obam Krieg in Europa will, ist ja bekannt.
    Ist also diese Migration die Vorstufe?
    Darüber sollte diese dämliche Kanzlerin, IM Erika, mal nachdenken

  • das war alles vorhersehbar. Davon ist rein gar nichts überraschend. Nur unsere Politiker-Elite ist davon überrascht.

    und ändern trotzdem nichts!

    Es müssen! die Grenzen besser kontrolliert werden. Grüne Grenzen darf es im Süden und Osten nicht geben. Da müssen umgehend Zäune hin. Asylsuchende müssen nach Quote reingelassen werden in Absprache mit dem Rest der EU. Wenn das nicht innerhalb von einer Woche gelingt wird die Grenze komplett zu gemacht.
    Es müssen riesige Zeltstätte - wie in der Türkei - im "'Niemandsland" errichtet werden. Wenn es den "Flüchtlingen dort zu kalt ist, dann sollen sie halt wieder zurück gehen. Diese Zeltstädte brauchen natürlich drumrum hohe Zäune, damit niemand mehr einfach durch deutschland maschieren kann. Des Weiteren müssen diese Zeltstädte unter Selbstordnung gestellt werden. Es muss dort ein Gemeinderat - Bürgermeister etc. gewählt werden. Wir brauchen jede Menge Sicherheitspersonal - dafür kann evtl. das Militär genommen werden.

    Sonst - Ende

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%