What's right?
Die fetten Jahre sind vorbei

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Der Aufschwung geht zu Ende, die Risiken steigen. Die schlechten Konjunkturnachrichten zeigen: Es wird Zeit, sich wieder um die Wettbewerbsfähigkeit zu kümmern.
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Die Nachricht wirkt wie ein Platzregen beim Sommerfest. Während ganz Deutschland den Urlaub genießt und sich in einem sonnigen Wirtschaftsaufschwung wähnt, meldet das Statistische Bundesamt etwas ganz Düsteres: Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Die deutsche Konjunktur bekommt einen Dämpfer. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen erleidet sogar einen regelrechten Einbruch um 18,5 auf nur mehr 8,6 Punkte.

Die Konjunkturforscher sind jedenfalls alarmiert, Deutschland drohe ein schlagartiges Ende des Aufschwungs. Wichtige Frühindikatoren wie der Auftragseingang für die Industrie, die Börsenkurse und der Ifo-Index zeigen klar abwärts.

Einerseits sorgen die zahlreichen Krisenherde für Verunsicherung, insbesondere der Russland-Ukraine-Konflikt und die Entwicklung im Nahen Osten. Rückschläge im Exportgeschäft und plötzliche Zurückhaltung bei Neu-Investitionen sind die direkte Folgen.

Andererseits hat sich auch das Klima für die Weltkonjunktur eingetrübt. Von der Argentinienpleite über die Rezession in Italien bis zu Ermüdungssignalen aus China (hier wird das schwächste Wachstum seit 24 Jahren gemeldet) reichen die Signale einer Verlangsamung. An den Weltaktienmärkten scheint der Aufschwung ebenfalls jäh beendet, die Kurse rutschen ab, einige Auguren warnen sogar vor einem bevorstehenden Crash.

Für das dritte Quartal sind die Vorzeichen jedenfalls nicht gut: „Erhöhte geopolitische Risiken sowie die Entwicklung in den Schwellenländern und an den globalen Finanzmärkten könnten die Konjunkturlage negativ beeinflussen“, warnt (recht deutlich) die ansonsten so sachliche Europäische Zentralbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Vor allem die Sanktionen gegen Russland könnten für deutsche Unternehmen zur ernsteren Belastung werden als gedacht. Die Wirtschaftsverbände sehen inzwischen bis zu 100.000 Arbeitsplätzen in der Industrie gefährdet – sollte der Konflikt länger dauern.

Darüber hinaus mehren sich die Anzeichen, dass die Krise der Eurozone wieder aufflammen könnte, denn just die Schwergewichte Italien und Frankreich bekommen ihre Strukturprobleme einfach nicht in den Griff. Beiden droht der Absturz in die Rezession.

Kommentare zu " What's right?: Die fetten Jahre sind vorbei"

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  • Kommentar, Bewertung durch Wolfram Weimer mit vielen Fakten sind 100 % korrekt wiedergegeben.

    Nur in einem kleinen Satz widersprechen wir vehement.

    " Die fetten Jahre sind vorbei " . Es gab nie fette Jahre in der Industrie, Logistik, Handel, Bau etc., war immer hart im nationalen und internationalen Wettbewerb.

    Immer hat man - gleich ob " unten " im Maschinenraum oder bei uns oben in Chefetage gedacht " mehr geht nicht ", ging dann doch noch intensiver, schneller und besser, Auswirkungen - zumindest in Psyche - kennt jeder Arbeitnehmer, Arbeitgeber.

    Lediglich in physischen Belastung haben wir Kollegen in der Fabrik Arbeit erleichtert, Abstapelvorrichtungen, Elektrogabelhubwagen,geschlossene Kabinen, Geräusch-minimierung, Sauberkeit etc.

    Appel, Weckruf an GroKo / Regierung zum Umdenken bleibt ohne Resonanz, die sind so verbohrt und ideologisiert daß sogar x - mal verlängerte Soli mit versprochener Abschaffung in 2019 bereits h e u t e infrage gestellt wird.

    Sagenhafte Sozialisierung durch amtierende Regierung, Meisterin darin Kanzlerin Merkel. CDU/CSU Wirtschafts-flügel kastriert, ohne Kompetenz, wo ist Stimme der wirtschaftlichen Vernunft , Machbarkeit ?

    Gabriel wird es nur populistisch richten, buhlt um jede Wählerstimme aus der Mitte der Gesellschaft, so lange es der Linke Flügel mit Stegner zuläßt.

    Imponderabilien in der internationalen Politik, laufende Desaster, Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit Deutschlands werden systematisch kleingeredet oder negiert, man ruht sich - nur auf Politikebene bezogen - auf Lorbeeren von gestern aus.

    Damit sind wir kongruent wie Präsident Hollande der Wohlstand ohne Anstrengung versprochen hat, auch seine Nation in Sozialisierung , sprich Insolvenz führt.

    Bei Insolvenz unseres großen Partners müssen wir Verluste abschreiben !

    Ohne Schwarzmalerei, wir werden uns weiter anstrengen, engagieren, aber es kommt noch viel " Dicker " .

    Getroffenen Belastungen werden erst wirksam. Ziehen wir uns warm an.


  • NOCHMAL....Die Energiewende per EEG Erlasgesetz ist das GRÖßTE Wirtschaftsproblem in Deutschland!
    Die sog. Erneuerbaren Energien vernichten unsere Energiewirtschaft und damit unsere wertschöpfenden Industriearbeitsplätze in Deutschland UND der EU!
    Nimmt das ENDLICH MAL ERNST! Danke!
    Energiewende/EEG = Armut und Mangel.

  • Muttis Gurkentruppe, die schlechteste Regierung aller Zeiten aus roten und schwarzen Sozialdemokraten, fährt das Land vor die Wand. Es ist die unverantwortlichste Politik, wirtschaftsfeindlich und linkspopulistische, die schmerzhafte neue Reformen nötig macht, wenn die mit uns fertig sind. Vorher machen sich die Herrschaften noch schön die Taschen voll und wenns denn endgültig kracht, macht sich Merkel davon.

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