What's right?
Die schärfsten Kritiker der Elche

Beim Pädophilen-Desaster der Grünen werden Trittin & Co. zu Opfern ihres eigenen Moralaposteltums. Sie scheitern an den Sünden ihrer Vergangenheit – vor allem aber an der Kälte, mit der sie damit umgehen.
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Als in den Kirchen das Thema Kindesmissbrauch schmerzvoll aufkam, da führte keiner im Land das moralische Schwert so scharf wie Grünenpolitiker. „Entschuldigen reicht nicht”, war die Devise von Roth, Künast und Co. „Finanzielle Sanktionen” müssten her und eine „unabhängige Untersuchungskommission”. Mit Geifer attackierten sie Kirchen und deren „repressive Sexualmoral”, obwohl pädophile Übergriffe dort nur eine extreme Ausnahme und Sünde, nie aber Programm waren. Auf die unfassbare Idee, Pädophilie in Programmen zu legitimieren und zu propagieren, kamen die Grünen selbst. Von den Kindermissbrauchs-Prahlereien Cohn-Bendits über pro-pädophile Programme und Gesetzesentwürfe in den Achtzigern bis zum Treiben Hermann Meers und zum legendären Plädoyer Volker Becks zur „Entkriminalisierung der Pädosexualität” reicht die peinliche Traditionslinie der Partei.

Nun da immer mehr atemraubende Details bekannt werden, verhalten sich ausgerechnet die Grünen wie alte, herzlose Politikapparatschiks, die nur ihre Macht im Blick haben. Erst gibt es „Erinnerungslücken”, dann wird historisiert, verharmlost und verschwiegen, nur in Scheibchen zugegeben, was gerade bekannt geworden ist. Just diese politische Salamitaktik haben die Grünen einst bei anderen Mächtigen bekämpft, Transparenz gefordert und mit ihren Appellen an Anstand und Moral die Herzen vieler Menschen gewonnen.

Nun verhalten sie sich in einer ethischen Kernfrage genauso zugeknöpft und kalt wie einstige Gegner: Kein Erbarmen mit Opfern, keine öffentliche Entschuldigung, keine offene Selbstkritik, aber viel Taktieren, um den politischen Schaden in Grenzen zu halten. Claudia Roth meinte einst herablassend, die Kirche leide an einem „Komplex des Wegsehens”. In Wahrheit scheinen die Grünen selber genau an diesem Komplex zu leiden. Der ganze Skandal bestätigt den alten Sponti-Spruch „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.”

Wenn Jürgen Trittin die pädophile Nachtseite seiner Partei nun vergleicht mit einer geänderten Meinung zur Müllverbrennung, dann ist das entweder herzlos oder zynisch. Wahrscheinlich beides. Mathias Katsch, der Vorsitzende der Opfergruppe „Eckiger Tisch”, ist entsetzt über Bagatellisierungen, findet, dass die Partei-Ikone Cohn-Bendit „mitverantwortlich für den Missbrauch von Kindern” sei und versteht nicht, warum sich die Grünen nicht früher mit den Vergehen „in den eigenen Reihen” beschäftigt hätten. Die Beauftragung von Wissenschaftlern zur Aufarbeitung reiche nicht aus.

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Kernschmelze der Grünen als Bewegung

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  • Dads Schlimme finde auch, dass dieser Pädophile Cohn-Bendit immer noch in Brüssel ist.
    Warum haben ihn die Grünen dort nicht entfernt?

  • Rmartin
    sto,,t
    Die grüne Jugend will ja z. B. Sex zwischen Geschwistern legalisieren
    Es ist nur noch ekelhaft und man muß sich fragen, was das für ein primitives Gesindel ist

  • Germanenhengst
    Genau so ist es.
    Die Grünen sind doch diejenigen, die uns ständig die Nazikeule um die Ohren hauen, sich als die besseren Menschen darstellen.
    Weg mit diesem Gesindel, wir brauchen sie nicht

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