What's right?
Die SPD hat Angst vor der Europawahl

Bei Sozialdemokraten breitet sich Unruhe aus. Man wähnt sich in Berlin gut unterwegs. Doch die Umfragewerte sind schlecht und die SPD-Ministerpräsidenten treiben quer. Das Problem der SPD geht tiefer als die Partei ahnt.
  • 6

Wenn die Sonne tief steht, dann werfen selbst Zwerge lange Schatten. Die Politik der Großen Koalition ist eine ziemlich tief stehende Sonne, sie verlegt sich auf die politische Happy Hour des Geldverschenkens und Agenda-Revidierens. Doch die Zwerge der SPD fühlen sich damit schon ganz groß.

Über Wochen hinweg liefen sozialdemokratische Minister wie Gernegroße durch Berlin, streichelten sich am Revers und hielten ihre Mindestlohn-Rente-mit-63-Politik für ganz großes Kino. „Wir bestimmen die Agenda der Republik“, schwadronierten sie herum und lagen damit gar nicht mal falsch. Denn die CDU hat sich in dieser Großen Koalition bislang auf servile Kellnerdienste der SPD-Ausgabenküche verlegt.

Die sozialdemokratischen Wähler scheinen aber diese Politik nicht ganz so riesig zu finden. In den Umfragen fällt die SPD noch unter das schlechte Ergebnis der Bundestagswahl zurück. Das wirft die SPD-Strategen in eine Gefühlslage zwischen Perplexität und Verzweiflung. Denn eigentlich fühlt sich alles so gut an, eigentlich könnten die Bedingungen für ein SPD-Comeback kaum besser sein.

Man kann in dieser Regierung vom Mindestlohn bis zur Mietpreisbremse sozialdemokratisch schalten und walten, die Opposition wirkt schwach wie ein Bantamgewichtler. Außenminister Steinmeier strahlt hochbeliebt und mit Martin Schulz hat die SPD sogar erstmals einen Spitzenkandidaten für die gesamte europäische Parteienfamilie. Selbst Sigmar Gabriel gewinnt an Statur und mit Matthias Machnig leitet ein cleverer Wahlkampforganisator die „Euro-Kampa“ im Willy-Brandt-Haus.

Und doch haben die Sozialdemokraten nun Angst vor der Europawahl. Denn wenn man unter besten Umständen gefühlt eigentlich bei 35 Prozent liegen müsste, tatsächlich aber kaum 25 Prozent erreicht, dann droht bei einer niedrigen Wahlbeteiligung ein neuerliches Desaster. Die Wahlbeteiligung lag bei der letzten Europawahl bei nur 43,3 Prozent (Bundestagswahl 2013: 71,5 Prozent).

„Die geringe Wahlbeteiligung an Europawahlen geht zulasten der SPD. Konservativen Parteien gelingt es traditionell leichter, ihre Wählerschaft zu motivieren“, heißt es ebenso frustriert wie mahnend in einem internen Papier von Machnigs „Euro-Kampa“, aus dem die Tageszeitung „Welt“ zitiert.

Seite 1:

Die SPD hat Angst vor der Europawahl

Seite 2:

SPD fürchtet Desaster

Kommentare zu " What's right?: Die SPD hat Angst vor der Europawahl"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nachdem die SPD Granden wieder einmal ihre Wähler verraten & verkauft hat, immer mehr Menschen die Taschenspielertricks durchschauen ist es an der Zeit, daß diese Partei wirklich einen Dämpfer abbekommt. Wer SPD wählt, bekommt die CDU udn umgekehrt. Martin Schulz ist für mich einfach nur arrogant & den Menschen gegenüber ignorant. Nicht wählbar.

  • Bei der Bundestagswahl war die SPD noch angetreten, die Regierung Merkel abzulösen. Nach der Wahl hat sie ihr dann zur Zweidrittelmehrheit im Parlament verholfen. Der damalige Kanzlerkandidat war dann auch mehr an seinen Vortragshonoraren interessiert, statt lästige Politik zu machen, kann er damit doch locker in einem Monat reinholen was die Kanzlerin im ganzen Jahr verdient.
    Und uns Siggi, der vor Stolz kaum noch laufen kann über seinen Vizekanzlerposten, versucht sich am EEG, leider unfähig die Kernproblematik wahrzunehmen. Das gesamte Konzept wurde von Frau Merkel an die Wand gefahren.
    Und zum Thema Krieg und Frieden in Europa kommen nur Worthülsen, die noch nicht mal leise kratzen an der offiziellen Kriegspropaganda, gegen den bösen Russ.
    Wer soll sowas wählen, der noch irgendwo bei Verstand ist?

  • SPD und Grüne haben es mit ihrer Kriegsprovatgata übertrieben, jezt folgt die Abstrafung.
    Ich sage nurnoch fui Teufel zu diesen Parteinen .....!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%