What's right?

Draghis Spiel mit dem Feuer

Die EZB will die eigene Währung abwerten und schwächt den Euro. Das ist brandgefährlich. Denn so droht ein Währungskrieg – und die labilen Märkte werden in den Crash getrieben.
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Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Seit Mai macht die Europäische Zentralbank ihre eigene Währung madig. Bei einer Pressekonferenz in Brüssel gab EZB-Präsident Mario Draghi den Auftakt, er halte den Euro für überbewertet. Der Wechselkurs sei "eine ernste Sorge", derer man sich annehmen müsse. Den ganzen Sommer über folgten die EZB-Mächtigen ihrem Chef in einer Serie von Schlechtrede-Kommentaren  und sprachen über den Euro plötzlich wie über ein fettleibiges Kind, dass jetzt einmal abnehmen müsse.

Die konzertierte Aktion zeigte an den Märkten Wirkung: Woche um Woche ist seither der Wert des Euros  gefallen.

Eigentlich ist eine seriöse Notenbank dazu da, die eigene Währung zu festigen, ihre Stabilität und Stärke zu verteidigen. Die EZB aber tut das glatte Gegenteil. Sie verhält sich seit Monaten wie ein dubioser Ramschverkäufer - als sei der Euro Wühltischware. Draghi verfolgt zwei Ziele mit dieser Dumpingstrategie. Zum einen will er der schwachen Wirtschaft in Südeuropa bei den Exporten helfen. Ein schwacher Euro macht Europas Produkte auf den Weltmärkten schlagartig wettbewerbsfähiger. Zum anderen hofft er durch die gezielte Abwertung, die Gefahr einer angeblich drohenden Deflation zu dämmen. Die Importpreise würden steigen und das Preisniveau in Europa hebe sich damit automatisch. Die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar habe also „einen positiven Effekt auf die Inflationsrate, die ja derzeit deutlich unter dem ist, was unsere Zielsetzung ist“, heißt es aus der EZB.

Was auf den ersten Blick clever klingt, ist in Wahrheit eine ziemlich riskante Strategie. Denn den eigenen Abwertungsvorteil empfinden alle anderen in der Welt  als unfaire Manipulation - und werden sich wehren. Schon jetzt sind die Amerikaner über das plumpe Euro-Dumping schwer verärgert und erwägen „Gegenmaßnahmen“. Der Internationale Währungsfonds warnt daher offen vor einem  „Abwertungswettlauf“. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft und ihr Direktor Michael Hüther mahnen: „Wir sind einem Währungskrieg durch bewusst herbeigeführte Abwertungen sehr nahe. Was jetzt beim Euro passiert, haben wir zuvor beim japanischen Yen erlebt. Besser geht es der japanischen Volkswirtschaft deshalb aber nicht.“

Die EZB betreibt Konjunkturpolitik
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7 Kommentare zu "What's right?: Draghis Spiel mit dem Feuer"

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  • Abwertung der Währung hiess früher Geldfälschung. Für diese Todsünde wurde im Mittelalter ein König exkommuniziert. In den 1930er Jahren wurde dieser Betrug, als Folge von Krieg und Krise, geheiligt. Es bleibt aber ein Vertragsbruch, denn durch jede Abwertungen schädigt der Staat Konsumenten und Sparer — Rückgrad der Demokratie.

  • Teil 3

    Europa auf dem Weg zur Eulira

    Der Draghiödie 2. Teil hat in Europa begonnen. Er handelt von dem Weg zur Eulira, den der Großbankster Mario Draghi eingeschlagen hat. Er zeigt sich fest entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um den Euro in eine Eulira zu verwandeln. Begehen Sie nicht den Fehler, diesen Mann und seine Gelddruckmaschine zu unterschätzen.

    Der Euro hat gegenüber dem Dollar in den vergangenen Wochen bereits rund 10% verloren.
    Aus Ihrer Sicht ist es natürlich ein ganz konkreter Vermögensverlust, wenn Sie im Ausland tiefer in die Tasche greifen müssen. Aus Sicht der Draghis dieser Welt soll es sich allerdings um einen Erfolg handeln!

    Aber halt, was werden die Japaner dazu sagen?

    Und die Amerikaner?

    Und die zahlreichen Geldpolitiker anderer Nationen, die doch auch alle eine schwache Währung auf ihrer Agenda haben?

    Was passiert, wenn alle ihre Währung schwächen wollen?
    Es wird ein Währungskrieg vom Zaun gebrochen, der fast nur Verlierer kennt und einen großen Gewinner: Gold!

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/08/der-zusammenbruch-des-dollar-kann-inflation-krieg-und-chaos-ausloesen/

  • Teil 2

    Man glaubt es kaum, aber unsere zeitgenössischen Gelddrucker und ihre Fürsprecher halten diese Entwicklung tatsächlich für einen Erfolg.
    Für sie ist eine schwache Währung offenbar erstrebenswert.

    Für die japanische Bevölkerung hat dieser Währungsverfall allerdings deutliche negative Konsequenzen. Denn im Vergleich zum Ausland hat sie durch den rückläufigen Yen einen Kaufkraft- und Vermögensverlust von fast einem Drittel erlitten. Im Weltmaßstab ist das japanische Volk in den vergangenen zweieinhalb Jahren also deutlich ärmer geworden, während es für Importwaren in Yen gerechnet natürlich entsprechend tiefer in die Tasche greifen muss.

    Für uns Normalsterbliche, die wir weder im Elfenbeinturm noch im direkten Umfeld der Zentralbankster-Tempel leben, stellt sich die Lage völlig anders dar. In unserer ganz realen Welt mit ihren begrenzten Ressourcen und der Notwendigkeit hart zu arbeiten, ist eine schwache Währung nämlich kein erstrebenswertes Ziel.

    Das wissen die meisten Deutschen ebenso gut wie die Japaner. Denn die spektakuläre Wohlstandsmehrung, das Wirtschaftswunder, das Deutschland und Japan nach dem 2. Weltkrieg erlebt haben, ging Hand in Hand mit einer harten D-Mark und einem starken Yen.

    Jetzt leben wir aber in einer Welt, die im alles entscheidenden Hintergrund von geldpolitischen Planwirtschaftlern aus den Zentralbanken heraus regiert wird.

    Deren konkrete Agenda kenne ich nicht. Sicher ist nur, dass sie nichts, aber auch gar nichts mit einem altmodischen Wirtschaftswunder zu tun hat. Denn einem Wirtschaftswunder steht diese Politik diametral entgegen. Was das mit uns Europäern zu tun hat, lässt sich auf die Formel „Japan führt, wir folgen“ bringen.

  • Europa auf dem Weg zur Euro-Lira?

    Der Draghiödie 2. Teil hat in Europa begonnen. Er handelt von dem Weg zur Eulira, den der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi eingeschlagen hat.

    Wir leben in wahrhaft kuriosen Zeiten: Während in zahlreichen muslimisch geprägten Ländern Religionskriege ausgefochten werden, hat sich in den Industrienationen der Zentralbankkult als vorherrschende Glaubensrichtung fest etabliert. Vor allem die Eliten der Politikgangster und des Großbankenkartells suchen ihr Heil in dieser neuen Lehre.

    Und tatsächlich können sie darauf verweisen, dass ihr Herr – es ist der Herr der Gelddruckmaschine – ihnen in der allergrößten Not in den Jahren 2008/09 zu Hilfe eilte und Manna regnen ließ in Form von frisch gedrucktem Kreditgeld.

    Seither wetten die Anhänger dieses Kults in ganz großem Stil darauf, dass ausgerechnet den Zentralbankbürokraten das gelingt, woran bisher noch alle Planwirtschaftler gescheitert sind und auch in Zukunft scheitern werden:

    Die dauerhafte Unterdrückung der Marktkräfte!

    Natürlich bestärken die Zentralbank-Priester ihre Schäflein in dem Glauben an die Machbarkeit des Unmöglichen. Und die Kartellmedien, die in modernen Scheindemokratien für die propagandistische Erziehung und Lenkung der Massen eingesetzt werden, huldigen entweder ausdrücklich dem neuen Kult oder zeigen sich indifferent und unkritisch. Herrschaftszeiten!

    Kurioses Triumphgeheul in Japan

    Die Ausbreitung des neumodischen Zentralbankkults hat auch in Japan zu einem völlig enthemmten Einsatz der Gelddruckmaschine geführt. Die realwirtschaftlichen Ergebnisse dieser absurden Politik sind allerdings sehr enttäuschend: Keine Spur von dem erhofften und vollmundig angekündigten selbsttragenden Aufschwung.

    Einen großen "Erfolg" können die japanischen Geldpolitiker allerdings für sich verbuchen: Nach seinem jüngsten Schwächeanfall ist der Yen gegenüber dem US-Dollar jetzt um mehr als 30% gefallen!

  • Die EUR-Krise ist selbst gemacht, von unfähigen und ahnungslosen Politikern, die dem Druck insb. der französischen Politelite zum faktischen Abwickeln der Bundesbank als Preis für die deutsche Einheit nachgegeben haben, die alle Warnrufe der Fachleute ignoriert, ja sogar ins Lächerliche gezogen haben, das darf man nie vergessen.

    Dabei war dieses selbstmörderische Zugeständnis an Frankreich nie notwendig, die Einheit Deutschlands wurde faktisch von den ostdeutschen Strassen forciert und politisch in Moskau und Washington besiegelt.

    Dass ausgerechnet mal wieder auch CDU-Leute bei dieser totalen Fehleinschätzung an vorderster Front beteiligt waren, zeigt die große Divergenz zwischen Anspruch und Realität in dieser Partei. Und seit dem hat sich die CDU leider noch weiter ad absurdum geführt ... insb. Frau Merkel und ihre Mitläufer wie Schäuble, Kauder etc verrichten gerade große Schritte zur Schädigung des Landes und auch der CDU selbst.

    Und auch für EU-Europa insgesamt sind die Aussichten eher mies, mal wieder zahlen die Bürger einen hohen Preis für kollektives Versagen bzw. Egoismus der Eliten, insb. der südländischen Feudaleliten.

    Da kann man die aufkommende AFD noch so sehr schmähen, beleidigen und ins falsche Licht stellen, die großen Fehler sind in der CDU selbst begangen worden.

    Zur Geschichte des EUR, ungeschönt und aus erster Hand, Ex-Bundesbanker Prof Nölling:

    https://www.youtube.com/watch?v=eKxzGTwAqOQ

  • Das interessiert doch Rolli, Erika und Siggi Popp nicht. Die Grünen erst recht nicht. Deutschland wird bezahlen - natürlich nicht Deutschland, sondern die Bevölkerung. Sie weiß es nur noch nicht... sie wird sich aber wundern.
    Es sollte sich dann niemand von der CDU wundern, wenn die AfD dereinst die Regierung stellt - trotz des Einschlagen seitens der Medien auf diese Partei!
    Ich will hier allerdings keine Lanze für die AfD brechen! Im Gegenteil - diese Partei ist keine Alternative! Sie ist der Mainstream der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Eine wirkliche Alternative kann nur liberal sein! Sozialistisch sind alle anderen - auch die FDP.

  • "Doch Draghis Dumpingpolitik birgt noch ein zweites, akutes Risiko. Denn viele Markteilnehmer wollen das EZB-Spiel mit dem Feuer vorwegnehmen, und lösen so eine Kettenreaktion aus. "

    Das ist ja auch passiert. Vor ein paar Wochen wurde in Verbindung mit Zinsängsten auf einen Wechselkurs von 1.20 spekuliert. Im Zuge dessen wurde nicht nur Gold und Öl billiger, sondern auch diverse Papiere.

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