What's right?
Es ist eine Völkerwanderung

Der Flüchtlingsstrom wächst in gewaltige Dimensionen. Deutschland ist aus moralischen Gründen extrem hilfs- und aufnahmebereit. Gut so. Doch Moral alleine hilft nicht weiter. Es braucht auch realpolitische Antworten.
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Nun ist sogar die Zahl von 1000 neuen Asylbewerbern am Tag überschritten. Im Januar waren es 700 am Tag, im April bereits 800. Im Juni sind die Zahlen nun vierstellig geworden. Für das erste Halbjahr meldet das Bundesamt für Migration sprunghaft steigende Asylanträge – von Januar bis Juni sind genau 159.927 Erstanträge entgegen genommen worden.

Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 67.441 Erstanträge; dies bedeutet deutlich mehr als eine Verdoppelung der Zugänge (137 Prozent Zuwachs). Im Vergleich zu 2013 handelt es sich sogar eine glatte Vervierfachung. Die Entwicklung nimmt Dimensionen hat, die man getrost als historisch bezeichnen kann.

Es ist nichts anderes als eine Völkerwanderung in Gang gekommen. An jedem einzelnen Tag entsteht in Deutschland ein komplett neues Dorf an völlig fremden Menschen. Und die Dynamik der Flüchtlingsbewegung nimmt weiter zu.

Der Wanderungsdruck steigt mit jedem erfolgreich aufgenommen Flüchtling weiter, weil sich die Nachrichten bis in die Täler Afghanistans und in die Hütten Eritreas verbreiten, dass die Völkerwanderung funktioniert. Alleine in Libyen warten nach Angaben der italienischen Justiz rund eine Million auf eine Mittelmeerpassage. Und im Nahen Osten kollabiert ein Staat nach dem anderen, so dass Millionen ins Exil gezwungen werden.

Es wird langsam Zeit, dass sich die Politik nicht nur der moralischen Frage stellt, wie wir möglichst gut retten und helfen können. Das gebietet das Gewissen. Doch was gebietet der Verstand? Europa kann unmöglich diese anschwellende Völkerwanderung einfach laufen lassen, ohne sich auf Dauer selbst aufzugeben.

Es sind fast 50 Millionen Menschen auf der Flucht, berichtet das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge. Und viele von ihnen wollen nach Europa, die meisten nach Deutschland. Kein Land der Welt nimmt derzeit mehr Asylbewerbern auf die Bundesrepublik. Doch die unangenehme Frage, wie lange das gut gehen kann und wie man Grenzen zieht, steht mittlerweile wie ein Elefant im Raum.

Kommentare zu " What's right?: Es ist eine Völkerwanderung"

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  • Es ist eine Völkerwanderung - und diese wird mit Deutschland das machen, was die letzte große Völkerwanderung mit dem Römischem Reich machte

    Ja, es ist eine Völkerwanderung, die nach Europa staatfindet - allerdings nur in Teile von Europa, allen voran Deutschland. Diese Völkerwanderung hat nicht nur mit äußeren Faktoren zutun, sondern ist hausgemacht und in gewissen Umfang auch politisch gewollt.

    Deutschland mit seinem ultraliberalen und ultra-großzpgigen Asylsystem, seiner staatlich erzwungenen Willkommenskultur, seinem Fremdenkult gepaart mit der immer radikalen Verachtung seiner Eliten gegenüber der eigenen Bevölkerung, Kultur und Identität wurde förmlich zu Übernahme freigegeben.

    Sollte in Deutschland kein radikaler politischer Wandel erfolgen, so wird dieses Land in relativ kurzer Zeit zu Grunde gehen.

  • Geehrte Frau Steer.

    Die angebliche Frage, wieviele Asylsuchende jemand bereits aufgenommen hat, ist gar keine, denn das muss niemand. Das nennt sich Sozialstaat. Den haben sie doch auch bereits genutzt. Das Studium ihres Sohnes an der Bundeswehr-Uni haben wir alle bezahlt.
    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Ohne Zuwanderung wird dieses Land in 50 Jahren nicht mehr wiedererkennbar sein"
    Mit Zuwanderung in diesem Tempo dauert das keine 5 Jahre!

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