What's right?
Gabriel zerstört Eon und RWE

Eon und RWE erleben an der Börse ein Debakel. Die Konzerne sind infolge der Energiewende schwer angeschlagen. Und Wirtschaftsminister Gabriel zwingt die Konzerne zielstrebig in den Untergang.
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Eon und RWE waren einst ein Stolz der deutschen Wirtschaft: Kraftquellen unserer Industrie, Leuchttürme der Verlässlichkeit, Arbeitgeber für Zigtausende. Vor fünf Jahren waren sie zusammen mit 130 Milliarden Euro an der Börse bewertet. Heute sind es keine 30 Milliarden mehr. Deutschland hat mit seiner Energiewende alleine an diesen beiden Unternehmen 100 Milliarden Euro Kapital vernichtet. In dieser Woche sind noch ein paar Milliarden dazu gekommen. Denn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zwingt die beiden Konzerne mit einem „Nachhaftungsgesetz“ in die Knie seines eigenen Atomausstiegs. Allein die Eon-Aktie verlor am Donnerstag 7,6 Prozent ihres Werts. Die einstigen Schwergewichte deutscher Solidität sind auf dem Weg zu Ramschpapieren. Hunderttausende von Spargroschen der Deutschen sind betroffen, die Werte in Aktiensparfonds, Lebensversicherungen bis hin zu Mitarbeitervorsorgen sind zerschlagen – von unmittelbaren Arbeitsplätzen ganz zu schweigen.

Gabriel schwingt mit seinen wiederholten Attacken auf Eon und RWE die politische Abrissbirne tief hinein ins Ruhrgebiet. Seine Haftungsregeln durchkreuzen die Pläne der Stromriesen, sich durch Konzernspaltungen in neue Tätigkeitsfelder und eine grüne Energieversorgung vor zu bewegen. Er kettet sie statt dessen an die Kernkraftwerke, deren Betrieb er aber zwangsweise einstellen lässt. Das ist ungefähr so, als ob man einem vollbesetzten Flugzeug befiehlt, die Turbinenen sofort abzustellen, und den Passagieren zugleich verbietet, die Fallschirme zu benutzen.

Eon wollte sich eigentlich ganz auf die Energiewende konzentrieren, während die auf den Namen Uniper getaufte Abspaltung für die alte Energiewelt stehen sollte. Nun muss ausgerechnet die neue „grüne“ Eon die Atommeiler weiter betreiben – ohne sie noch lange betreiben zu dürfen. Kein Wunder also, dass der Eon-Aktienkurs fällt wie von einem Fausthieb Gabriels persönlich getroffen.

Damit zeigt die deutsche Energiewende ein weiteres Problem. Denn während ideologische Ökostrom-Missionare noch jubeln, nun habe man die Stromriesen in die Haftung genommen, dämmert der Politik, dass es sich längst um Zwerge handelt – und auf Energie-Deutschland zusehends Ungemach zukommt. Die Schulden der beiden Drangsalierten sind mittlerweile deutlich höher als ihre Marktkapitalisierungen. Gabriel wird mit seiner Rambostrategie am Ende auch noch den Rückbau der Kernkraftwerke aus Steuermitteln bezahlen müssen.

Spätestens mit dieser Woche ist nicht nur an der Börse klar geworden, dass die Bundesregierung dabei ist, RWE und Eon systematisch zu zerstören. Die Energieversorger und ihre Investoren kapitulieren vor den Irrungen und Zumutungen der deutschen Energiepolitik. Wer aber soll in Zukunft die milliardenschweren Investitionen in eine moderne Energieversorgung noch schultern? Wer gewährleistet eigentlich eine stabile Energieversorgung? Wo sammelt sich Kapital und Know-How, damit Deutschland im internationalen Energie-Wettbewerb überhaupt noch handlungsfähig ist? Eon und RWE sind dazu kaum mehr in der Lage. Beiden wurden ohne Entschädigung schlagartig die Atomkraftwerke abgeschaltet, Gaskraftwerke unrentabel gemacht und obendrein massive Sondersteuern aufgebürdet. Beiden wird eine faire Chance verweigert, die Milliarden-Investitionen der Vergangenheit auch zurück zu verdienen. Damit gefährdet Sigmar Gabriel eine langfristig planbare und wirtschaftliche Energieversorgung – die Basis wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland.

Kommentare zu " What's right?: Gabriel zerstört Eon und RWE"

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  • Und zum Wochenende möchte ich mir hier nochmals Luft machen über die Journalisten, die ganz offensichtlich zu einer jüngeren Generation gehören.

    Wer im Atomstreit mitreden will, der tut gut daran sich einzulesen in die Historie dieses Streits zu kennen.

    Es gibt in Deutschland keinen politischen Streit, in denen durch die verschiedenen Organe in der Öffentlichkeit mehr gelogen wird als im Atomstreit, und zwar von allen Seiten. Jeder Journalist sollte sich gut überlegen, ob er das was im Atomstreit so öffentlich von den verschiedenen Organen erzählt wird, auch wirklich der Wahrheit entspricht.

    Der Atomstreit geht jedenfalls in die zweite Generation. Der Atomausstieg wird damit keineswegs leichter.

    Ich hoffe deshalb sehr auf Werner Müller.

    Schönes Wochenende!

  • Und was Seehofers Verhalten betrifft, scheint es so zu sein, dass er in der "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" für Bayern auch ein Atomendlager in Bayern blockieren will.

    Nach meinen Informationen entzieht sich Bayern durch verwaltungstechnische Winkelzüge nach der Suche eines Geländes auch in Bayern.

    Und das wird dazu führen, dass man die Atommeiler überhaupt nicht abbauen kann, weil bereits erhebliche Sicherheitsbedenken bestehen, wenn man die Reaktorteile abbaut und lose einlagert. In Wirklichkeit blockiert das Land "Seehofer" damit den Atomausstieg.

    Welchen Weg die Politiker in der Atompolitik wirklich wollen, das ist vollkommen offen.

    Und die Umweltorganisationen verhalten sich bei der Findung eines Endlagers nach meinen Informationen ebenfalls wie kleine Paschas. Was nicht geht, das wollen sie gerne öffentlich machen und diktieren, um wie Seehofer, Gabriel und Co. im guten Licht zu stehen. Aber wo man den radioaktiven Müll endlich sicher unter die Erde bekommt, dass erzählen sie nicht. Das wäre schließlich auch öffentlichkeitsschädlich.

    Und so sonnen sich alle politisch beteiligten im Ansehen der Deutschen Wähler.

    Aber Schuld sind momentan angelich die AKW-Betreiber als Kapitalisten, wenn ich Herrn Gabriel richtig verstanden habe, da sie sich angeblich mit der Abspaltung "Uniper" aus dem Staub machen würden.

    Es wäre ja auch zu schön, wenn einer der seit Jahrzehnten beteiligten Streithähne die Bühne verlassen würde. Man stelle sich nur vor, es gäbe keinen Atomstreit mehr, weil da jemand wirklich ernst macht und 2022 echt die Kraftwerke abstellen will! Das wäre ja schrecklich für die Umweltorganisationen. Und dann würde Herr Gabriel ganz alleine mit ihnen streiten müssen.

    Deshalb bin ich für eine Verlängerung der Laufzeiten, damit der Streit weitergeht und den Steuerzahler, der eh nicht viel davon versteht, noch möglichst viel Geld kostet. Geld haben wir sowieso auch zu viel.

  • Hallo Herr Schneider,

    eine Öffentlichkeitskampangnie wäre damals nach Fukushima ins leere gelaufen. Damals hätte die Regierung besonnen reagieren müssen und hinter ihrer langfristigen Strategie des damals bereits geplanten Atomausstiegs stehen müssen.

    Und ich denke, man kann nicht für Atomkraftwerke sein wie für einen Kuschelbär, eine rote Rose oder eine schöne und intelligente Frau. Atomkraftwerke sind potenziell gefährlich, auch wenn das Risiko in Deutschland gegen Null tendiert.

    Die Bürger haben bei Windrädern einfach schöne Vorstellungen, auch wenn die manchmal etwas naiv sind. Erinnern sich noch an die schöne Werbung von Prokon? Das waren die Saubermänner unserer Nation. Windräder verkaufen sich, Atomkraftwerke nicht.

    Mit anderen Worten: Einem Deutschen die Vorteile von Atomkraftwerken schmackhaft zu machen, ist so sinnlos wie ihnen zu erklären, welche Vorteile es hat, wenn sie Aktien besitzen.

    Deutsche leben ihren Traum und nicht die Realität. Und leider können sie sich das locker leisten, weil Deutsche einfach reich sind.

    Und so kommt es, dass wir inzwischen die zweithöchsten Strompreise weltweit haben (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13020/umfrage/strompreise-in-ausgewaehlten-laendern/). Und die EEG-Umlage steigt weiter munter.

    So leben die Deutschen ihren Traum. Und denken nicht daran, dass die Energiepreise auch wettbewerbsfähig für die Industrie sein müssen. Ich würde allerdings auch niemals behaupten, dass deutsche Wähler Egoisten wären.

    Seehofer seines Zeichens, der hat nach der Kernschmelze des AKW Fukushima lauthals zusammen mit der Kanzlerin dem Wähler schön nach dem Mund geredet und den frühzeitigen Atomausstieg propagiert.

    Aber als es darum ging, dass Seehofer durch Bayern Stromtrassen ziehen sollte, damit der Ökostrom verteilt werden kann, da weigerte er sich. Jetzt verscharren wir die Stromkabel für sehr teures Geld durch das schöne Bayern.

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