What's right?
Huch, das Ozonloch ist weg!

Waldsterben und Ozonloch waren die ersten großen Angstmacher der Öko-Bewegung. Heute weiß man – der Wald stirbt nicht. Und nun verschwindet auch das Ozonloch. Es wird Zeit, Öko-Apokalypsen kritischer zu hinterfragen.
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Den ersten Weltuntergang habe ich in Frankfurt überlebt. Als am Flughafen die Startbahn West gebaut wurde, da weinten Klassenkameradinnen in lila Latzhosen, weil Kerosin uns nun sicher die Luft zum Atmen nehmen würde. Linke Lehrer wussten zudem „hundertprozentig“, dass die Startbahn nur für Nachrüstungs-Amis und Nato gebaut werde, um den Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Sie waren sich sicher, dass das Ende nah war. Ich war da eine Spur optimistischer.

Den zweiten Weltuntergang überlebte ich im Wald. Der sollte nämlich sterben. Diesmal waren sogar die Konservativen in meiner Kirchengemeinde überzeugt: „Erst stirbt der Wald und dann der Mensch!“ Der Regen sei sauer, das Schwefeldioxid tödlich, der Borkenkäfer im Anmarsch, der Schwarzwald schon kahl. Der Spiegel schrieb 1981, im Wald „tickt eine Zeitbombe“ und „wenn das so weitergeht, dann gnade uns Gott“, um schließlich sicher zu prognostizieren: „Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten.“ Waren sie doch, die Menschheit auch. Heute ist der Wald in Deutschland so gesund wie seit Generationen nicht mehr, seine Fläche wächst sogar, das Gegenteil der Apokalypse aus den Achtzigern ist eingetreten.

Der dritte Weltuntergang kam von oben. Über unseren Köpfen wurde ein Ozonloch gesichtet, das nun aber wirklich das Ende bedeutete, den „letzten Akt für das Leben auf diesem Planeten“. So ultimativ verkündete völlig ernsthaft Greenpeace 1992 die neue Bedrohung. Die Nasa brauchte Forschungsgelder und spielte im Ozonloch-Drama die starke Rolle des apokalyptischen Warners. Reporter berichteten aus Chile, dass Schafe bereits auf den Weiden erblindeten, dass Lachse gar unter Wasser ihr Augenlicht verlören und Bäume Mutanten-Knospen trieben. Diesmal war der Bösewicht nicht Kerosin oder Schwefeldioxid, sondern FCKW. Die unsichtbare Gefahr aus dem All bedrohte uns alle mindestens mit Hautkrebs und grauem Star, eigentlich aber mit dem Massentod im globalen Solarium. „Mit Millionen von zusätzlichen Toten“, rechnete das Worldwatch Institute in Washington. Ich rechnete eher nicht damit, schließlich hatte ich schon zwei andere Weltuntergänge überlebt.

Und es sollten mehr werden: Ob Tschernobyl oder Fukushima, ob Atomkrieg oder Vogelgrippe, ob Schweinegrippe oder BSE, ob Aids oder Ebola oder die Klimakatastrophe – immer wieder gab es jede Menge Leute, die vom Weltuntergang profitierten, obwohl der nie kam. Medien zum Beispiel haben ein professionelles Interesse am Alarmismus. Angst verkauft sich, also wird sie geschürt. Und so vermutet die mediale Panikmache hinter jedem Tropensturm das „Wetterchaos“, entlarvt jeden schwülen Sommertag als „Klimaschock“, jedes fiebrige Huhn als „Pestboten“.

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Der Weltuntergang ist ein Wachstumsmarkt

Kommentare zu " What's right?: Huch, das Ozonloch ist weg!"

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  • Der Spiegel schrieb 1986 in seiner Ausgabe 44, dass der Kölner Dom bald 70 m unter Wasser steht.

    Daraufhin trat ich in den Ruderclub ein und legte mir sicherheitshalber ein Ruderboot zu. Ich konnte dieses Boot bisher nicht auf dem Domplatz einsetzen, geschweige denn, den Glockenturm umrunden, jetzt noch der heiße Sommer, wieder nichts.

  • @Herr Michael Kirsch

    ..keine Rechtfertigung für Ihre Gesinnung suchen..

    Phrasendreschen können Sie.

  • @Herr Michael Kirsch

    Nicht nur Klimaexperte, sondern auch noch Hellseher.

    Da es so viele Menschen gibt, wissen sie auch welche?

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