What's right?
Wieso wird Pegida nicht ignoriert?

Weil in Dresden einige Ängstliche schweigend umherlaufen, ist die Politik in gereizter Alarmstimmung. Warum eigentlich? Die Reaktionen auf die Pegida-Bewegung entlarven das eigentliche Problem.
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Wer die offiziellen Reaktionen auf die Pegida-Demonstrationen dieser Tage hört, der könnte meinen, das deutsche Haus stehe in hellen Flammen und die Nation befinde sich in Vorrevolution und Barrikadensturm. Irgendetwas zwischen 1918 und 1933. Der Bundesjustizminister wittert eine „Schande für Deutschland“, die Kanzlerin warnt das Volk, der NRW-Innenminister sieht Heerscharen von „Nazis in Nadelstreifen“, Leitkommentare im Fernsehen klingen wie Verzweiflungsschreie und der Altkanzler fordert gar offen zum Massenaufstand auf. Ist die Republik in Gefahr? Hat das letzte Stündlein der Demokratie geschlagen? Steht der Sturm auf Schloss Bellevue, die Exilflucht von Joachim Gauck und die Inhaftierung von Norbert Lammert in einer Bastille an?

Tatsächlich laufen in Dresden bislang bloß einige Kleinbürger schweigend durch ihre Stadt. Gewaltlos und mit diffusen Forderungen. Sie vermeiden mehrheitlich radikale Ansichten, sie randalieren nicht, sie fackeln keine Autos ab, ja sie reden nicht einmal. Sie laufen, weil sie sich fürchten vor Islamisten. Es ist eine schweigende Demonstration der Angst.

Das Ganze könnte man lächerlich oder unbegründet finden und einfach ignorieren. Dass aber ausgerechnet ein derartiger Spießbürger-Spaziergang, dessen größter Akt der Provokation bislang im Absingen von Weihnachtsliedern bestand, die Republik derart in Wallung bringt, sagt mehr über den Zustand der Republik als über die Demonstranten.

Deutschland erlebt jeden Tag Dutzende von Demonstrationen – gegen Massentierhaltung und für ein freies Kurdistan, gegen Flughäfen und für legales Kiffen, gegen Freihandelszonen und selbst gegen Opernbälle. Das ist nicht nur durch Artikel 8 des Grundgesetzes erlaubt und geschützt, es ist für eine vitale Demokratie auch gut und nötig, dass drängende Themen im öffentlichen Raum artikuliert werden.

Nur Diktaturen haben Angst vor Demonstrationen, Demokratien sehen sie als Wesensmerkmal ihrer selbst an. Und zwar unabhängig davon wie berechtigt, umstritten oder absurd die Forderungen der Demonstranten auch sein mögen. Wenn also ausgerechnet der Justiz- und Verfassungsminister Demonstrationen so scharf attackiert, dann lässt er eine eigenartige Auffassung von Demokratie erkennen – denn Demonstrationen, die nur die Staatsräson abbilden, wird es kaum geben.

Kommentare zu " What's right?: Wieso wird Pegida nicht ignoriert?"

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  • Sollte es tatsaächlich stimmen, daß Gegendemonstrationen gegen Pegida aus Steuergeldern bezahlt wurden (10€/Std.?), dann wäre es an der Zeit, die ganzen Politluschen und ihre medialen Helfershelfer alle zu... verabschieden! ):

  • Zensur ===> Armutszeugnis der Mitschwimmer.

    Wer auf Zensur zurückgreift, hat NICHTS mehr zu melden !

  • Geht mir ähnlich, die negativen Kommentare kann ich absolut nicht nachvollziehen, ich finde den Kommentar, der ja immer eine persönliche Meinung darstellt und darstellen soll, von Herrn Weimer sehr treffend und hinsichtlich Sachlichkeit/Ausgeglichenheit der Argumente sogar als Kontrastprogramm zu dem was sonst oft an Einseitigkeit in der „Berichterstattung“(=sollte im Gegensatz um Kommentar absolut sachlich/informativ sein und keine/wenig eigene Meinung beinhalten) geboten wird .

    Herr Weimer zeigt hier - ohne eigene Wertung über Pegida und deren Teilnehmer - sehr schön auf wie Paradox die Situation ist: es reichen 20.000 Leute die im Gegensatz zu Antifa usw. gewaltfrei Weihnachtslieder singen, Plakate gegen Massenzuwanderung, den kulturellen Verfall Deutschlands, gegen Gender-Mainstreum, für Volksabstimmungen usw. hoch halten und hierdurch einfachste Opposition betreiben – und die Politische Kaste verfällt in den Panikmodus mit Unterstellungen (Nazis, Dumpfbacken usw.), Verleumdungen (Rassisten), Massenaufmärschen/Aufrufen zu Gegendemos – ja sogar die Forderung nach geheimdienstlicher Überwachung a la Stasi kocht bei einigen Politikern hoch – kurz gesagt: wunderbar und absolut für jeden erkennbar: Pegida hat einen Nerv getroffen – und das ist gut so… und hat hoffentlich auch Konsequenzen…

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