What's right? zum Erfolg von Trump
Erfolgsgeheimnis – die Sau rauslassen

Ein ordinärer Ego-Prolet und Milliardär mischt den US-Präsidentschaftswahlkampf auf. Donald Trumps Umfragehoch irritiert das politische Establishment der USA. Dabei hat es selbst diesen Erfolg erst möglich gemacht.
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BerlinDonald Trump ist so seriös wie ein Türsteher auf St. Pauli. Laut, vulgär, selbstgefällig und Sachverwalter demonstrativer Potenz. Die New York Times schimpft ihn einen „Ego-Ideologen“, die Washington Post brandmarkt ihn als „kriegerischen Übertreiber“, die FAZ empfindet ihn als „Ekelpaket erster Klasse“ und – ein seltenes Substantiv der seriösen Kollegen aus Frankfurt – als „Kotzbrocken“. Tatsächlich gibt es in der Öffentlichkeit kaum jemanden, der Donald Trump gut findet. Seine ehemaligen Frauen warnen vor ihm als cholerischem Gewalttäter, Weggefährten und Ex-Kollegen zeichnen das grelle Bild eines Tyrannen und Ausbeuters, und die Masse der Amerikaner schwankt in ihrem Urteil zwischen vulgärem Clown und rechtsextremen Volksverhetzer.

Umso mehr ist die Weltöffentlichkeit verblüfft, dass ausgerechnet dieser Antipathie-Träger den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf derzeit dominiert. Er erzielt Woche für Woche bessere Umfragewerte und führt das Feld der republikanischen Kandidaten sogar an. Und das, obwohl er eine Serie von peinlichen Auftritten mit allerlei Fremdschäm-Potential bietet und dabei wahlweise primitive Ressentiments oder abstruse Meinungen verbreitet.

Kein Politiker zieht so viel Medienschelte auf sich wie Trump, doch gerade das scheint ihm mehr zu nutzen als zu schaden. Das politische Establishment der USA ist ebenso irritiert wie die journalistische Klasse und sucht fieberhaft nach Erklärungen. Dabei liegt die Antwort bei ihnen selbst.

Das Phänomen Trump ist eine direkte Folge der der übertriebenen politischen Korrektheit postmoderner Demokratien. Das öffentliche Sprechen wird von immer mehr Menschen in den USA (ähnlich auch in Europa) als unecht und berechnet wahrgenommen. Immer häufiger will sich die öffentliche Meinung auf einem Quadratmillimeter politischer korrekter Mitte treffen. Es breitet sich also ein gefühlter Nebel von Scheinkommunikation aus. Damit wächst das Bedürfnis vieler Menschen nach Klartext, nach Echtheit, nach Offenheit.

Diese Sehnsucht bedient Donald Trump in radikaler Weise. Er bemüht sich nicht einmal, sich als verantwortungsbewusst, ausgewogen und höflich zu wirken. Er lässt in jeder Beziehung seine persönliche Sau heraus. Das wirkt in einer politischen Kultur der gestanzten Gutmenschen-Rituale als erschreckend und erfrischend ehrlich zugleich. Sein Rabauken-Auftritt hat darum etwas Revolutionäres – wie der Auftritt eines Rock’n’Rollers, der den politischen Menuett-Tanz einer verkrusteten Debattenkultur niederstampft.

Das unterscheidet Trump von anderen berühmten Quereinsteigern der amerikanischen Politik. Ob Schauspieler wie Ronald Reagan oder Arnold Schwarzenegger, ob Milliardäre wie Ross Perot oder Michael Bloomberg – sie alle mühten sich demonstrativ um Verbindlichkeit, Trump suhlt sich geradezu in Unverbindlichkeit.

Seine Auftritte und Reden sind kirmeshaft, seine Positionen und Argumente bewusst für den Stammtisch gehalten – er will erst gar nicht überzeugen, er will die Welt der professionell Überzeugten demaskieren. Und darum rüttelt er an allen Mauern der politischen Korrektheit, beschimpft Frauen schon mal als „fette Schweine“ und Mexikaner als Gesindel, verunglimpft Einwanderer als Verbrecher und Vergewaltiger und verkündet den Bau einer „gewaltigen Mauer zum Süden“.

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Trump hat jahrelang Geld für Hillary Clinton gespendet

Kommentare zu " What's right? zum Erfolg von Trump: Erfolgsgeheimnis – die Sau rauslassen"

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  • Ich mag Trump, der weiß immerhin wie man(n) Geld macht. So jemanden an der Spitze zu haben, heißt siegen lernen.

  • Am Besten gefällt mir die Bemerkung: "zu Fleich gewordene Pegida Bewegung".

  • Trump, ein hervorragender neuer US Präsident. Endlich Schluss mit diesen Sozialisten an der jetzigen Regierung....

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