Wider dem Linksruck

Linnemann führt Mittelstandsvereinigung der Union

Unter der Führung des Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann wollen die Unternehmer ihre Stimme in der Union wieder erheben – und vor allem den Linksruck im deutschen Bundestag verhindern.
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Carsten Linnemann soll die Unternehmer in der Union anführen. Er ist 36 Jahre alt. Quelle: Pressebild

Carsten Linnemann soll die Unternehmer in der Union anführen. Er ist 36 Jahre alt.

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BraunschweigFür gewöhnlich schaut die Öffentlichkeit weniger auf die Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU (MIT). Die Gruppe der Unternehmer in der Union war vor Jahren in einer tiefen Krise, finanziell wie inhaltlich. Die Stimme der Wirtschaft tönt in der Partei seit der Regierungszeit von Angela Merkel nur noch leise, die der Arbeitnehmergruppe dafür umso lauter. Obendrein sitzt die FDP nicht mehr im Bundestag, so dass sich viele fragen: Wer vertritt in Zukunft noch die Interessen der Wirtschaft im Bundestag?

Ein zentrales Sprachrohr beim Sozialflügel der Union ist unter anderem Ursula von der Leyen, Arbeitsministerin und Stellvertreterin von Angela Merkel in der CDU. Beim Wirtschaftsflügel war es acht Jahre lang der MIT-Vorsitzende, Josef Schlarmann. Qua Amt sitzt er auch im Bundesvorstand der CDU und zog mit seinem öffentlichen Kampf für mehr Markt den Zorn der Parteioberen auf sich. Am Freitag nun kam es zur Zeitenwende: der 73-Jährige trat ab.

Die Verantwortung trägt in Zukunft Carsten Linnemann. Der 36-Jährige wurde mit 71 Prozent der Stimmen klar zum Nachfolger bestimmt und setzte sich damit gegen Oswald Metzger durch. In seiner Bewerbungsrede lobte Linnemann die Familienbetriebe. „Zum Mittelstand gehören ausschließlich Familienunternehmen, wo alles in einer Hand ist.“

Der Bundestagsabgeordnete warb damit, die Mittelstandsvereinigung wieder stärker ans Parlament anbinden“ zu wollen. Entscheidend sei, „bei den Koalitionsverhandlungen mit am Tisch zu sitzen“, sagte Linnemann. Er forderte Strukturreformen wie eine Vereinfachung des Steuersystems oder mehr Markt in der Energiewirtschaft. „Es kann doch nicht sein, dass wir seit 2005 nicht mehr über Reformen reden“, sagte er. „Wir brauchen mehr Markt.“ Ziel sei es, „dass wir ernst genommen werden in Berlin“. Für das Vertrauen bedankte er sich und sagte: „Auf geht’s.“

Unterstützen werden Linnemann die Mittelstandspolitiker der Union im Bundestag, organisiert im Parlamentskreis Mittelstand. "Der Parlamentskreis hat ein neues Gewicht bekommen", sagte der PKM-Vorsitzende Christian von Stetten. „Die FDP-Wähler brauchen eine neue Heimat“, sagte er. Die FDP werde in den kommenden vier Jahren kaum eine Rolle spielen.

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  • Den Linksruck in dr CDU verhindern?
    Der ist doch längst vorhande.
    Die CDU ist doch nur noch ein Abklatsch der SED.
    Um die CDU wieder zu eienr CDU zu machen, muß erst einmal Merkel weg und ihre ganzen Vasallen

  • Den Linksruck in dr CDU verhindern?
    Der ist doch längst vorhande.
    Die CDU ist doch nur noch ein Abklatsch der SED.
    Um die CDU wieder zu eienr CDU zu machen, muß erst einmal Merkel weg und ihre ganzen Vasallen

  • Die Mühlen mahlen langsam, aber sie mahlen.

  • Ich meine, dass Linnemann einer der "Abweichler" war, die gegen die Merkelsche Rettungspolitik gestimmt haben.

  • Gegen Linksruck, gegen Rechtsruck und wann erfolgt endlich der Ruck für die eigenen Bürger? Sollen die nur ausgeplündert werden?

  • Selbstverständlich hat Wirtschaft die politischen Zügel in der Hand, nur eben nicht die langfristig denkende und handelnde mittelständische Wirtschaft, die ihre Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und das eigene Land ernst nimmt, und da liegt das Problem. Denn der Mittelstand ist der Hauptarbeitgeber in Deutschland, der von der Politik systematisch zerschlagen wird. Gesteuert wird die Politik von multinationalen Großkonzernen, die in Quartalsstrategien denken und planen und denen die verbrannte Erde in einzelnen Ländern gleichgültig ist. Mithilfe ihrer SPD-Gewerkschaftslakeien und ihrer hochprofessionell auch die Medien unterwandernden Lobbyisten halten sie die Blockparteien an der Kandare. Sie sind es, die dafür sorgen, dass Deutschland weiter auf EU-Geldverschleuderungskurs bleibt und sich ja keiner rührt, der die schleichende Überschuldung Deutschlands (Target 2, täglich steigende Haftungs- und Ausfallrisiken) aufdeckt. Und wenn das jemand tut wie die AfD, wird er mit allen Mitteln verunglimpft, damit sich nur niemand mit der Thematik befasst. Der Leidtragende ist der Mittelstand, der ohne die Steuertricks der Großkonzerne gnadenlos ausblutet. Es wird ein Arbeitslosenheer geben.

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