„Widerlich hoch drei“: Merkel-Sprecher handelt sich Ärger wegen Edathy ein

„Widerlich hoch drei“
Merkel-Sprecher handelt sich Ärger wegen Edathy ein

Jüngste Äußerungen des SPD-Politikers Sebastian Edathy über den Kinderporno-Verdacht gegen ihn schlagen hohe Wellen. Vize-Regierungssprecher Georg Streiter empört sich bei Facebook – und erntet dafür selbst harte Kritik.
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BerlinDer frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat mit seinen Äußerungen vom Wochenende für Empörung gesorgt. Nicht nur zahlreiche Politiker äußerten sich entrüstet über Edathys Vergleich zwischen den von ihm angekauften Nacktbildern von Kindern und Jugendlichen und Aktbildern in der Kunstgeschichte. Auch der stellvertretende Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Georg Streiter, empörte sich. Das könnte ihm nun allerdings auf die Füße fallen.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, warf Streiter bereits vor, seine Kompetenzen überschritten zu haben. Was war geschehen?

Streiter nahm auf seiner Facebook-Seite zu den Äußerungen Edathys im Magazin „Spiegel“ Stellung. „Ich weiß nicht, was mich nun fassungsloser macht - die von Sebastian Edathy eingenommene Opferrolle oder dass ihm der Spiegel dafür eine Plattform bietet“, schrieb Merkels Vize-Sprecher. Vor allem Edathys Versuch, sein Handeln mit einem kunsthistorischen Vergleich zu rechtfertigen, stieß Streiter bitter auf.

Edathy hatte in dem „Spiegel“-Interview gesagt, in der Kunstgeschichte hätten Aktbilder eine lange Tradition. Man müsse daran keinen Gefallen finden, dürfe es aber. Eine Entschuldigung lehnte Edathy ab.

„Das ist widerlich hoch drei“

Streiter erklärte dazu: „Ich jedenfalls habe noch keinen gesehen, der sich im Museum einen runterholt - und ich bestreite auch, dass die von einem schmierigen deutschen Typen in Rumänien geschossenen Fotos von verarmten ahnungslosen nackten Kindern irgendetwas mit Kunst zu tun haben.“

Mit Blick auf den „Spiegel“ fügte der Merkel-Sprecher hinzu: „Wenn schon Herr Edathy es nicht begreift, sollte es wenigstens die Spiegel-Redaktion: Das glaubt keiner, das will auch keiner lesen, und der Spiegel sollte sich hüten, unter dem Deckmäntelchen von ach so tollem Journalismus die unsägliche Pädophilie-Debatte der 70er und 80er Jahre neu aufzulegen. Das ist widerlich hoch drei!!“ Auf dpa-Anfrage wollte sich der Vize-Regierungssprecher dazu nicht äußern.

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„Das stinkt nach versuchter Einflussnahme des Staates“

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  • Sie müssen sehr vorsichtig mit solchen Äußerungen sein; so etwas kann leicht zu einer Anzeige wegen übler Nachrede führen. Dieser Herr hat sich nachweislich nach der bestehenden Gesetzeslage nicht im Sinne des Strafrechts schuldig gemacht, also wo bekommen Sie Ihre Weisheit her, dass er neben einem verurteilten Straftäter Hoeneß einsitzen soll ?
    Es ist bezeichnend alle Leute die sich sachlich und auf bestehender Gesetzeslage äußern, als sogenannte " Freunde" zu bezeichnen. Mit solcher Stammtischmentalität ist man besser in Unrechtssystemen wie Nordkorea oder Kongo aufgehoben. Dort ist gewiss noch ein Plätzchen frei für Leute, die grad tun wollen was ihnen in den Sinn kommt......

  • Da hat Streiter doch voll recht! Nur Hr. Edathys Freunde verteidigen ihn noch in den Medien.

    Übrigens: Hr. Hoeness muss ins Gefängnis - wg. Steuerhinterziehung. Herr Pädathy läuft frei 'rum. Aber da geht's ja nur um Kinder...

  • Ich werde es mir nicht nehmen lassen, ohne Bezahlung, ohne Beleidigungen und frei von Rücksichten auf fremde Interessen auch weiterhin die Dinge so pointiert zu kommentieren, dass sie dem Mainstream und der deutschen Medienbeeinflussungsmaschine powered by Political Correctness unbequem sind.
    Sonst könnte ich ja für Geld und den barrierefreien Mainstream der saturierten, biedermeierlichen Behaglichkeit - in welche Politik und Medien die Bürger am liebsten einlullen und apolitisieren - schreiben, oder es besser gleich lassen. 'Und sie bewegt sich doch'.

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