Widersprüchliche Umfragen im Saarland
Landtagswahl wird unerwartet spannend

Liegen CDU und SPD an der Saar fast gleichauf, wie die einen Wahlforscher herausgefunden haben? Oder hat die Union einen klaren Vorsprung, wie andere ermittelt haben? Alles scheint möglich bei der Landtagswahl am 26. März.
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SaarbrückenGut eine Woche vor der Landtagswahl im Saarland liefern sich die Parteien ein äußerst spannendes Rennen: Die Wahlforscher kommen derzeit zu recht unterschiedlichen Ergebnissen.

Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer Extra“ ist die CDU mit 37 Prozent klar stärkste Kraft vor der SPD mit 32 Prozent. In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt die Linke bei 12 Prozent. Grüne (4 Prozent) und FDP (4 Prozent) würden demnach den Einzug in den Landtag derzeit verfehlen. Die AfD wird bei 7 Prozent gesehen.

Damit wäre eine Fortsetzung der großen Koalition möglich. Ein rot-rotes Bündnis aus SPD und Linken ist hingegen sehr ungewiss: Beide Parteien liegen in der ZDF-Erhebung gleichauf mit CDU und AfD.

Dagegen sind in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Infratest-dimap-Umfrage für die die ARD-„Tagesthemen“ CDU (35 Prozent) und SPD (34 Prozent) nahezu gleich stark. Dort liegt die Linkspartei bei 13 Prozent, die AfD bei 6,5. Grüne und FDP sieht auch Infratest derzeit nicht im Landtag. Somit könnte es eine klare Mehrheit für ein erstes rot-rotes Bündnis in einem westdeutschen Flächenland geben.

„Der Regierungswechsel ist greifbar nahe“, sagte der saarländische Linksfraktionschef Oskar Lafontaine in einer Fernseh-Talkrunde der Spitzenkandidaten. „Es scheint so, dass eine Wechselstimmung da ist.“

Einen Fünf-Punkte-Vorsprung wie beim ZDF hat die CDU vor der SPD in den vergangenen Wochen allerdings in keiner Umfrage der verschiedenen Institute erreicht. Die Werte der Sozialdemokraten waren sprunghaft gestiegen, nachdem die SPD Ende Januar Martin Schulz zu ihrem Kanzlerkandidaten gekürt hatte.

In der ZDF-Erhebung befürworten die meisten befragten Saarländer eine Fortsetzung der großen Koalition unter Führung der CDU (46 zu 28 Prozent) und sprechen sich gegen Rot-Rot aus (57 zu 28 Prozent).

Im direkten Duell der Spitzenkandidatinnen liegt Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) klar vorn. Nach der Erhebung wollen 55 Prozent, dass die Ministerpräsidentin im Amt bleibt. 31 Prozent hätten lieber SPD-Herausforderin Anke Rehlinger an der Spitze des Landes.

Gewählt wird an der Saar am 26. März. Seit 2012 regiert die CDU mit der SPD als Juniorpartner das kleinste Flächenland - Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer will diese Koalition fortsetzen. Wirtschaftsministerin Rehlinger will für die SPD den Chefsessel nach 18 Jahren von der CDU zurückholen. Sie hält sich ein Regierungsbündnis mit den Linken offen.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche 1054 Wahlberechtigte im Saarland telefonisch befragt. Der Fehlerbereich wird bei einem Anteilswert von 40 Prozent mit gut +/- drei Prozentpunkten angegeben und bei einem Anteilswert von zehn Prozent mit gut +/- zwei Punkten. Die Forschungsgruppe weist deshalb darauf hin, dass ein Scheitern von Grünen und FDP an der Fünf-Prozent-Hürde keineswegs sicher ist. Zurzeit wissen demnach 53 Prozent auch noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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