
HB AUGSBURG. Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa will sein Amt zurück. Er habe sein Rücktrittsgesuch nicht selbst verfasst und nur unter Druck unterschrieben, sagte Mixa der Tageszeitung "Die Welt". Drei Tage später habe er es in einem Schreiben an den Papst widerrufen. "Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte Mixa. "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer." Mixa erhob schwere Kritik an seinen Amtsbrüdern und erwägt, am päpstlichen Gerichtshof in Rom ein Verfahren anzustrengen. Das sei "ein ganz guter Gedanke, den ich sehr wohl erwäge und bedenke", wird er in der "Welt" zitiert.
Die katholische Kirche bestreitet diese Vorwürfe. Der Vorsitzenden der bayerischen Bischofskonferenz Reinhard Marx ließ Mixas Vorwurf einer Intrige und mangelnder Brüderlichkeit scharf zurückweisen: "Es ist alles rechtmäßig gelaufen, darüber hinaus gibt es nichts zu sagen“, sagte Marx' Sprecher Bernhard Kellner. "Nicht zuletzt im Interesse von Bischof emeritus Mixa sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten.“ Man wünsche Mixa gute Genesung. Und dann setzt Kellner noch vieldeutig hinzu: "Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein wichtiger erster Schritt." Mixa hatte sich nach seinem Rücktritt vorübergehend in ein Schweizer Sanatorium begeben.
Nach dem Kirchenrecht können Entscheidungen zwar widerrufen werden, wenn ein Beteiligter unter Zwang gehandelt hat. Und natürlich werden Marx und Zollitsch vor Mixas Rücktrittsangebot deutliche Worte gegenüber dem umstrittenen Augsburger Oberhirten gefunden haben. Aber war er deshalb wirklich in einer Zwangslage? Mangold jedenfalls kann Mixas Klage über das vorgefertigte Rücktrittsgesuch nicht verstehen: Mixa sei doch kein kleiner Kirchenangestellter und habe selbst über seine Unterschrift entscheiden können.
Der Vatikan macht Mixa keinerlei Hoffnung auf eine Rücknahme seines Rücktritts. Nach dem Erscheinen des Interviews reagierte Sprecher Federico Lombardi umgehend: Papst Benedikt XVI. werde Mixa zwar in den kommenden Wochen empfangen, "es ist aber nicht absehbar, dass die Annahme seines Rücktritts zur Diskussion gestellt wird." Deshalb bleibt unklar, was Mixa mit seinem Vorstoß letztlich bezweckt. Natürlich dürfte es sich dabei auch ein bisschen um eine Retourkutsche gegen Marx und Zollitsch handeln. Auf jeden Fall dürfte es Mixa um eine gewisse Rehabilitierung in Rom gehen, nachdem der Missbrauchsvorwurf gegen ihn vom Tisch ist.
Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" betont aber, dass es noch eine Reihe anderer Vorwürfe gegen Mixa gab. "Angesichts des derzeit ohnehin großen Vertrauensverlustes der katholischen Amtsträger sollte Altbischof Mixa sich nicht als Märtyrer fühlen", erklärte "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner. Vielmehr müsse man sehen, dass "nicht die zum Glück unbestätigten Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, sondern seine früheren Prügelstrafen, deren Leugnen und die finanziellen Unregelmäßigkeiten der Waisenhausstiftung unter seiner Verantwortung die Gründe seines Rücktritts waren". Ähnlich sieht es auch Mangold: Im Grunde sei Mixa ja dessen "flexibler Umgang mit der Wahrheit" bei all diesen Vorwürfen zum Verhängnis geworden.
Im Juli darf Mixa noch einmal mit dem Papst persönlich über seinen Fall sprechen. "Er hat mich ja zum Gespräch eingeladen", sagte Mixa. "Vor allem will ich mit ihm also besprechen, wie sich die Situation weiter entwickeln soll." Der frühere Augsburger Oberhirte plant fest ein Comeback als Priester. "Ich möchte auf jeden Fall in irgendeiner Weise wieder in der Seelsorge tätig sein. Auch mit den Gläubigen feiern, Sakramente spenden." "Wir sind Kirche"-Sprecher Weisner äußerte Verständnis für Mixas Wunsch nach einer Rückkehr in die Seelsorge. Diese sei aber in Mixas früheren Bistümern Eichstätt und Augsburg völlig undenkbar. Zudem dürfe es zu keinen neuen Polarisierungen durch Mixa und zu keinen Problemen durch seine angebliche Alkoholabhängigkeit kommen, sagte Weisner. In der Frage nach neuen Aufgaben für den früheren Augsburger Oberhirten zeigt auch Mangold Verständnis: "Bischof Mixa ist ja von Herzen ein Seelsorger."
Andersherum gefragt: Wer möchte sich von Mixa freiwillig, seiner Seelsorge aussetzen?
Erst wenn Mixa diese Schwierigkeit erkannt hat, ich habe ihn gesehen in interviews im Fernsehen,
er hat erst diese Prüfung zu bestehen und die kann er nicht durch Recht erzwingen.
in der Tat. Eine wirklich christliche Rotte, dieses Grüppchen "Wir sind Kirche". Einem ehemals geachteten Mitglied zu sagen "Jetzt mach' dich hier vom Acker und stör und nicht weiter" - sehr christlich. Der Umgang "der Kirche", egal wie sie sich nennt oder nennen, ist gegenüber Einzelnen schon immer unerträglich gewesen - und wird es auch bleiben, egal welchen Anstrich sich die Erneuerer geben.
Die Organisation "Wir sind Kirche" sollte sich zunächst mal grundlegend fragen, ob sie eigentlich katholisches Gedankengut generell für richtig hält, was sie anscheinend nicht tut, und nicht die Katholische Kirche von innen heraus zerstören!
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