„Wie nach dem Lehman-Zusammenbruch“
Außenhandelsverband warnt vor Euro-Katastrophe

Die neue Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise hat die Politik wieder auf den Plan gerufen. Und wieder läuft alles durcheinander, kritisiert Außenhandelspräsident Börner. Das könnte in der Katastrophe enden.
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Handelsblatt Online: Herr Börner, wie belastend ist es für Unternehmen, dass sich die Euro-Krise durch die sich abzeichnende Konjunkturschwäche und die Marktturbulenzen wieder verschärft hat?

Anton F. Börner: Es wäre eine Katastrophe, wenn die Euro-Krise außer Kontrolle gerät und auf die Realwirtschaft durchschlägt. Das wäre dann wie nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank.

Haben Sie den Eindruck, die Politik hat die Lage im Griff?

Die Politik agiert sehr schwach. Ich sehe niemanden, der genügend Finanzmarkt-Expertise hat, um mit der Krise richtig umzugehen. Ich habe deshalb die diffuse Angst, das ganze könnte sich negativ entwickeln. Daran kann eigentlich niemand ein Interesse haben.

Aber: Wir sind in dieser Frage der Politik ausgeliefert.

Was läuft konkret schief?

Es läuft alles durcheinander. Den Finanzmärkten wird nicht vernünftig mitgeteilt, mit welchen politischen Maßnahmen die Schuldenprobleme der einzelnen Länder angegangen werden sollen. Es fehlt ein sauberes Konzept und das Signal, dass wirklich alle an einem Strang ziehen.

Ein weiters Problemfeld für die Weltkonjunktur ist die US-Schuldenkrise, die auch mit der Anhebung der Schuldengrenze nicht beendet ist. Die USA haben ein massives Ausgaben- und Schuldenproblem. Der jetzt geplante Sparkurs droht zudem die ohnehin schwächelnde Konjunktur komplett abzuwürgen. Was bedeutet das für deutsche Unternehmen?

Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Wenn es zu einer Rezession in den USA kommt, dann würde uns das empfindlich treffen.

Wir merken jetzt schon, dass sich die Nachfrage abschwächt. Die Wachstumsraten im Export sind zwar mit 19 Prozent im Jahr 2010 weit abgehoben. Aber wenn sie auf unter sieben Prozent zurückgehen würden, dann wäre das ein Rückschlag.

Was erwarten Sie von der US-Regierung?

Ich glaube, dass die amerikanische Notenbank der Regierung unter die Arme greifen wird. Sie wird ihre Politik des billigen Geldes mit niedrigen Zinsen fortsetzen.

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  • Ich habe das Gefühle daß der Sowiet KGB in Brüssel umgezogen ist... Nur der Vokabular ist ein andere...Wir haben ein Diktatur der Banken, und das Deutche Volk hat es noch nicht bemerkt. <<< Monsieur Bernard Tenconi >>>

  • Wie recht er hat bezüglich der Qualität unseres politischen Personals zeigt folgendes Beispiel:
    Bundeswehrarzt,
    Gesundheitsminister
    und jetzt Wirtschaftsmimnister, der schon wieder alles besser weiss als jeder andere,
    mit diesem politischen Personal muß der Karren an die Wand fahren - jeder Maler benötigt eine Ausbildung, diese Politiker nicht!!!

  • Zitat:"Daran kann eigentlich niemand ein Interesse haben."

    Doch. Menschen die Demokratie wollen bzw. ihre Demokratie behalten wollen. Diese Menschen haben ein Interesse, dass die EUdSSR-Diktatur mit einem großen Knall dort hinfliegt, wo sie hingehört. Auf der Müllhalde der Geschichte!

    Die Eurotanic wird hoffentlich schon 2011 absaufen!

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