Windkraft
Windkraftbetreiber: Flaute auf hoher See

Die Zukunftspläne der Windkraftbetreiber waren groß: Allein 14 Windparks sollten vor der deutschen Ostsee-Küste enstehen. Doch derzeit ist fraglich, ob sie tatsächlich gebaut werden. Denn die risikoscheuen Banken geben derzeit ungern Kredite für die riskanten Projekten. Das Ende der Windkraft auf hoher See bringt die Netzbetreiber in die Bredouille.

BERLIN. Die technisch anspruchsvolle und teure Netzanbindung von Windkraftanlagen auf hoher See wird für die Netzbetreiber zum Roulette-Spiel: Ein Windparkprojekt nach dem anderen wird abgesagt, die Netzbetreiber sind aber gesetzlich verpflichtet, für die Anbindung zu sorgen. Die Risiken steigen. Die Netzanbindung eines einzigen Offshore-Windparks kann leicht mehrere hundert Mio. Euro verschlingen.

"Wenn wir zu spät kommen, müssen wir mit Schadensersatzforderungen des Windparkbetreibers rechnen. Wenn der Windpark nicht gebaut wird, besteht die Gefahr von Fehlinvestitionen", sagt Meike Wulfers von Vattenfall Europe Transmission. "Wir müssen zwischen diesen beiden Extremen balancieren. Die Herausforderungen, das punktgenau hinzukriegen, sind groß."

Vattenfall ist für die Netzanbindung von Windparks in der Ostsee verantwortlich. Derzeit sind allein in der Ostsee 14 Windparks geplant. Ob sie tatsächlich alle gebaut werden, steht in den Sternen. Die Finanzmarktkrise macht es immer schwieriger, die erforderlichen Investitionen zu stemmen. Gerade mittelständische Betreiber oder Finanzinvestoren haben wachsende Probleme, ihre Projekte in die Tat umzusetzen, weil die Banken nicht mehr mitspielen.

Für die Netzbetreiber ist die neue Lage damit schwerer kalkulierbar denn je. "Wenn ein Investor klar kommuniziert, was er plant, dann sind wir zur Stelle. Wenn das nicht geht, haben wir ein Problem", sagt Christian Drepper vom Eon-Konzern. Denn die Netzanbindung ist kein triviales Thema. Die Parks befinden sich mitunter 20, 30 oder 40 Kilometer vor den Küsten. Der planerische, technische und genehmigungsrechtliche Aufwand ist hoch.

Eon ist für die Netzanbindung etlicher Parks in der Nordsee zuständig und war bereits von einem Rückzieher betroffen: Der Park Borkum West II wurde kurzfristig gestoppt. Eon hatte bereits Aufwand für die Netzplanung verbuchen müssen, allerdings noch nicht ins Netz investiert.

Seite 1:

Windkraftbetreiber: Flaute auf hoher See

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%