„Wir haben die Talsohle hinter uns“
Clement erwartet Wende am Arbeitsmarkt

Mit einer baldigen Trendwende am Arbeitsmarkt rechnet Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Nach Jahren der Stagnation wachse die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 bis zwei Prozent, sagte Clement in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

HB BERLIN. „Wir haben die Talsohle hinter uns.“ Wenn jetzt nicht nur der Export, sondern auch die Binnennachfrage in Gang komme - wofür einiges spreche - „werden wir bald auch eine Trendwende am Arbeitsmarkt erleben“. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit sind nach Angaben von Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer in der Metall- und Elektroindustrie Tausende Stellen nicht besetzt.

Clement erneuerte seine Zusage, dass bis zum Jahresende für jeden Bewerber eine Lehrstelle vorhanden sein werde. Noch gebe es eine rechnerische Lücke von 20 000 bis 30 000 Ausbildungsplätzen. Diese werde aber durch Maßnahmen des Bundes in Ostdeutschland und Zusagen der Wirtschaftsverbände für Einstiegsqualifikationen geschlossen. „Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Kalenderjahres unsere Zusage einhalten können“, sagte der SPD-Politiker. Das beweise, dass freiwillige Vereinbarungen besser seien als Gesetze. Die Wirtschaft hatte sich in einer Absprache mit der Bundesregierung verpflichtet, bis zum Jahresende jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot für eine Lehrstelle oder eine Qualifikation zu machen.

In der Metall- und Elektroindustrie sind trotz derzeit über vier Mill. Arbeitslosen in Deutschland viele Stellen offen. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser sagte der „Bild am Sonntag“, die Unternehmen der Branche suchten etwa 150 000 Mitarbeiter. Seit Jahresanfang sei die Zahl der nicht besetzten Arbeitsplätze um 40 000 oder 35 % gestiegen. Gesucht würden unter anderem Installateure, Schlosser, Maler, Maurer, Mechaniker, Elektriker und Bürokaufleute. Ein Grund für den Anstieg sei die Belebung der Konjunktur in Deutschland. Gesamtmetall habe das Wachstum der Branche auf 3,5 nach drei Prozent erhöht.

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