Wirtschaft schlägt Alarm Fachkräftemangel bedroht Standort Deutschland

Mit eindringlichen Worten hat DIHK-Präsident Driftmann die Bundesregierung aufgefordert, das Fachkräfteproblem in Deutschland zu lösen. Deutschland sei für ausländische Spitzenkräfte nur bedingt attraktiv. Unterstützung erhält Driftmann von führenden Wirtschaftsforschungsinstituten. Auch Sachsens Ministerpräsident Tillich warnt vor Rückschlägen für Deutschlands wirtschaftliche Stärke.
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Plakat zur Fachkräfte-Anwerbung: Wirtschaft sieht Bundesregierung in der Pflicht. Quelle: dpa

Plakat zur Fachkräfte-Anwerbung: Wirtschaft sieht Bundesregierung in der Pflicht.

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dne/HB DÜSSELDORF. „Fachkräftesicherung ist für mich 2011 eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Themen“, sagte Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Handelsblatt Online. Gut jedes zweite Unternehmen rechne in den kommenden fünf Jahren mit einem Mangel an Hochqualifizierten. „Hier müssen wir mit einer Gesamtstrategie gegensteuern.“

Dazu gehören nach Driftmanns Vorstellung nicht nur weitere Anstrengungen der Wirtschaft bei Aus- und Weiterbildung sowie eine stärkere Berücksichtigung älterer Arbeitnehmer. Auch die Politik sei gefordert: „Damit künftig noch mehr Mütter am Erwerbleben teilnehmen und ihre Qualifikationen einbringen können, müssen die Kinderbetreuungsangebote weiter ausgebaut und flexibler werden“, forderte der DIHK-Chef. Zudem dürfe die Rente mit 67 nicht infrage gestellt werden. „Es ist doch eine Binsenweisheit: Wenn die Menschen älter werden, müssen sie länger arbeiten und einzahlen - sonst wird unser Rentensystem auf Dauer kollabieren“, so Driftmann.

Nötig sei überdies, dass die Potenziale von Migranten besser genutzt würden. „Deshalb ist ein vereinfachtes Verfahren zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse so wichtig“, erklärte Driftmann. Auch die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte gehöre in das Gesamtkonzept. „Die aktuellen Zuwanderungsregelungen machen es Fachkräften und ausländischen Studenten leider schwer, nach Deutschland zu kommen“, kritisierte Driftmann. Dadurch sei Deutschland für ausländische Spitzenkräfte und Studenten nur bedingt attraktiv. „Dadurch, dass die Koalition dieses Thema nicht anpackt und nötige Entscheidungen immer wieder vertagt, wird Zeit verschenkt und kein Willkommenssignal gesendet“, sagte der DIHK-Chef.

Ähnlich äußerte sich der Ministerpräsident des Landes Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU). „Gute Facharbeiter wie auch Ingenieure und Wissenschaftler braucht Deutschland auch morgen“, sagte Tillich Handelsblatt Online. „Nur dann wird Deutschland auch in Zukunft an der Weltspitze bleiben.“ Die wichtigste Aufgabe der Politik sei daher vorgezeichnet: Investition in die Bildung und Weiterbildung.

Ungeachtet des Fachkräftemangels sieht Sachsens Ministerpräsident Tillich sein Bundesland für 2011 gut gerüstet. Sein Bundesland bleibe „ein hervorragender Investitionsstandort“, sagte der CDU-Politiker. „Das Auto der Zukunft wird mit elektrischem Strom fahren und in Sachsen gebaut, im Land ist eine komplette Wertschöpfungskette entstanden. Bislang einzigartig in Deutschland.“ Vor diesem Hintergrund äußerte Tillich die Hoffnung, dass die Abwanderung von Arbeitskräften zu einem Ende komme. „Ich wünsche mir, dass viele Sachsen in ihre Heimat zurückkehren und an der erfolgreichen Entwicklung mitwirken.“

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54 Kommentare zu "Wirtschaft schlägt Alarm: Fachkräftemangel bedroht Standort Deutschland"

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  • Gerade ist der zweite Teil eines sehr interessanten interviews mit Prof. Dr. Plünnecke vom iW Köln und Dr. Klukas auf zum Thema Fachkräftemangel erschienen:

    http://www.it-radar.org/serendipity/archives/87-Fachkraeftemangel-Teil-ii.html

    Darin haben wir uns damit auseinandergesetzt, welchen Einfluß Schulen und Hochschulen auf diese Problematik haben und welchen beitrag zur Ausbildung Unternehmen, insbesondere in der Region Sachen, leisten können.

  • beim Versuch, die Höhe der Löhne für Fachkräfte zu halbieren kann es schon mal vorkommen, dass sich keiner für so wenig Geld findet. Wer sich umsieht erkennt, dass viele der Jobs unter 60TEUR/pa angeboten werden. Da geht der inder halt nach Norwegen und der Deutsche studiert bWL.

  • beim Versuch, die Höhe der Löhne für Fachkräfte zu halbieren kann es schon mal vorkommen, dass sich keiner für so wenig Geld findet. Wer sich umsieht erkennt, dass viele der Jobs unter 60TEUR/pa angeboten werden. Da geht der inder halt nach Norwegen und der Deutsche studiert bWL.

  • @[48] Veritas,
    aber die Zuwanderer die nach Deutschland kommen tun nicht anderes als die Deutsche die ins Ausland gehen, also wenn die auswandernde Deutsche die Ausbildungskosten zurück zahlen müssen, gilt das selbe für die Zuwanderer die nach Deutschland kommen.
    Diese Zuwanderer haben auch auf Kosten der Steuerzahler ihres Landes studiert.
    Es gleicht sich also aus!

  • das von rot-grün in die welt gesetzte verheerende
    signal, daß man auch ohne arbeit bequem durchs leben
    kommen kann, muß dringend wieder umgekehrt werden.
    wer nichts lernt und nichts leistet, der hat auch nichts zu essen. jeder gesunde muß wieder selbst für
    sein leben verantwortlich sein und nicht auf lebenslange stütze durch den gemeinen steuerzahler
    hoffen können. nur dann werden wir wieder die
    dringend benötigten arbeitskräfte, auch zur erhaltung der sozialsysteme haben.

  • Sehr witzig. Hier wird mal wieder mit zweierlei Maß gemessen, gerade wie es dem neoliberalen Herrn (Dame?) gerade paßt. Aber Kapitalflucht geht in Ordnung, oder? Muß auch, die deutschen Exportüberschüsse müssen ja irgendwo abgeladen werden, und das geht nur im Ausland. Sind sie eigentlich gegen die EU-Freizügigkeit für Arbeitnehmer? Und sollen die osteuropäischen Ärzte in Ostdeutschland demnächst in ihren Heimatländern Ausbildungskosten erstatten? ihre kruden Gedanken können Sie nur mit Mauerbau umsetzen. ich wiederhole mich: DDR reloaded, nur unter Neolib-Flagge. Ein Treppenwitz der Geschichte. Aber ohne mich.

    Kära hälsningar till dig, jag ska nu avsluta diskussionen för - det lönar sig inte alls. Också behöver du inte fråga om jag använder Google - det gör jag inte. Hej då! :)

  • @profan:
    Warum sollten wir für die Ausbildung der Zuwanderer zahlen. Sie kommen freiwillig zu uns und sind froh hier Arbeit zu finden. bei den Wirtschaftsflüchtlingen, die Deutschland verlassen, sieht es anders aus. Sie betrügen unseren Staat um die Ausbildungskosten, wenn sie ohne Erstattung dieser Kosten aus Deutschland flüchten. Ein Verbrechen gegen unseren Staat, das verfolgt werden muß.

  • @[45] Veritas,
    "Ausbildungskosten zurück zu erstatten"
    Was ist mit den Ausbildungskosten der Zuwanderer?
    Wer erstattet sie und wem?

  • LiebeR Veritas,

    dieses Land erinnert mich mehr und mehr an die DDR, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Siehe die gleichgeschalteten Medien. ihr Kommentar paßt wunderbar ins bild. Übrigens, mein neoliberaler Freund, wir leben im Zeitalter der Globalisierung, schon mal davon gehört? ist doch der Standardsatz von iNSM und Co. Gilt die Freizügigkeit etwa doch nur fürs Kapital? Das ist eine merkwürdige Perversion der liberalen idee. Wollen Sie auch Strafsteuern bei Kapitalflucht erheben? Mal drüber nachdenken.

  • @[42] OttoChilli:

    Na dann gehen sie hoffentlich vor dem 1.Mai2011, um nicht eine Stelle für die Zuwanderung zu blockieren. Es wäre nur gerecht dem Steuerzahler und der Politik gegenüber, ihre Ausbildungskosten zurück zu erstatten. Auch überlegenswert wäre die Abwanderung nur zu erlauben, wenn die Ausbildungskosten erstattet sind. Aber trotzdem, viel Glück in Schweden.

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