Wirtschaft soll kalorienärmere Produkte anbieten
Künast sagt Fettleibigkeit den Kampf an

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) hat die Nahrungswirtschaft aufgefordert, angesichts der hohen Zahl übergewichtiger Kinder kalorienärmere Produkte anzubieten. Die Bundesregierung will zudem mit einer neuen „Ernährungsbewegung“ gegen die Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen vorgehen.

HB BERLIN. Mit der Kampagne werde nicht nur über gesünderes Essen informiert, sondern auch Bildung, soziales Umfeld und Gerechtigkeit berücksichtigt, sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) am Mittwoch in Berlin. Es dürfe nicht dazu kommen, dass die junge Generation die erste ist, die vor ihren Eltern stirbt, wie eine Studie vorhersage.

„Ich will neue Lebensmittel und neue Essgewohnheiten“, sagte die Ministerin nach der Entscheidung des Kabinetts für die Initiative. Wie viel Geld die Regierung dafür ausgibt, sagte sie nicht. Künast erinnerte daran, dass erste Warnzeichen zur demographischen Entwicklung mit immer weniger Geburten und älteren Menschen in Deutschland zunächst nicht groß beachtet worden seien. Heute sei die Altersentwicklung ein großes Problem. Genauso verhalte es sich auch mit der Ernährung. „Das Thema wird keiner mehr los.“

Künast zufolge ist inzwischen jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte Kind übergewichtig. Sieben bis acht Prozent von ihnen seien fettleibig. Von den Erwachsenen seien deutlich mehr Männer als Frauen betroffen. Die Folgekosten beliefen sich auf mindestens 71 Mrd. € im Jahr. Das sei ein Drittel der gesamten Gesundheitskosten. Die Ministerin rechnet auch mit größeren Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitgeber könnten sich scheuen, Übergewichtige einzustellen.

Künast sprach von einem Teufelskreis, der zu chronischen Erkrankungen führe. Dazu komme, dass sozial Schwache wenig Geld für gutes Essen hätten. In vielen Lebensmitteln und Gerichten seien zu viel Fett, Zucker und Kohlenhydrate. Gleichzeitig bewegten sich die Menschen immer weniger.

Wissenschaftliche Einrichtungen, Ärzte, Vereine und die Bundesländer sollen nun vernetzt werden, kündigte die Grünen- Politikerin an. Schon in Kindergärten und Schulen solle eine gute Zubereitung von Nahrung gelehrt werden.

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