Wirtschaftsaufschwung
Kieler Institut erwartet sattes Rentenplus

Der Wirtschaftsaufschwung wird sich kommendes Jahr voraussichtlich auch in den Portemonnaies der Rentner bemerkbar machen. „Unsere Berechnungen zeigen, dass die Renten 2008 um 1,7 Prozent steigen dürften“, sagte der Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Alfred Boss, dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Sollten die Kieler Volkswirte recht behalten, wäre dies der höchste Anstieg seit 2002. Diesen Sommer waren die Renten um 0,54 Prozent erhöht worden, zuvor hatte es drei Nullrunden gegeben. Endgültig festgelegt wird die Rentenerhöhung 2008 im kommenden Frühjahr, wenn die gesamtwirtschaftlichen Daten für 2007 vorliegen. Der zuständige Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hatte jüngst vor allzu hohen Erwartungen der Rentner gewarnt.

Wesentlicher Grund für den möglichen Rentenanstieg nächstes Jahr sind die deutlich gestiegenen Löhne, die dieses Jahr in der deutschen Wirtschaft gezahlt werden. Für die Berechnung der Rentenanpassung wird die volkswirtschaftliche Lohnsumme um einige Faktoren, etwa Beamte und Ein-Euro-Jobber, bereinigt. Der so bereinigte modifizierte Lohnanstieg würde für sich genommen sogar zu einer Rentenerhöhung um 2,4 Prozent führen, so die Kieler Volkswirte. Der als „Rentenkürzungsfaktor“ verschriene „Nachhaltigkeitsfaktor“ wird den Berechnungen zufolge die Rente um einen weiteren halben Prozentpunkt erhöhen. Der Grund: Die Zahl der Beitragszahler steigt aufgrund des raschen Abbaus der Arbeitslosigkeit schneller als die Zahl der Rentner. „Der Faktor ist intelligenter, als viele glauben“, hatte der Erfinder des Faktors, der Wirtschaftsweise Bert Rürup, kürzlich noch erläutert. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wird der Faktor frühestens 2010 tatsächlich dämpfend wirken. Bereits dieses Jahr hatte er fast ein Drittel zum Rentenanstieg beigesteuert.

Negativ auf den Rentenanstieg 2008 wirken hingegen die Erhöhung des Rentenbeitrags zu Beginn dieses Jahres sowie die höheren Beiträge zur Riester-Rente dieses Jahr. „Beides zusammen kostet 1,2 Prozentpunkte der Rentenerhöhung“, rechnet IfW-Experte Boss vor.

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