Wirtschaftsberater
Merkel holt von Pierer ins Boot

An einem Posten im Kompetenzteam der Union hatte Heinrich von Pierer kein Interesse. Doch völlig wollte Kanzlerkandidatin Angela Merkel nicht auf die Kontakte und Erfahrungen des früheren Siemens-Chefs verzichten. Chefberater in Außenhandelsfragen soll er nach einem Wahlsieg werden. Neu ist diese Aufgabe für von Pierer nicht.

HB BERLIN. Der mächtige Manager soll wirtschaftspolitischer Berater der Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel werden. "Wir können bestätigen, dass von Pierer den Vorsitz des Rats für Innovation und Wachstum übernehmen soll", bestätigte ein Siemens-Sprecher am Montag. Weitere Details wollte der Sprecher mit Verweis auf die offizielle Vorstellung von Pierers als Berater Merkels am Dienstag in Berlin nicht nennen.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über die Ernennung von Pierers für den Unions-Posten berichtet. Merkel wolle das Gremium unmittelbar nach Amtsübernahme ins Leben rufen. Es soll mit hochrangigen Managern und renommierten Wissenschaftlern besetzt sein und Merkel vor allem in Fragen der Außenwirtschaft beraten. Dabei werde es unter anderem um die Vermarktungsmöglichkeiten für deutsche Erfindungen gehen. Der Rat soll zudem eng mit Baden-Württembergs Kultusministerin Annette Schavan, der voraussichtlichen Innovationsministerin, und dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (beide CDU) zusammenarbeiten, der als künftiger Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit gilt.

Wirtschaftsführer mit vielen internationalen Verbindungen

Von Pierer ist nach dem Steuerexperten Paul Kirchhof der zweite prominente Seiteneinsteiger für eine von Merkel geführte Regierung. Von Pierer gilt als einer der einflussreichsten deutschen Manager.

Kanzlerkandidatin Merkel und von Pierer pflegen seit Jahren guten Beziehungen. Aus diesem Grund war von Pierer auch vor der Ernennung von Paul Kirchhof als aussichtreicher Kandidat für den Posten des Finanzexperten im Wahlkampfteam der Union gehandelt worden. Letztendlich nahmen jedoch beiden Seiten von dem Plan wieder Abstand.

Ganz wollte Merkel jedoch offenbar nicht auf die Kenntnisse, Kontakte und Erfahrungen des mächtigen Managers, selbst langjähriges CSU-Mitglied, verzichten. Der neue Plan: von Pierer als Wirtschaftsberater. Einen ähnlichen Rat hatte auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach seinem Wahlsieg 1998 ins Leben gerufen. Diesem Rat für "Forschung, Technologie und Innovation", der später keine große Bedeutung gewann, gehörte von Pierer ebenfalls an.

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