Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland und Libyen kooperieren stärker

Zwar ist in der internationalen Gemeinschaft libyschen Staatschef Muammar Muammar el Gaddafi in der internationalen Gemeinschaft nach wie vor umstrittenen. Deutschland will dennoch seine Wirtschaftsbeziehungen zu Libyen ausbauen – und hat dabei vor allem die großen Öl- und Gasvorkommen im Auge.

HB BERLIN/TRIPOLIS. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) besuchte am Wochenende mit einer rund 100-köpfigen Wirtschaftsdelegation den nordafrikanischen Staat. Wie ein Ministeriumssprecher am Sonntag mitteilte, standen Fragen der Energiepolitik sowie der Ausbau der Infrastruktur im Mittelpunkt der Gespräche.

Deutschland will vom Aufschwung des Landes profitieren. Laut Guttenberg will Libyen in den nächsten Jahren allein in Bildung und Infrastruktur 20 Milliarden Euro investieren. Der „Bild am Sonntag“ sagte der Wirtschaftsminister: „Libyen ist unser größter Öllieferant außerhalb Europas und verfügt auch über große Gasreserven.“ Offenbar mit Blick auf den Streit zwischen der Ukraine und Russland um die Durchleitung von Gas nach Europa im vergangenen Winter fügte Guttenberg hinzu: „Wir müssen unsere Energieversorgung diversifizieren und dürfen uns nicht von einzelnen Ländern abhängig machen.“

Zu dem in der internationalen Gemeinschaft nach wie vor umstrittenen libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi sagte Guttenberg: „Gaddafi bleibt eine schillernde Figur, aber er übernimmt zunehmend Verantwortung, zum Beispiel als Vorsitzender der Afrikanischen Union. Manche sehen in ihm mittlerweile einen Partner bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus.“ Ein persönliches Treffen Guttenbergs mit Gaddafi war bis zuletzt offen. Die Reise war dem Vernehmen nach noch von Guttenbergs Vorgänger Michael Glos (CSU) angeschoben worden.

Am Samstag hatte Guttenberg das Deutsch-Libysche Wirtschaftsforum eröffnet, das seit 1997 vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft regelmäßig veranstaltet wird. Die Exporte nach Libyen stiegen 2008 um 56,1 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Libyen ist mit einem Anteil von elf Prozent weltweit das viertwichtigste Erdöllieferland für Deutschland. Künftig ergeben sich demnach auch Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Erneuerbare Energien sowie im Gesundheitssektor.

Die Importe aus Libyen nahmen laut Afrika-Verein aufgrund des stark gestiegenen Erdölpreises im ersten Halbjahr um 30,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro (2007: 4,2 Mrd. Euro) zu. Bei den Importen aus Libyen hat Erdöl einen Anteil von 97 Prozent.

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