Wirtschaftskoloss Nordrhein-Westfalen braucht qualifizierten Fachkräftenachwuchs
Bildungspolitik reißt tiefe Gräben in NRW auf

Vor der Landtagwahl in Nordrhein-Westfalen verbindet die Spitzenkandidaten in der Bildungspolitik nur eins: Peer Steinbrück (SPD) und Jürgen Rüttgers (CDU) hatten oder haben beide Kinder im schulpflichtigen Alter. Weitere Gemeinsamkeiten gibt es nicht: Die Kontrahenten streiten über Studiengebühren und Gemeinschaftsschulen und Leistungstests.

fri/sig DÜSSELDORF/BERLIN. Seit Deutschland im internationalen Pisa-Vergleich lediglich im Mittelfeld lag und NRW-Schüler beim Ergänzungstest der OECD in den Naturwissenschaften nur auf Platz zehn und bei der Lesekompetenz auf Platz sieben landeten, tobt die Debatte über das bessere Bildungskonzept. Das Thema ist brisant, denn der Wirtschaftskoloss NRW ist auf gut ausgebildete Schüler und Studenten angewiesen.

Deshalb hat die rot-grüne Regierung in den vergangenen fünf Jahren für Schulen und Hochschulen die Finanzmittel aufgestockt und einige Veränderungen durchgesetzt. Die Universitäten erhielten mehr Autonomie, dürfen über Personal und Studenten stärker selbst entscheiden. International anerkannte und kürzere Bachelor- und Masterstudiengänge wurden ebenso eingeführt wie Qualitätsrankings. Das Abitur nach 12 Jahren, Englisch ab der 3. Klasse, zentrale Abschlussprüfungen an den Schulen und erste Lernstandstests sind ebenfalls fest etabliert.

Streit mit der Opposition gibt es vor allem über die Frage, wie das Bildungssystem finanziert werden soll. Landeschef Steinbrück verspricht auf großflächigen Plakaten, dass unter seiner Regierung das Erststudium gebührenfrei bleibt. Rüttgers und die FDP fordern dagegen nachgelagerte Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester. Ein Uni-Absolvent müsste allerdings erst nachträglich zahlen, wenn er einen Job gefunden hat. Ein Bachelor-Studiengang mit sechs Semestern würde rund 3 000 Euro kosten.

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