Wirtschaftskrise
Rentner bekommen bis 2016 kaum mehr Geld

Die Wirtschaftskrise lässt die Alterseinkommen stagnieren. Sinkende Löhne und der Nachhaltigkeitsfaktor verhindern Erhöhungen. Ohne die Rentenformel würden die Bezüge der deutschen Rentner 2010 sogar sinken. Rentengarantie und rechtliche Klausen helfen den Rentnern - in den kommenden Jahren aber müssen diese ihre Schulden abstottern.
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WÜRZBURG. Die 20 Millionen Rentner in Deutschland werden noch bis 2016 an den Folgen der Wirtschaftskrise zu leiden haben. Solange werden nach aktuellen Schätzungen der Rentenversicherung ihre Alterseinkommen kaum steigen. In den nächsten beiden Jahren müssen sie sogar ohne Rentenerhöhung auskommen. Nullrunden für die Rentner hatte es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006 gegeben.

Nur die noch von der Großen Koalition verabschiedete Rentengarantie und weitere Schutzklauseln im Rentenrecht bewahren sie davor, dass ihre gesetzlichen Altersbezüge 2010 und 2011 wenigstens nicht sinken. "Nach der Rentenformel", sagt Alexander Gunkel, Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung, "müssten die Renten 2010 eigentlich um 1,8 Prozent in Westdeutschland und sogar 2,8 Prozent in den neuen Bundesländern gekürzt."

Grund für die Durststrecke, die den Rentnern bevorsteht, sind nicht allein die in diesem Jahr voraussichtlich um 0,5 Prozent sinkenden Löhne. Auch die übrigen Faktoren der Rentenformel wirken sich negativ aus. Dies gilt vor allem für den Nachhaltigkeitsfaktor. Er sorgt dafür, dass die Renten weniger stark steigen, wenn die Zahl der Beschäftigten abnimmt. Bislang hatte er rentenerhöhend gewirkt, weil im Aufschwung auch der Arbeitsmarkt boomte. Nun beginnt er, die Rentenerhöhung zu dämpfen.

Es kommt hinzu, dass die unterbliebenen Rentenkürzungen in diesem und im nächsten Jahr genauso wie die Aussetzung des die Renten dämpfenden Riesterfaktors in den vergangenen beiden Jahren, ab 2012 nachgeholt werden müssen. Bis 2016 wird es dauern, bis die Rentner diese Schulden an die Beitragszahler abgestottert haben. Die Arbeitnehmer dagegen können nach Schätzungen der Bundesregierung ab 2012 wieder mit Gehaltserhöhungen von 2,3 Prozent pro Jahr rechnen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund will das verhindern. "Die Politik darf die Rentner nicht in ein Minuskonto zwingen, das sie über Jahre von der allgemeinen Einkommensentwicklung abkoppelt", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Daher müsse sie auf die Rückzahlung der Schulden aus der Rentengarantie verzichten.

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