Wirtschaftskrise
Verdi pocht auf Lohnerhöhung

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi positioniert sich für die Tarifverhandlungen im kommenden Jahr. Die Löhne müssten steigen, fordernd die Arbeitnehmervertreter - nicht trotz, sondern gerade wegen der schweren Wirtschaftskrise.

HB BERLIN. Sowohl für die Bediensteten der Länder als auch für Mitarbeiter in Großunternehmen will die Gewerkschaft mehr verlangen, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Samstag im Deutschlandradio Kultur. In der jetzigen Krise seien "gerade zusätzliche Lohnforderungen" angebracht. Denn höhere Löhne stärkten die Kaufkraft im Inland. Dies sei insbesondere wichtig, weil der Export zurückgehe. "Das gilt allemal in einer Situation, wo für die Bundesrepublik der Aufschwung perspektivisch nur von innen kommen kann."

Der Gewerkschafter sagte, 2008 sei seit langem das erste Jahr mit Reallohnzuwächsen gewesen. "Das muss fortgesetzt werden, denn alle hoffen darauf, dass der Konsum anspringt." In den Jahren zuvor hätten sich Reallohnverluste geradezu angehäuft, der Aufschwung sei an den Arbeitnehmern vorbeigegangen.

Für das Superwahljahr 2009 kündigte Bsirske eine Kampagne für den Mindestlohn an. Etwa zwei Millionen Menschen arbeiteten in Deutschland für Stundenlöhne von fünf Euro brutto oder weniger, das sei ein "richtig harter Armutslohnsektor". Die Durchsetzung einer Lohnuntergrenze per Gesetz sei deshalb zwingende Notwendigkeit. "Wir wollen dem Mindestlohn Stimme, Gehör verschaffen in der Gesellschaft", sagte Bsirske.

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