Wirtschaftsminister
Zu Guttenberg soll Profil der Union schärfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Rücken gestärkt und ihn für den Wahlkampf der Union als Wirtschaftsfachmann in Stellung gebracht. Offenbar hält Merkel zu Guttenberg für robust genug, um die Attacken der SPD auf seine Person zu kontern.

BERLIN. „Die Frage der Regierungsbildung steht jetzt nicht an“, sagte Merkel. „Aber Herr zu Guttenberg hat sich in den ersten 120 Tagen bravourös geschlagen. Ich zähle auch in Zukunft auf ihn.“ Der Wirtschaftsminister werde „selbstverständlich im Wahlkampf eine wichtige Stütze sein“, sagte die CDU-Chefin. „Zu Guttenberg ist als Wirtschaftsminister doch für die ganze Palette der Wirtschaftspolitik verantwortlich.“

Mit diesen Worten stärkt Merkel zu Guttenberg demonstrativ den Rücken. Zwischen der Kanzlerin und dem Wirtschaftsminister hatte es bei der Rettung von Opel offene Differenzen gegeben, da zu Guttenberg die ordnungspolitisch saubere Variante einer Insolvenz von Opel favorisiert hatte. Dem Vernehmen nach konnte Merkel zu Guttenberg nur durch das Versprechen am Rücktritt hindern, dass Opel ein Einzelfall bleibe.

Für Merkel hat eine herausgehobene Rolle zu Guttenbergs durchaus Sinn. Zum einen wird die CSU ohnehin darauf bestehen, dass ihr neuer Star im gemeinsamen Unions-Wahlkampf eine wichtige Rolle spielt. Die Zugkraft des Adligen konnten die Christsozialen bereits im Europawahlkampf spüren, wo zu Guttenberg die Bierzelte füllte. Obwohl er nicht zur Wahl stand, hatte die CSU den Franken bayernweit plakatiert.

Zudem entbindet zu Guttenberg Merkel davon, einen besonderen Wirtschaftskopf für die CDU herauszustellen. Denn alle Kandidaten dafür haben aus Sicht der Kanzlerin Nachteile. Roland Koch kennt sich zwar aus, ist aber kein Sympathieträger. Jürgen Rüttgers ist dem Wirtschaftsflügel schwer zu vermitteln, und Christian Wulffs Werben um eine gewichtigere Rolle wollte Merkel schon im vergangenen Jahr nicht erhören. Norbert Röttgen ist zwar klug, als parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion von den möglichen Rettungsaktionen dieses Sommers aber denkbar weit entfernt.

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