Wirtschaftspolitik Manager flirten mit den Grünen

Seit Antritt der schwarz-gelben Bundesregierung steigen die Grünen auch im Ansehen der Wirtschaft. Nun zahlt sich aus, dass deren Wirtschaftspolitiker seit Jahren gute Kontakte zu Managern pflegen. Wie die Grünen vom Bürgerschreck zum Wirtschaftspartner werden.
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Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: Hauptrednerin beim Tag der Deutschen Industrie Quelle: dpa

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast: Hauptrednerin beim Tag der Deutschen Industrie

(Foto: dpa)

BERLIN. Neulich im feinen Düsseldorfer Maritim: 250 Geschäftsführer des mächtigen Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) lauschen gebannt Cem Özdemir. Der Deutsch-Türke spricht über Steuersenkungen für Normalverdiener, Förderung des Mittelstands und Programme zur Energie-Einsparung, die die Grünen wollen.

Am Ende klatschen die - eigentlich traditionell schwarz-gelb gewirkten - Mittelstandsfunktionäre dem Grünen-Chef mehr als den üblichen Pflichtbeifall. "Özdemir hat unsere Geschäftsführer mit einer sehr packenden, sehr pragmatischen Rede beeindruckt", lobt ihn Mittelstandspräsident Mario Ohoven.

Die Szene ist derzeit symptomatisch. Die Grünen eilen von Umfragerekord zu Umfragerekord, gewinnen Mitglieder dazu und machen Union und Liberalen das Label der Bürgerlichkeit abspenstig. Nach jahrelanger Basisarbeit im Unternehmerlager finden sie auch unter Firmeneigentümern und Managern immer mehr Freunde.

Nächste Woche darf Fraktionschefin Renate Künast gar eine der Hauptreden beim Tag der Deutschen Industrie des BDI halten. Vor wenigen Jahren undenkbar, sind die Grünen heute "für uns ein seriöser, ernstzunehmender Gesprächspartner", heißt es in der BDI-Zentrale.

"Unsere Grundhaltung zur Wirtschaft ist positiv, aber fordernd, weil wir die dringend notwendige ökologische und soziale Modernisierung Deutschlands nur gemeinsam mit der Wirtschaft bewältigen können", sagte Künast dem Handelsblatt. Ihr ganz persönlicher Draht zu Managern sei "respektvoll, professionell und vertrauensvoll. Wenn es um private Kontakte geht eben einfach herzlich."

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10 Kommentare zu "Wirtschaftspolitik: Manager flirten mit den Grünen"

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  • so weit wirds doch gar nicht kommen. die grünen kommen nicht an die macht, sondern jeder polittrottel kriegt vorher sein fett weg. die weltwirtschaft sucht nun nach komischen strohhalmen, aber die wirds auch nicht mehr bei den grünen finden. der untergang ist schon in vollem gange. nur die hinhaltetaktik gefällt mir nicht so ganz. mensch leute. geht endlich auf die straße und zeigt den trotteln eure macht. niemand kann doch ernsthaft wollen, dass er seine devote seite noch mehr ausnutzen lässt von diesem korruptem pack???? wachts auf, bevor der radikalismus in europa um sich greift.

  • Rette sich wer kann!
    Auswandern, solange andere Länder die Grenzen noch nicht komplett dicht machen.
    Wie gebildete Menschen jemanden wie Künast oder Özdemir wählen können ist mir ein absolutes Rätsel. Vielleicht weil die meisten Gutmenschen wohlhabende Dampfplauderer sind, die mit der Realität überhaupt nichts zu tun haben. irgendwann werden sie davon auch eingeholt. Mir dauert das allerdings zu lange.

    Ein angehender ingenieur sagt deshalb hoffentlich bald auf (Nimmer)Wiedersehen.
    Goodbye Deutschland! Zerstörung meiner wunderbaren Heimat mit System. Es tut weh das erleben zu müssen.
    Hoffentlich müssen diese Verbrecher irgendwann dafür büsen, anstatt in irgendwelchen Aufsichtsräten abzukassieren.

  • Die Grünen sind ihm auch lieber als die SPD: "Die gibt immer noch den Robin Hood, der den Reichen nimmt und den Armen gibt - die Grünen wissen, dass es so nicht funktioniert."
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    so ist im Artikel von diesem Ohoven zu lesen.
    Na klar, die Grünen nehmen unten und geben oben. Das haben sie doch bestens gezeigt in der Regierung mit Schröder.
    hartz iV und jeden ganz normalen Arbeitslosen per Gesetz nach einem Jahr zum Asozialen gemacht, Spitzensteursatz gesenkt, Firmenveräußerungen steuerfrei gestellt
    ist doch klar, dass da der Mittelstand jubelt
    Hinzu kommt ihr Deutschlandhass, die Wirtschaft wird dann jede Menge Zuwanderer erhalten, die brauchen nur einmal Piep sagen.
    b ravo, wir gehen tollen Zeiten entgegen, wenn die wirklich nochmal drankommen. Und Özdemir als Kanzler, mein Gott, mir kommt das Grausen

  • Es ist nichts neues, dass die Wirtschaft diejenige politische Partei lobt, die ihnen ihre Pfründe weiterhin sichert.
    Gut zu lesen, dass das Volk dies erkennt.

  • nachdem selbst der Obergrüne Joschka und auch Rezzo Schlauch Atomstromhersteller berät bzw. dort angestellt war, sind berührungsängste vergessen. Die Grünen können dann, sobald die Türkei dank ihrer Hilfe EU-Mitglied ist, für billige Arbeitskräfte sorgen. Die Rechnung bezahlt allemal der Steuerzahler. Ob Society-Ohovens Verein allerdings die Wirtschaft repräsentiert, da habe ich meine Zweifel. Erstaunt bin ich über die prominente Nachricht im sonst geschätzten Handelsblatt.

  • 1. : @ "omg"

    Natürlich versuchen die Lobbyisten der Wirtschaft, ihren Einfluss in potentiell mehheitsbildenden Parteien zu konsolidieren.

    2.: Die Grünen profitieren insbesondere von der Schwäche der FDP, wohl gebildete Wechselwähler zu atrahieren, welche genug von der "Links-Rechts"-Diffamierungs-Rhetorik von CDU/CSU, FDP, SPD und Linken haben. Die idelogische borniertheit dieser Parteien hat in der Post-lafontaine#Ära dazu geführt, dass ein demokratischer Dialog immer häufiger in polemischen Schlammschachten mit (neuerdings?) gegenseitigen Nazi-Vorwürfen mündet.

    Liebe Politiker: Wir leben im 21. Jahrhundert. Jede Generation, welche nach einer technologischen Revolution, in unserem Fall der postindustriellen Computerrevolution, lebt, ist angehalten, das politische System zu überdenken und neue Konzepte zu schaffen! Wir haben genug von "Rechts" und "Links", wir wollen eine pragmatische, leistungsorientierte, gerechte und wohldurchdachte Politik, welche nun endlich das Wohl des freien Staatsbürgers ins Auge fasst im Sinne eines Liberalismus, welches von der FDP als politisches Ziel sträflich vernachlässigt wird. Solche Ziele wollen aber von starken Regierungen mit charismatischen Politikern durchgesetzt werden, woran es eindeutig mangelt zum jetzigen Zeitpunkt. Die Grünen haben es nun verstanden, ihre politische Agena seriös in diesem Sinne auszurichten und sind durchaus in der Lage, bei der momentanen Schwäche der jetztigen Parteien als Wahlsieger hervorzugehen. in diesem Falle würde ich als Person nicht-türkischer Herkunft nach der Sarrazin-Debatte eine so kompetente Person wie Cem Özdemir als türkisch-stämmigen bundeskanzler und inkarnation erfolgreicher integration durchaus begrüßen.

  • Ohoven und Özdemir passen in der Tat gut zusammen. Die langen Koteletten des Politikers mit Migrationshintergrund bilden die perfekte Ergänzung zu den aufgespritzten ballonlippen von Frau und Töchterchen des Gründers des bekannten Strukturvertriebs (vulgo: Kloppertruppe) OVb im Rheinländischen. Über solche Verbindungen läßt sich gut Politik machen, besonders grüne.

  • Deutschland in den Schatten Teil XXX.

    Wer kennt hier noch Schadowrun?

    bald ist es soweit...
    2014 bilden sich unter Rot-Grün die ersten Megakons,
    danach geht alles ganz schnell.

    Hm, ich werd Rattenschamane.

  • Ein paar Jahre die Grünen an der Macht, das ist vielleicht gar nicht schlecht. Denn halbherzige Kapitalisten wie Merkel und Co., die nichts gegen eine "schleichende" Erhöhung der Steuern und der Umwelt-Gesetzte tun, machen es den Wählern nur schwerer, sich zu entscheiden, Wer hier eigentlich für Was steht. Was ist noch dran an der FDP und CDU, wenn jetzt sogar Herr Schäuble eine Erhöhung der Ökosteuer will um seine Finanzlöcher zu stopfen - eine andere Steuer hat er wohl nicht finden können als diese Lenkungssteuer?
    Wenn dagegen die Grünen mal das benzin auf 5 Euro pro Liter besteuern, die Straßen unter noch mehr Nummernschild-losen Fahrrädern ersticken, der Strom mit noch mehr Solarförderungen 50 Cent kostet, Stromausfälle an der Tagesordnung sind, die Autoindustrie komplett nach China abwandert, Sozialabgaben und Steuern 80% des Gehalts abzapfen (und demzuvolge niemand mehr Ansporn hat überhaupt zu arbeiten)...

    ...dann ist vielleicht bei den Wählern und Steuerzahlern endlich "Schluss mit lustig" und die grüne und sozialistische Politik nimmt endlich ein Ende.

  • Da fängt die Schacherei um spätere Aufsichtsrats-
    und berater-Posten sogar bei den Grünen an.
    Als würden unsere korrupten Politiker nicht schon genug Abfindung für ihre Zeit nach dem Amt aus dem Volk pressen,
    nein nach der Legislaturperiode muss unbedingt auch noch ein hochbezahlter Wirtschaftsjob her.

    Fazit: Wer demnächst Grüne wählt,
    wählt den gleichen Sauhaufen wie atm in Amt und Würden.

    Die Demokratie ist tot lang lebe die ewige Abzocke.

    Man wird's in der nächsten Legislaturperiode mit Rot-Grün sehen, wie die Schweine Wahlgeschenke an die Solarbranche und andere Wichser verteilen.

    Na dann mal Prost auf's neue Jahrtausend der Ausbeutung des Steuerzahlers.

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