Wirtschaftspolitik
Manager flirten mit den Grünen

Seit Antritt der schwarz-gelben Bundesregierung steigen die Grünen auch im Ansehen der Wirtschaft. Nun zahlt sich aus, dass deren Wirtschaftspolitiker seit Jahren gute Kontakte zu Managern pflegen. Wie die Grünen vom Bürgerschreck zum Wirtschaftspartner werden.
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BERLIN. Neulich im feinen Düsseldorfer Maritim: 250 Geschäftsführer des mächtigen Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) lauschen gebannt Cem Özdemir. Der Deutsch-Türke spricht über Steuersenkungen für Normalverdiener, Förderung des Mittelstands und Programme zur Energie-Einsparung, die die Grünen wollen.

Am Ende klatschen die - eigentlich traditionell schwarz-gelb gewirkten - Mittelstandsfunktionäre dem Grünen-Chef mehr als den üblichen Pflichtbeifall. "Özdemir hat unsere Geschäftsführer mit einer sehr packenden, sehr pragmatischen Rede beeindruckt", lobt ihn Mittelstandspräsident Mario Ohoven.

Die Szene ist derzeit symptomatisch. Die Grünen eilen von Umfragerekord zu Umfragerekord, gewinnen Mitglieder dazu und machen Union und Liberalen das Label der Bürgerlichkeit abspenstig. Nach jahrelanger Basisarbeit im Unternehmerlager finden sie auch unter Firmeneigentümern und Managern immer mehr Freunde.

Nächste Woche darf Fraktionschefin Renate Künast gar eine der Hauptreden beim Tag der Deutschen Industrie des BDI halten. Vor wenigen Jahren undenkbar, sind die Grünen heute "für uns ein seriöser, ernstzunehmender Gesprächspartner", heißt es in der BDI-Zentrale.

"Unsere Grundhaltung zur Wirtschaft ist positiv, aber fordernd, weil wir die dringend notwendige ökologische und soziale Modernisierung Deutschlands nur gemeinsam mit der Wirtschaft bewältigen können", sagte Künast dem Handelsblatt. Ihr ganz persönlicher Draht zu Managern sei "respektvoll, professionell und vertrauensvoll. Wenn es um private Kontakte geht eben einfach herzlich."

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Kommentare zu " Wirtschaftspolitik: Manager flirten mit den Grünen"

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  • so weit wirds doch gar nicht kommen. die grünen kommen nicht an die macht, sondern jeder polittrottel kriegt vorher sein fett weg. die weltwirtschaft sucht nun nach komischen strohhalmen, aber die wirds auch nicht mehr bei den grünen finden. der untergang ist schon in vollem gange. nur die hinhaltetaktik gefällt mir nicht so ganz. mensch leute. geht endlich auf die straße und zeigt den trotteln eure macht. niemand kann doch ernsthaft wollen, dass er seine devote seite noch mehr ausnutzen lässt von diesem korruptem pack???? wachts auf, bevor der radikalismus in europa um sich greift.

  • Rette sich wer kann!
    Auswandern, solange andere Länder die Grenzen noch nicht komplett dicht machen.
    Wie gebildete Menschen jemanden wie Künast oder Özdemir wählen können ist mir ein absolutes Rätsel. Vielleicht weil die meisten Gutmenschen wohlhabende Dampfplauderer sind, die mit der Realität überhaupt nichts zu tun haben. irgendwann werden sie davon auch eingeholt. Mir dauert das allerdings zu lange.

    Ein angehender ingenieur sagt deshalb hoffentlich bald auf (Nimmer)Wiedersehen.
    Goodbye Deutschland! Zerstörung meiner wunderbaren Heimat mit System. Es tut weh das erleben zu müssen.
    Hoffentlich müssen diese Verbrecher irgendwann dafür büsen, anstatt in irgendwelchen Aufsichtsräten abzukassieren.

  • Die Grünen sind ihm auch lieber als die SPD: "Die gibt immer noch den Robin Hood, der den Reichen nimmt und den Armen gibt - die Grünen wissen, dass es so nicht funktioniert."
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    so ist im Artikel von diesem Ohoven zu lesen.
    Na klar, die Grünen nehmen unten und geben oben. Das haben sie doch bestens gezeigt in der Regierung mit Schröder.
    hartz iV und jeden ganz normalen Arbeitslosen per Gesetz nach einem Jahr zum Asozialen gemacht, Spitzensteursatz gesenkt, Firmenveräußerungen steuerfrei gestellt
    ist doch klar, dass da der Mittelstand jubelt
    Hinzu kommt ihr Deutschlandhass, die Wirtschaft wird dann jede Menge Zuwanderer erhalten, die brauchen nur einmal Piep sagen.
    b ravo, wir gehen tollen Zeiten entgegen, wenn die wirklich nochmal drankommen. Und Özdemir als Kanzler, mein Gott, mir kommt das Grausen

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