Wirtschaftsreaktionen zur großen Koalition
Investoren sind deutschen Pessimismus leid

Die geplante große Koalition stößt bei Wirtschaftsverbänden auf ein geteiltes Echo. Die Branchenvertreter sehen zwar Chancen in der Zusammenarbeit, befürchten aber zugleich zu viele Kompromisse bei Sachthemen. Dagegen mahnen ausländische Investoren, sich endlich von dem verbreiteten Pessimismus im Land zu verabschieden.

HB FRANKFURT. „Wir sehen das Ganze nicht mit jubelnden Tönen, aber durchaus mit einer gewissen Zuversicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ludolf von Wartenberg, im Deutschlandradio Kultur. „Das, was bisher herausgekommen ist, auch das Team, das sich im Kabinett wiederfindet, verspricht doch ein starkes Team zu werden“. Eine Wiederbelebung der Spitzengesprächsrunde „Bündnis für Arbeit“ halte er aber nicht für angebracht.

Der Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, äußerte sich skeptisch zu den Perspektiven einer großen Koalition: „Man einigt sich, das fürchte ich, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.“ Ohoven forderte von der neuen Bundesregierung, mehr unternehmerische Freiheit und Eigenverantwortlichkeit zu ermöglichen.

„Die größte Innovationsbarriere für den Mittelstand ist und bleibt die Bürokratie“, sagte er. Um die Rahmenbedingungen für das Entstehen von Innovationen zu verbessern, sei die Wirtschaft außerdem auf ein leistungsfähiges Bildungssystem angewiesen. Es gebe zu viele Schulabgänger, die nicht richtig schreiben und rechnen könnten.

Der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, unterstrich: “Die große Koalition hat große Aufgaben zu bewältigen. Die lange Zeit des Stillstandes muss jetzt enden“. Er rief die Parteien auf, aufeinander zu zu gehen und schnellstens Klarheit über das Regierungsprogramm zu schaffen.

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