Dafür freilich werben Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt Landesbehörden schon länger. In vielen Unternehmen wecken sie damit aber nur mäßiges Interesse.
In einer Umfrage Ende vergangenen Jahres gaben vier Prozent der betroffenen Firmen an, einen entdeckten Spionageversuch angezeigt zu haben. Die Angst, sich vor der Konkurrenz zu entblößen, übersteigt offenbar die Angst vor weiteren Schäden. Um dennoch wirksamen Schutz anzubieten, setzt der Verfassungsschutz jetzt auf eine Art Hilfe zur Selbsthilfe: Gespräche und Schulungen mit den Experten der Kölner Behörde sollen Unternehmen befähigen, sich selbst zu schützen.
Insbesondere im Bereich der Kommunikationsmittel besteht Nachholbedarf. Viele Unternehmensnetzwerke sind kaum gegen Attacken aus dem Internet geschützt. Genau darauf setzen ausländische Nachrichtendienste. „Die aktuell gefährlichste Bedrohung stellen internetgebundene Angriffe auf Netzwerke und Computersysteme deutscher Wirtschaftsunternehmen dar“, heißt es beim Verfassungsschutz. Über 750 000 deutsche Firmenrechner sollen mit Ausspähprogrammen, so genannten Trojanern, infiziert sein.
Aber auch die klassische Variante über menschliche Informanten ist weiter eine Bedrohung. Dabei fallen vor allem chinesische Geheimdienste auf. „China kann sich in Deutschland auf die so genannten Non-Professionals stützen, die Zugang zu deutschem Know-How haben und über Fleiß, Bildungshunger, Karrieredenken und ein hohes Maß an Patriotismus verfügen“, warnen die Verfassungsschützer. Damit sind vor allem chinesische Studenten, Gastwissenschaftler oder Praktikanten gemeint, die sich Zutritt zu den Interna deutscher Unternehmen verschaffen und diese an chinesische Nachrichtendienste weitergeben.

