Wirtschaftsstaatssekretär
Bundesregierung sieht keine Gefahr eines Währungskrieges

Droht der Welt ein Krieg der Währungen? „Das macht mir jetzt nicht wirklich große Sorgen“, sagt nun der Wirtschaftssekretär Bernhard Heitzer. Mit Spannung schaut er vor allem nach Asien.
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BerlinDie Bundesregierung hält die Gefahr eines Abwertungswettlaufs der wichtigen Währungen in der Welt, über die noch vor wenigen Wochen international diskutiert wurde, offenbar für gebannt. „Das macht mir jetzt nicht wirklich große Sorgen“, sagte am Freitag Wirtschaftsstaatssekretär Bernhard Heitzer der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich sehe keinen drohenden Währungskrieg.“

Mit Blick auf Japans hochexpansive Finanz- und Geldpolitik mit ihren Folgen warnte er: „Wenn es denn so ist, dass die japanische Finanz- und Geldpolitik den Yen-Wechselkurs schwächt, dann kann dies vielleicht kurzfristig die preisliche Wettbewerbsfähigkeit stärken und Marktanteile sichern. Aber mittel- und langfristig sind das keine geeigneten Rezepturen.“

Für eine vordringliche Aufgabe der deutschen Politik hält er es, die Rahmenbedingungen für mehr Investitionen zu verbessern und die langfristige Wachstumskraft zu erhöhen. „Wir sollten alles tun, um unser Wachstumspotenzial auszuschöpfen und zu erhöhen.“ Experten sehen das deutsche Potenzialwachstum, also die Wachstumsmöglichkeiten, derzeit bei 1,25 bis 1,4 Prozent.

Was die seit längerem andauernde Investitionsschwäche in Deutschland angeht, warnte Heitzer, das dürfe kein Dauerzustand werden. Investitionen hätten viel mit Vertrauen zu tun. „Investoren, die verunsichert sind oder befürchten, Fehlinvestitionen vorzunehmen, sind zurückhaltend.“ Wenn etwa, wie derzeit von einigen Parteien im Wahlkampf, von Steuererhöhungen die Rede sei, „dann ist das keine vertrauensfördernde Maßnahme“.

Die Kritik des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), die EU-Kommission tue nicht genug zur Stärkung der Industrie, hält der Wirtschaftsstaatssekretär für richtig. „Diese Kritik teile ich.“ Wenn es etwa um das Thema Autos in Brüssel gehe, dann werde die Diskussion „hier eher von der Generaldirektion Umwelt bestimmt, weniger von der Generaldirektion Industrie“, bemängelte er.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wirtschaftsstaatssekretär: Bundesregierung sieht keine Gefahr eines Währungskrieges "

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  • Der "Währungskrieg" findet im eigenen Land statt. Die Zinspolitik der EZB stellt Millionen von Menschen in das Aus.

    Sparbücher vermutlich ein Dorn im Auge von Investoren sind
    zu Schliessfächern verkommen und die Wirtschaft hat nicht davon, dass sich Banken für 1% Zinsen Geld leihen können.
    Ganz im Gegenteil wird damit groß Kasse gemacht. Könnten sich die Unternehmen für 1% von der EZB/BB Geld leihen, würden die Investitionen stark ansteigen. Zurück zur eignen Währungen in Europa ist auch hier ein Thema. Das dann arme Länder ihre Währung abwerten können soll ein Heilmittel werden? In Deutschland könnte man die MWST auf
    15% senken, denn erhöht wurde die MWST in der Not. Pro
    Punkt hat es 8 Milliarden Euro eingebracht. Jetzt könnte man die MWST mal für eine bestimmte Zeit senken.


  • Der Herr Staatssekretär schmarrt Desinformation.

    Der Währungskrieg steht schon seit Jahren im vollsten Saft.

    Der Kerl veräppelt via "HB Volks- Beobachterblattl" Mitleser . Lanciert, eigentlich kriminell . Passt halt gut ins CDU/FDP Doof-Weltbild.

  • Warum so pessimistisch?
    Die Mauer wurde offenbar auch völlig ohne Absicht gebaut. jedenfalls hatte "keiner die Absicht eine Mauer zu errichten - und auf das Wort aus der Politik ist doch Verlass.

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