Wirtschaftsverbände zur K-Frage
„Steinmeier versteht uns am besten“

In den vergangenen Tagen haben sich viele Stimmen aus der SPD zur K-Frage geäußert. Jetzt hat sich auch die Wirtschaft zu Wort gemeldet. Die Verbände sprechen sich für Frank-Walter Steinmeier aus.
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Berlin/DüsseldorfIn der deutschen Wirtschaft gibt es erstmals gewichtige Stimmen, die sich für SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat aussprechen: „Es ist allein die Entscheidung der SPD, wen sie am Ende zum Kanzlerkandidaten kürt. Aus Sicht der Wirtschaft fällt aber auf, dass innerhalb der Troika der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, am besten die Wirklichkeit von Familienunternehmen kennt“, sagte Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, dem Handelsblatt.

Steinmeier wisse aus seinem Wahlkreis um die konkreten Erfolgsvoraussetzungen der Familienunternehmen, die für die meisten Arbeitsplätze in Deutschland stünden. „Ich hoffe, dass er auch in der Partei stets das Verständnis für ökonomische Vernunft wachhalten kann“, sagte Hennerkes.

Die Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) spricht sich ebenfalls für den SPD-Fraktionschef aus: „Aufgrund seiner bisherigen Erfolge, in der Ära Schröder und später als Außenminister, halten wir Frank-Walter Steinmeier für einen geeigneten und kompetenten Bundeskanzler“, sagte UMU-Präsident Hermann Sturm. Steinmeier habe seinen Bereich fachkundig beherrscht und den politischen Mut gezeigt, Visionen umzusetzen. „Ein gutes Beispiel dafür ist die Agenda 2010, von der unser Land noch heute profitiert“, sagte Sturm.

Auch in der Partei selbst hält die Debatte über die Kür des Kanzlerkandidaten weiter an. Umstritten ist, wann sich die Partei auf einen Kandidaten festlegen soll – und wie diese Entscheidung herbeigeführt werden sollte. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Carsten Schneider, hält nichts davon, schon in diesem Jahr zu entscheiden, wer SPD-Kanzlerkandidat werden soll. „Für die Entscheidung in der Kandidatenfrage gibt es einen Zeitplan, nach dem zu gegebener Zeit auch die personelle Alternative zur schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten vorgestellt wird“, sagte Schneider Handelsblatt Online.

Der Bundestagsabgeordnete Johannes Pflug forderte dagegen im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung vom Dienstag eine Entscheidung "bis Ende des Jahres". Andernfalls bleibe nicht genügend Zeit für den Wahlkampf, sagte er.
Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil forderte eine Urabstimmung der Parteimitglieder sowie eine TV-Debatte der möglichen Kandidaten nach dem Vorbild der USA. Die baden-württembergische SPD-Generalsekretärin Katja Mast plädierte hingegen im Gespräch mit der Zeitung für eine "Vorwahl nach französischem Vorbild".

Noch ein Vorschlag kommt aus dem linken Flügel der SPD: Ernst Dieter Rossmann will die Männer-Troika seiner Partei durch ein auch mit Frauen besetztes Team ablösen. "Die starken, profilierten Frauen in der SPD gehören vor der Bundestagswahl in die erste Reihe der Partei", sagte dem "Hamburger Abendblatt". Rossmann ist Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion.

Statt der Troika aus den drei möglichen SPD-Kanzlerkandidaten - Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück - solle die Partei ein "Kernteam" aufstellen. Zu diesem sollten unter anderem die Parteivize Manuela Schwesig und Aydan Özoguz sowie Generalsekretärin Andrea Nahles gehören, forderte Rossmann.
Die SPD-Parteispitze hatte am Montag angesichts der wieder entflammten Debatte über die Kandidatenkür darauf beharrt, eine Entscheidung erst im Januar zu treffen. SPD-Generalsekretärin Andreas Nahles rief in Berlin dazu auf, die Diskussion unverzüglich zu beenden, da sie derzeit der Partei schade. Ausgelöst worden war die neuerliche Diskussion von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, der mit einer Empfehlung für Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier Öl in die mühsam auf kleiner Flamme gehaltene Kanzlerkandidatendebatte gegossen hatte.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Kein wirkliches Wunder, ist er doch ein Schröderianer. Erinnert sich denn niemand mehr daran wie die in die eigene Tasche wirtschafteten.

    Es ist eine interne Angelegenheit der SPD-Basis.

  • Ohne gültiges Wahlgesetz wird bei dessen Anwendung der Tatbestand des Landes- und hochverrates erfüllt. Wer es zudem ncoh nicht vertstanden hat, ist alles was die Politik seit 1956 verabschiedet hat nichtig. Mal bischen die Sachen vom Bundesverfassungsgericht beachten.

  • Und die Veralberung der Menschen ( Wähler ) geht weiter.

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