Wirtschaftsverband
Unmut über Tarifabschluss

Der Tarifabschluss für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie trifft auf starke Vorbehalte in der Wirtschaft. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) kritisierte das am Wochenende in Düsseldorf erzielte Tarifergebnis als „absolut kontraproduktiv“.

dc BERLIN. Damit distanzierte sich der Verband indirekt von der Verhandlungsführung der Metall-Arbeitgeberverbände. Es werde nun weitere Produktionsverlagerungen ins Ausland geben, sagte Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse dem Tagesspiegel.

Der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, verteidigte den Kompromiss dagegen unter Hinweis auf die „objektiv schwierige“ Verhandlungssituation angesichts der Konjunkturbelebung sowie einer akuten Streikdrohung der IG Metall. Der geplante Einstieg in einen betriebsnäheren Zuschnitt der Lohnpolitik habe letztlich den Ausschlag gegeben, einer Lohnerhöhung „am oberen Rand der wirtschaftlichen Möglichkeiten“ zuzustimmen.

Die Spitzen von IG Metall und Arbeitgebern hatten sich am Samstag nach 18-stündiger Sitzung auf einen Tarifabschluss verständigt, der im Kern Lohnerhöhungen von drei Prozent zum 1. Juni vorsieht. Neu ist das Instrument einer variablen Einmalzahlung: Ein tariflich vereinbarter Betrag von 310 Euro kann auf betrieblicher Ebene je nach Ertragslage gekürzt oder erhöht werden, ohne dass die Tarifparteien ein Vetorecht haben. Der Vertrag läuft bis März 2007 und damit kürzer als von den Arbeitgebern zunächst gefordert.

Mit dem Kompromiss haben die Tarifparteien in letzter Minute einen Arbeitskampf abgewendet. Für den Fall eines Scheiterns der Gespräche am Wochenende hatte die IG Metall einen unbefristeten Streik angedroht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte die Einigung für die Metaller als zeitgemäß. Sie begrüße es, dass ein Arbeitskampf abgewendet sei, sagte ein Regierungssprecher.

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