Wirtschaftsweiser verlangt höheres Renteneintrittsalter und niedrigere Rente
SPD und DGB wollen Rentenkürzung vermeiden

Sozialversicherungsexperte Bert Rürup hat eine Rentenkürzung verlangt, weil sonst die Versicherungsbeiträge stärker als geplant steigen würden. SPD und Gewerkschaften wollen davon nichts wissen.

HB BERLIN. Der Vorschlag des Wirtschaftsweisen Bert Rürup, die Gesetzliche Rente weiter abzusenken, ist auf Widerstand beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei der Bundesregierung gestoßen. DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer sagte am Samstag, Rürups Vorschlag sei keine gute Botschaft und verschärfe die Verunsicherung unter den Rentnern.

Rentenkürzungen seien außerdem den Bemühungen der rot-grünen Bundesregierung zur Verbesserung der Konjunktur «in hohem Maße abträglich», sagte sie. Engelen-Kefer sprach sich stattdessen für mehr betriebliche und tarifliche Altersvorsorge aus.

Ein Sprecher des Bundessozialministeriums tat Rürups Vorschlag als «Meinung eines einzelnen Professors» ab. Die Bundesregierung müsse das Ganze im Auge haben. «Das bedeutet, es wird ein Prozess des Ausgleichs zwischen Jung und Alt organisiert, der beiden Generationen Gerechtigkeit zukommen lässt», sagte der Sprecher weiter. «Aus gutem Grund wird dabei unterstellt, dass Rentenkürzungen verhindert werden. Und dabei bleibt es.»

Rürup hatte im Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» von Samstag erneut eine Absenkung des Rentenniveaus und ein höheres Renteneintrittsalter gefordert. Anders ließen sich die geplanten Steigerungen der Rentenversicherungsbeiträge nicht wie geplant begrenzen.

Zwar können bei einer gleitenden Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre die langfristigen Probleme eines umlagefinanzierten Systems als weit gehend gelöst betracht werden. Man müsse sich allerdings «in der nächsten Legislaturperiode einen Mechanismus einfallen lassen, der bei wieder höheren Lohnsteigerungen die ausgefallenen Rentenminderungssteigerungen und damit die Absenkung des Rentenniveaus nachholt, um die langfristigen Beitragsziele, 20 Prozent bis 2020 und 22 Prozent bis 2030, zu erreichen», sagte Rürup.

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