Wirtschaftswunder Soziale Marktwirtschaft: Was vom Erbe übrig bleibt

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Heute indes, hat Kanzlerin Merkel schon vor der Feierstunde erklärt, stehe die Soziale Marktwirtschaft vor „völlig neuen Herausforderungen“ in Form eines verstärkten globalen Wettbewerbs. In der Tat waren Geringqualifizierte mit ihren Arbeitsplätzen vor 60 Jahren noch nicht auf ähnliche Art Konkurrenz aus fernen Ländern ausgesetzt, während die offenen Märkte spiegelbildlich anderen umso größere Chancen eröffnen.

Zugleich aber scheint die Teilhabedebatte des Jahres 2008 nur eine kritische Feststellung zu bestätigen, die Erhard bereits in seinem berühmten Buch getroffen hat: Das „Problem der Einordnung der organisierten Gruppeninteressen in das Gesamtgefüge von Volk und Staat“ sei „noch lange nicht befriedigend gelöst“.

Die heutige Feierstunde im Wirtschaftsministerium gilt indes vor allem dem mutigen Aufbruch in Richtung Marktwirtschaft. Genau genommen kommt sie damit allerdings eine gute Woche zu früh: Der „Tag X“ mit Währungsreform und Preisfreigabe war der 20. Juni 1948. Die nächste Woche ist allerdings durch andere wichtige Termine wie den EU-Gipfel blockiert, wo sich die Kanzlerin um Klimapolitik kümmern will – vorausgesetzt, das EU-Referendum in Irland setzt nicht neue dramatische Themen auf die Agenda. Der Bundestag befasst sich derweil am 20. Juni 2008 unter anderem mit zwei Anträgen der Linksfraktion. Der eine zielt auf einen Stopp der Bahn-Privatisierung, der andere – „Mehr Demokratie wagen“ – auf eine massiv verschärfte Unternehmensmitbestimmung.

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